Besuch in Burma

Clinton demonstriert die Methode "smart power"

Frank Herrmann aus Washington , 1. Dezember 2011, 18:17
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    Hillary Clinton beim Sightseeing: die Shwedagon-Pagode in Rangun, der wichtigste Sakralbau in Burma.

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    Clinton und der burmesische Präsident Thein Sein in Naypyida. Clintion besucht als erste US-Außenministerin seit 50 Jahren das Land. 

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    US-Außenminsterin Clinton mit Khin Khin Win, der Frau des burmesischen Präsidenten.

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    Hillary Clinton auf dem Weg nach Naypyitaw

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    Kaum Verkehr: der Weg nach Naypyitaw

Mehr als ein halbes Jahrhundert herrschte Eiszeit zwischen den USA und Burma - Clintons Besuch signalisiert, dass eine Annäherung möglich ist.

Der letzte Besuch liegt länger zurück als der Sputnik-Schock, die Präsidentschaft John F. Kennedys, der Krieg in Vietnam: 1955 war John Foster Dulles der bis dato einzige amerikanische Außenminister, der Gespräche in Burma führte. Nun folgte ihm Hillary Clinton mit einer spektakulären Reise in das abgeschottete Land - eine überraschende Sondierungsmission, die zu einer bilateralen Annäherung führen kann. Für die US-Chefdiplomatin ist es ein Lackmus-Test: Seit ihrem Amtsantritt 2009 beschwört sie in jeder wichtigen Rede die Vorzüge von "smart power" , der sanften Macht, die mehr bewirke als die Brechstange der Bush-Administration. Am konkreten Fall Burmas will sie es demonstrieren, wenn auch wohl eher in Trippelschritten.

"Die USA sind bereit, den Weg der Reformen mit Ihnen zu gehen, wenn Sie sich in die richtige Richtung bewegen" , sagte Clinton nach einem Treffen mit dem burmesischen Präsidenten Thein Sein - einem General, den manche im Westen bereits mit Michail Gorbatschow vergleichen. "In diesem Sinne diskutieren wir, was nötig ist, damit wir wieder Botschafter austauschen können."

Schon die vorsichtige Diktion macht deutlich, welchen Slalom Clinton zu absolvieren hat, vor allem mit Blick auf die Kräfte in den USA. Im Kongress machen die Republikaner keinen Hehl aus ihrer Skepsis. Senator Richard Lugar verlangt vor einer eventuellen Annäherung lückenlose Aufklärung darüber, wie weit die nukleare Kooperation Burmas mit Nordkorea gediehen ist. Die Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen, die den Auswärtigen Ausschuss leitet, fürchtet das "falsche Signal" : Clinton hofiere ein "Paria-Regime, dessen DNA fundamental brutal bleibt" .

Zweckbündnis gegen China

Letzteres sieht die Regierung eindeutig anders. Barack Obama versucht die geopolitischen Chancen zu nutzen, die sich mit der Öffnung Burmas ergeben. Obama will dem aufstrebenden Rivalen China in Asien ein proamerikanisches Zweckbündnis entgegensetzen - eine lose Allianz, die von Japan bis nach Indien reicht. Dazu soll auch Burma, für die USA lange eine Terra incognita, nach und nach aus dem Einflussbereich Pekings herausgelöst werden. Es gibt Anzeichen, dass es gelingen könnte. Erst im September legte Burma ein von China gesponsertes, 3,6 Milliarden Dollar teures Staudammprojekt am Irrawaddy auf Eis, was es prompt kriseln ließ im Verhältnis zum großen Nachbarn.

Joshua Kurlantzick, Asien-Experte des New Yorker Council on Foreign Relations, spricht von einem Fenster der Möglichkeiten, wie es sich nur selten öffne. Erste Reformen - die Freilassung politischer Gefangener, die Zulassung von Gewerkschaften, die Lockerung der Zensur und ein größerer Spielraum für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi - hätten beste Chance für einen Wandel geschaffen. "Amerika darf diese Chance nicht verpassen."

Washington, so empfiehlt Kurlantzick, sollte nun rasch finanzielle Hilfe anbieten und gesetzliche Hürden für Investoren aus dem Weg räumen. Es wäre eine dramatische Wende. Seit 1997 verhängt der Kongress Sanktionen, um auf die Menschenrechtsverletzungen der burmesischen Militärjunta zu reagieren. Ob und wie schnell sich das ändert, kann im Moment aber niemand sagen. (DER STANDARD Printausgabe, 2.12.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 49
1 2
NONE
31
2.12.2011, 01:43

Schade das die EU nicht eigenständig ist.

Die USA kontrollieren die Weltpolitik.

thatslife
31
1.12.2011, 22:16
oha

die hat ja kräftig zugelegt. wenn sie dort so schräg sitzt in dem türkisen kostüm könnt man sie glatt für lisa lampanelli halten.

Timagoras
 
00
2.12.2011, 16:07

und?

FinalDestinati0n
01
1.12.2011, 21:18

Smart und Clinton schliesst sich aus.

"ballon d'essai"
11
1.12.2011, 18:25
Wie warats mit a bisserl Studium der Geschichte Asiens? Der letzten 2000 Jahre?

KEIN asiatisches Land möchte auf Dauer etwas mit China zu tun haben!

anders and
 
11
2.12.2011, 05:57

darum ist Clinton ja dort!

peter schmidt
 
00
1.12.2011, 23:40
Ich denke das wird auf Japan wohl mehr zutreffen.

Lichtfreak
40
1.12.2011, 10:57
Was hat Burma

verbrochen?

Timagoras
 
611
1.12.2011, 10:40
zusammenfassung der postings:

eine ganz böse hochmütige frau aus dem bösesten land der welt fährt in ein paradiesisches land mit einer liebreizenden regierung, und will in imperialistischer und postkolonialistischer manier der dortigen bevölkerung das öl stehlen.

und ausserdem sind menschenrechtsverletzungen in Myanmar vollkommen irrelevant und haben niemanden zu interessieren, solange es Guantanamo gibt.

anders and
 
21
2.12.2011, 06:07
eine Kritik ist nichts wert

solange sie nicht dem Kritisierten seine eigenen Ansichten entgegenstellt.

Wie lauten die bei Ihnen?

Ich denke, dass den USA wieder einmal niemand zu schmutzig ist um mit ihm per Handschlag einen Pakt gegen China zu besiegeln. Das große Spiel ist heute der Wettkampf um den Pazifik - da will man sich noch weniger moralische Überlegungen leisten als üblich.

Und was denken Sie?

papst benedikt
85
1.12.2011, 18:29
zusammenfassung Ihres postings

alle user hier sind dumm, nur ich bin klug, allerdings fällt mir zum thema nicjts ein, deshalb mache ich mich hier zum kasperl. hoch lebe die usa, sie lebe hoch, hoch, hoch!

Timagoras
 
22
1.12.2011, 20:42
"hoch lebe die usa, sie lebe hoch, hoch, hoch!"

.
geht's Ihnen hoffentlich eh noch gut? ;o)

WAKU
41
1.12.2011, 21:21
sorry

just shit.

Timagoras
 
23
2.12.2011, 01:07
"sorry just shit"

.
so hart hätt' ich jetzt über papst benedikt nicht geurteilt.
aber irgendwie haben'S eh recht ... ;o)

lol666
13
1.12.2011, 11:23

Wie unwissend wäre die Welt ohne Timagoras

NANANANANANANANA BATMAN
00
1.12.2011, 11:11

genau

NGO
00
1.12.2011, 10:36

Schöne Grüße
an
US-Außenministerin Hillary Clinton
in Burma

Ein Fan aus Oberdonau

Magic Mike
20
1.12.2011, 09:56

aha, im neusprech heisst das jetzt "historischer besuch"... alles klar...

M. C. Escher
21
1.12.2011, 07:57
alternative Schlagzeile: "Wieder einmal hat ich die militätisch mächtigste Nation der Erde auf der Weltkarte verirrt!"

diesmal ging es harmlos aus.

Toni Laddorfer
22
30.11.2011, 22:25
Peking werde es nicht zulassen, dass gegen seine Interessen in dem rohstoffreichen Land vorgegangen werde.

ach, die bösen Chinesen......

NONE
21
1.12.2011, 08:08

Wer weiss. Alles hat seinen Preis.

Die USA darf man nicht unterschätzen. Deren Schmiergeldzahlungen an die pakistanische "Regierung" führen auch dazu das sie willkürlich Leute liquidieren können.

Erstaunlicher ist wie viel Einfluss die USA haben.

Die EU schafft das nicht mit der aktuellen Struktur.

M. P.4
 
00
30.11.2011, 21:08
Wieder mal von Agenturmeldungen abgeschrieben.

Warum soll Naypidaw abgelegen sein? Von Yangon sind es gerade 300 km einer neuen, für Myanmar-Verhältnisse ausgezeichneten Fernstrasse. Außerdem geht es Clinton sicher nicht um Reformen und Kontakte zu Nordkorea. Man hat die Gunst der Stunde spät aber doch erkannt und will noch schnell ein paar Krümmel vom burmesischen Kuchen ergattern. Die Chinesen, Thais und Inder (aber auch Singapurianer und Südkoreaner) waren cleverer und sind seit vielen Jahren wirtschaftlich aktiv. Auch die völlig schwachsinnigen Sanktionen werden bald fallen, denn in der Krise wird man im Westen pragmatischer.

neueboeing797
10
30.11.2011, 19:22
Tja, das arme Land hat ja nicht mal einen eindeutigen Namen

Dass im Artikel der Staat Myanmar immer wieder Burma (die alte Bezeichung) genannt wird, geht ja eh noch. Aber dass im Artikel so teilweise auch wieder Birma verwendet wird, hat das Land nicht verdient.

MIP1
02
1.12.2011, 10:44

"Birma" oder "Burma" wird gleich ausgesprochen, in Österreich ungefähr "Böama". Im Land selbst wird der Name entfernt ähnlich ausgesprochen, aber eben nicht gleich. Es gibt dabei verschiedene Aussprachevarianten.

Wesentlich ist, daß der Anfangskonsonant im Englischen oder Deutschen keine exakte Entsprechung hat. Man kann ihn näherungsweise mit einem M oder einem B wiedergeben. "Myanmar" ist eine andere Transkription, meint aber dasselbe burmesische Wort wie "Burma". Die Schrift ist sowieso anders.

Komplett falsch ist allerdings folgende Aussprache: "Mih-An-Mar". Die hat sich irrtümlich leider etabliert.

NaOida!
59
30.11.2011, 17:19
Das trojanische Pferd ist gelandet, nehmt euch in Acht!

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