Koptische Christen mit Messern, Brandsätzen und Steinen angegriffen
Kairo - Ein Schlägertrupp hat am Donnerstag in Kairo
eine Gruppe christlicher Demonstranten attackiert. Nach Angaben der
ägyptischen christlichen Nachrichtenwebsite Watani.net wurden vier
Personen verletzt, als die Angreifer im Stadtteil Shubra mit Messern,
Brandsätzen und Steinen auf die koptischen Christen losgingen.
Die Kopten wollten gegen die in Ägypten übliche Praxis
demonstrieren, Zivilisten vor Militärgerichten den Prozess zu machen.
Nach Angaben der staatlichen Medien schritt die Polizei gegen den
Schlägertrupp ein.
Zahl der Zwischenfälle nimmt seit Sturz Mubaraks zu
Im Oktober waren bei einer Protestkundgebung von Angehörigen der
christlichen Minderheit in Kairo 26 Menschen getötet worden. Etwa
zehn Prozent der Ägypter sind Christen. Die meisten von ihnen gehören
der koptisch-orthodoxen Kirche an. Gewaltsame Ausschreitungen
zwischen Christen und radikalen Islamisten gibt es in Ägypten immer
wieder. Seit der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak im
vergangenen Februar hat die Zahl dieser Zwischenfälle zugenommen.
Einige Christen sehen sich inzwischen als "Revolutionsverlierer".
Angehörige verschiedener Parteien hatten nach dem Blutbad vor dem
Fernsehgebäude im Oktober erklärt, "Konterrevolutionäre" versuchten
durch Angriffe auf Christen Chaos zu stiften, um eine Rückkehr von
Funktionären des Mubarak-Regimes an die Macht zu ermöglichen. (APA)