#OccupyWallStreet

An der Wall Street fliegen wieder die Fetzen

18. November 2011, 13:51

Bei heftigen Ausschreitungen in New York nimmt die Polizei 250 Protestierende fest. In London wurde ein Gebäude der UBS besetzt

New York - Bei den Protesten der Occupy-Bewegung in New York ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Mehr als 250 Menschen wurden Polizeiangaben zufolge am Donnerstag in der US-Metropole festgenommen, zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden verletzt. In London besetzten Aktivisten der Anti-Banken-Bewegung in der Nacht auf Freitag ein leerstehendes Bürogebäude der Schweizer Großbank UBS.

Genau zwei Monate nach Beginn der Occupy-Bewegung gegen die Macht der Finanzmärkte und gegen soziale Ungleichheit versammelten sich rund 1.000 Demonstranten an der Finanzmeile Wall Street in Manhattan, die von einem massiven Polizeiaufgebot abgeriegelt wurde. Die Menge skandierte Parolen wie "Die Wall Street ist geschlossen" und hinderte Börsianer daran, zu ihren Arbeitsplätzen zu gelangen.

Hunderte Polizisten, unter ihnen zahlreiche berittene Beamte, bahnten den Börsianern schließlich einen Durchgang und versuchten, die Straße vor der Börse zu räumen. Dabei kam es zu chaotischen und gewaltsamen Szenen, Polizisten schlugen mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Der Polizei zufolge wurden mehr als 200 Demonstranten festgenommen.

Über die Brooklyn Bridge in den Zuccotti-Park

Nach den Ausschreitungen während des Tages zogen in den Abendstunden nach Veranstalterangaben 20.000 Menschen über die Brooklyn Bridge. Der Verkehr auf der Brücke wurde nicht beeinträchtigt, weil die Demonstranten auf den Fußgänger- und Radspuren gingen. Zahlreiche Autofahrer hupten, um den Demonstranten ihre Unterstützung zu signalisieren. Bei dem Marsch über die Brooklyn Bridge blieb es weitgehend friedlich, die Polizei nahm dennoch 64 Menschen fest. Anfang Oktober hatte die Polizei bei einem Occupy-Marsch über die Brücke mehr als 700 Demonstranten festgenommen.

Später versammelten sich rund 2.000 Demonstranten am Zuccotti-Park. Der Park unweit der Wall Street ist die Wiege der Protestbewegung, am 17. September hatten dort die ersten Demonstranten ihre Zelte aufgeschlagen. In der Nacht auf Dienstag hatten die Behörden das Camp schließlich räumen lassen.

Gekapertes Gebäude soll "Bank der Ideen" werden

Von New York aus hatte sich "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") in zahlreiche Städte der USA und in andere Länder ausgedehnt. Für Donnerstag hatte die Bewegung zu einem weltweiten Aktionstag aufgerufen. In den USA gab es unter anderem in der Hauptstadt Washington, in Chicago, Seattle und Dallas Protestmärsche. In Los Angeles löste die Polizei eine Kundgebung in der Innenstadt auf und nahm mehr als 70 Menschen fest.

In London besetzten rund ein Dutzend Bankengegner in der Nacht auf Freitag ein leerstehendes Bürogebäude, das der UBS-Bank gehört. Das Gebäude im Osten der britischen Hauptstadt solle als "Bank der Ideen" genutzt werden, teilten die Aktivisten mit. Die UBS-Bank kündigte "geeignete Maßnahmen" an, Medienberichten zufolge versammelten sich vor dem Gebäude private Sicherheitsleute. Am Donnerstagabend hatten Demonstranten der Anti-Banken-Bewegung die Aufforderung zur Räumung ihres Lagers vor der St. Paul's Cathedral ignoriert. Als die Frist der Stadtverwaltung ablief, erhoben rund 300 Demonstranten ihre Hände zu einem "stillen Schrei". Die Verwaltung hatte eine Klage angekündigt, falls das Ultimatum nicht beachtet werde.

Spaniens "Indignados" protestieren gegen Sparpolitik

Kurz vor den spanischen Parlamentswahlen am Sonntag ist die Stimmung im Land gereizt. Fast täglich finden Demonstrationen gegen die wirtschaftliche Krisensituation und die zu erwartenden Sparprogramme statt. Am Dienstag und Mittwoch protestierten in verschiedenen Regionen des Landes wie in Katalonien, Galicien und auf den Kanarischen Inseln Ärzteverbände gegen die bereits praktizierte und noch zu erwartende Rotstiftpolitik der Regionalregierung im Gesundheitsbereich. Am Donnerstag gingen Tausende Studenten, Dozenten und Lehrer in Madrid, Valencia, Murcia und Barcelona auf die Straße, um gegen Kürzungen im öffentlichen Bildungswesen zu protestieren. Nach den Massenkundgebungen der spanischen Bürgerprotestbewegung der "Empörten" am vergangenen Sonntag, wollen die sogenannten "Indignados" am Samstag erneut für einen "radikalen Wechsel" des wirtschaftlichen, politischen und sozialen Models lautstark auf den Straßen der spanischen Hauptstadt protestieren. (APA)

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kants richtschnur
02
19.11.2011, 09:14
das einzige ziel aller „ameisen“ in der planwirtschaft des alten ägypten bestand in der errichtung einer pyramide,

darauf folgten tempel und dann bauten wir verwaltungspaläste und die glaskathedralen der finanzwirtschaft.
es war ein grausamer gott den wir anbeteten. sein glaubensbekenntnis hieß „wachstum“ und je mehr er bekam, desto mehr wollte er haben. seine priester kontrollierten die tauschmittel und konnten damit die wirtschaft zum stillstand bringen. alles hing von ihrem „segen“ ab. und so sprachen die priester: eure erbsünde ist die schuld.
der raffgierige gott und seine ständig reicher werdende priesterschaft brachten immer mehr zur verzweiflung und sie fingen an beide zu hinterfragen.

heute wird angenommen, dass dieser „schuldkult“ an seinen lügen und falschen versprechungen zugrunde gegangen ist.

Arno Niesner
 
02
19.11.2011, 15:48

Ein nettes Märchen. Wieso soll es irgendwann einmal anders werden als es immer schon war?

Die Menschen morgen werden weiterhin ihre Götter anbeten, von denen sie glauben, dass sie ihre Wünsche am besten erfüllen.

Lernen aus Erfahrung? Das haben immer nur die anderen nötig!

Bis es wieder einmal so weit ist, dass wir alle auf sehr unangenehme Weise dazu veranlasst werden, gemeinsame Lernerfahrungen machen zu DÜRFEN!

1116er
20
18.11.2011, 16:29
occupy? nein, lieber nicht. (es geht hier um die wortwahl und mehr)

denn occupy - besetzen hat negative nebenwirkungen:
wie man aus tausenden beispiel der geschichte ablesen kann, werden ursprünglich 'gute' besetzer früher oder später zu den gleichen gaunern, die sie zuvor vertrieben haben.

erase wallstreet?
schon besser, aber nicht viel.
denn es wird irgendeinen ersatz für das moneybiz geben müssen...

mein vorschlag: den eh völlig unsinnigen 'volkswirtschafts'-nobelpreis so lange aussetzen, bis ein wissenschaftlicher diskurs über alternativen zur wallstreet in gang gekommen ist. DIESEN leuten würde ein nobelpreis gebühren, nicht den versagern der vergangenheit.

und in der zwischenzeit: täglicher spießrutenlauf für die wallstreet-boys, damit die ihr geld nicht für nichts-tun erhalten.

a b1
00
11.12.2011, 11:52
Einerseits, aber andererseits

Einerseits waren Gandhi sowohl ziviler Ungehorsam, als auch passiver Widerstand zu wenig. Er prägte den Terminus des "zivilen Widerstandes", und hier wären wir bei "Occupy".

Andererseits ist nach den Briten auch nichts besseres nachgekommen, und die Abhängigkeit wurde wohl durch Wirtschaftsverträge geregelt.

Sie haben also recht, und in George Orwells "1984" wird genau das beschrieben. Auch die blau-schwarze Regierung hat bewiesen, dass am Trog alle Reformen vergessen waren.

Das Ziel neuer demonkratischer Systeme muss es also sein, nicht primär Reformen zu schaffen, sondern Reformerhaltungssysteme zu etablieren. Sonst passiert irgendwann sowas wie die "Antiterror-Gesetze" und alles, wofür andere gestorben sind, ist wieder futsch.

Erich Blutaxt
00
18.11.2011, 20:14
Demenz?

Dem kann abgeholfen werden. Lobotomien trägt die Krankenkasse!

derschmied
02
18.11.2011, 16:08
Zusammenstöße?

Das ist ein glatter Angriff der Polizei gegen die Menschen! Der Standard verharmlost den Polizeiübergriff'

Arno Niesner
 
00
19.11.2011, 15:59

Diese Verharmlosungen betreffen ja nicht nur die genannte Zeitung. Womöglich mag es daran liegen, dass der bisher grassierende Stellenabbau in der schreibenden Zunft die Hardliner übrig ließ oder - was ich wahrscheinlicher halte - es ist nicht mehr genug Zeit zum Durchlesen und Überarbeiten der APA-News (die Masse MACHT´s), um daraus noch einen eigenen Bericht zu gestalten.

Erich Blutaxt
00
18.11.2011, 16:00
Der Obama hat von nichts gewusst

Weil er´s kann
00
18.11.2011, 16:45
Obama wird dem "jungen" Bush immer ähnlicher.

In jeder Hinsicht!

jacques05
00
21.11.2011, 19:29
nein, mit dem jungen bush hat er wenig gemein...

ich schrieb es schon, als die lobhudelei für obama schon weh tat.
obama ist um vieles schlimmer, als der dumme walker,
provinzgauner und bankrotteur.
obama hat lang studiert und kommt aus den "richtigen" kreisen und macht auf demokraten.
ein weiterer schachzug der 1%.
ich vermute aber trotzdem, obama wird der letzte präsident der usa sein.
dann ist auch er, der täter, letztendlich ein opfer seiner herren.

Erich Blutaxt
02
18.11.2011, 16:58
Ist es ein Wunder?

Sie haben ja auch weitgehend die gleichen Finanziers.

Peacefaktor
04
18.11.2011, 15:36
2. Versuch: und diese USA sind in der Welt unterwegs um Demokratie zu verbeiten? Nach den Vorgängen

im Inneren wirkt dies eher absurd. Die US-Politik muss überhaupt einmal lernen, was Demokratie und freie Meinungsäußerung ist
Die Demonstranten machen das ja nicht aus Jux und Tollerei. Sie sind einen weiten Weg bis hierher gegangen und können nicht mehr zurück. Berechtigte Forderungen einfach niederzuknüppeln zeigt die Unrechtmäßigkeit der Bankokratie in den USA, aber, es zeigt auch den Weg des Machtumbruchs. Scheinbar wollen sie die Eskalation, denn zum Dialog ist noch niemand aufgebrochen, auch der FNPT nicht
Aber es wundert nicht, dass sich die Gewalt nach und nach nicht nur nach Außen, sondern bei Widerspruch auch nach Innen wendet. Damit ist das Schicksal der Handelnden aber auch schon besiegelt, die Wahl fiel auf gewalttätig: traurig

eknaDNovember
00
18.11.2011, 15:48

"sondern bei Widerspruch auch nach Innen wendet"
wobei wir hier bisher überhaupt keine konkreten Informationen haben.
Es heißt bloß "Ausschreitungen". Das ist ein Null-Wort, es heißt genau gar nichts.
Ich las nirgends "x Personen warfen Steine" oder etwas ähnliches.
Möglicherweise ist so etwas nämlich auch gar nie geschehen!

Peacefaktor
01
18.11.2011, 15:54
es gibt ausreichend Videos auf utube,

die eine ausufernde und nicht zu rechtfertigende Gewalt der Polizei in den USA offensichtlich macht.
Googeln Sie einfach mal Begriffe wie: utube, occopy wallstreet, wenn Ihnen übel werden soll.

Auch in verschiedenen TV-Kanälen kann man sehen, wie gewaltsam die Demonstranten behandelt werden. Das ist einer Demokratie und einem Rechtsstaat unwürdig.

eknaDNovember
01
18.11.2011, 16:04

ach so, dann war das ein Mißverständnis. Ich hatte bei Ihrer Formulierung gedacht Sie meinen, dass auch die Demonstranten gewalttätig wurden.
Habe das falsch aufgefasst, sprachlich.

Aber wenn wir schon beim Thema sind, haben Sie irgendwo bei den Videos gesehen, dass es auch von Seiten der Demonstranten zu Gewalt kam?
Ich frage mich wie eine Formulierung wie "Ausschreitungen" und "Zusammenstöße" in die Zeitung kommt.

Josef Malik
01
18.11.2011, 21:03

Diese Worte kommen offenbar deshalb in die Zeitung, weil irgendein Verantwortlicher das so will. Wäre es in Lybien gewesen, wäre über das gewaltsame Vorgehen der Staatsschergen gegen eine friedliche Demonstration (bzw. Freiheitskämpfer) berichtet werden.

Nachdem es hier aber um eine Bedrohung unserer gesellschaftlichen Grundwerte (Geld und Besitzverhätnisse) durch einen inneren Feind (Chaoten, Kommunisten, Antisemiten etc) geht, handelt es sich natürlich um Ausschreitungen, welche zu Zusammenstößen mit den Sicherheitsbehörden geführt haben.

diamant
00
18.11.2011, 15:40
Warum sind die Anliegen der Menschen im Westen wichtig,

und jene im (nahen) Osten unwichtig?

Bitte erklaeren sie mir das!

Peacefaktor
01
18.11.2011, 15:52
Wo schreibe ich, dass die Anliegen der einen Menschen wichtiger oder unwichtiger wären?

Wogegen ich mich ausspreche ist Gewaltanwendung und Krieg.

Bei Krieg geht es immer um finanzielle Interessen im weitesten Sinne, nie aber um Menschen oder Menschenrechte, die verlieren sich nämlich im Amoklauf des Krieges.

Bitte zeigen Sie mir ein Posting, wo ich gewaltlose Demos irgendwo auf der Welt verurteile. Zudem kritisiere ich in obigen Posting unter Anderem, dass die USA durch ihr eigenes Handeln nicht in der ethischen Lage sind, irgendwem was zu erzählen: Drohnenattacken, Kriege im Ausland und das Niederknüppeln demokratischer Bewegungen im Inland stellen den USA bezüglich Menschenrechte und Demokratie jedenfalls ein Armutszeugnis aus.

diamant
00
19.11.2011, 06:43
'Drohnenattacken, Kriege im Ausland und das Niederknüppeln demokratischer Bewegungen im Inland'

Wo steht geschrieben das eine Demokratie keine Kriege fuehren darf, kann oder soll?
Das spricht ihr dann gleich jedwede 'Mitsprache' mit den Despoten dieser Welt ab? Sehr radikal muss ich sagen, denn was brauchts denn fuer sie das sie Diktatoren oder Autokraten von Syrien bis Kongo, Russland bis China 'Armutszeugnisse' ausstellen?

Peacefaktor
00
19.11.2011, 16:43
Drohnenangriffe und Kriege, wenn sie nicht von einer

Volksabstimmung eindeutig gewollt sind, haben für mich mit Demokratie nichts zu tun, sondern mit den Geldinteressen der Finanzoligarchie.
Aber Sie haben recht: Ob man Krieg führt oder mit Drohnenattacken Menschen in anderen Ländern terrorisiert hat noch nichts mit einer Demokratie zu tun.
Gerade wir "aufgeklärten des Westens" sollten aber doch längst andere Wege gefunden haben als Krieg und Gewalt. Sonst erweisen sich unsere Politiker um nichts besser als die zu Recht kritisierten Diktaturen.

Das Niederknüppeln der eigenen Demonstranten und der Nichtdialog mit ihnen zeigt aber, dass die Politiker der USA/EU Demokratie an sich noch immer nicht verstanden haben. Sind halt auf Zeit gewählte Möchtegerndiktatoren und Befehlsempfänger der FI.

diamant
00
18.11.2011, 15:39
Warum sind sie in NY FUER Demos und in Syrien GEGEN diese

Peacefaktor
00
18.11.2011, 15:46
LiebeR Diamant

Bitte: zeigen Sie mir ein einziges Posting, wo ich die Demonstrationen in Syrien kritisiere.

Werden Sie nicht finden. Also, was wollen Sie mir sagen, mein Freund?

Li7
00
18.11.2011, 15:26
"Böse Banker"

Tut mir leid, aber Banker machen auch nichts anderes, als der Nachfrage ihrer Kunden zu folgen.

Joe Z.
01
18.11.2011, 17:46

Tut mir auch leid, der Kinderpornofilmer folgt auch nur der Kundennachfrage....
Der Auftragsmörder, der Drogenhändler, etc.....ich glaube Sie verstehen schon.

AuchMalDafürSein
00
18.11.2011, 19:39

Sein Geld zu investieren hat auch wirklich viel mit pädophilen Pornos und Auftragsmorden zu tun.

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