Skylink und Kosice

Flughafen schreibt 74 Millionen Euro ab

18. November 2011, 15:56

Wertberichtigungen und Rückstellungen lasten schwer auf dem dritten Quartal, ein Aktionärsvertreter rechnet mit Dividendenkürzung

Wien - Nach der Totalwertberichtigung der Problembeteiligung am Flughafen Friedrichshafen im ersten Halbjahr hat der börsenotierte Flughafen Wien im dritten Quartal 2011 weitere Abschreibungen und Wertberichtigungen vorgenommen. Namentlich auf den Terminalneubau Skylink in Wien-Schwechat und auf die Beteiligung am Flughafen Kosice. Sie färbten das dritte Quartal 2011 rot. Das Neunmonatsergebnis schrumpft damit auf 20 Mio. Euro zusammen. Im Jahr davor waren es 72 Mio. Euro gewesen. Die Flughafen-Aktie, die im Frühhandel ein kleines Kursplus hatte, gab um mehrere Prozent nach.

Der seit Anfang September amtierende neue Vorstand hat Freitagfrüh eine Gewinnwarnung abgesetzt. Kommenden Dienstag ist Aufsichtsrat. Am nächsten Donnerstag legt die Gesellschaft detaillierte Quartalszahlen vor. Sie stehen - bei operativ positivem Verlauf - unterm Strich ganz im Schatten der aktuellen Abschreibungen und Abwertungen.

Flughafen-Vorstand Günther Ofner sprach vom "Versuch, den Tisch hier rein zu machen". Aus heutiger Sicht sollte mit den im 3. Quartal verbuchten "Einmaleffekten und Wertberichtigungen" von 74 Mio. Euro "alles erledigt sein. Man kann ja nie etwas ausschließen, aber nach dem, was wir heute wissen, ist das alles".

Anleger rechnen mit Dividendenkürzung

Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger wertet die angekündigten Abscheibungen am Flughafen Wien als Signal für mehr Transparenz: "Das alte Management hat Belastungen, über die ohnedies schon jeder geredet hat, vor sich hergeschoben, es ist erfreulich, dass neue Management jetzt 'tabula rasa' macht", sagte Rasinger. "Die Kehrseite ist, dass das die Ausschüttungen negativ beeinflussen wird. Ich rechne damit, dass sich die Dividende für heuer mindestens halbiert", sagte der Chef des Interessenverbands für Anleger (IVA).

Abschreibungen

74 Mio. Euro müssen in der Quartalsbilanz abgeschrieben werden - darunter sind Wertberichtigungen für Skylink-Lasten sowie eine Abschreibung auf das Kosice-Paket, aber auch Rückstellungen für neue Altersteilzeit von zunächst 75 Airport-Mitarbeitern. Zudem wird der Investitionsplan bis 2015 um 70 Mio. Euro auf nun 590 Mio. Euro gekürzt. Die Flughafen Wien AG bereitet gegen Auftragnehmer beim Skylink-Bau Schadenersatzklagen vor, sollten sie nicht freiwillig zu Rückzahlungen bereit sein. Eine erste Rücküberweisung von 7,6 Mio. Euro ist bereits erfolgt.

Seit gestern liegen den Airport-Managern aktuelle Schadenszahlen in der Skylink-Affäre vor. Gutachter hätten wegen Mängeln in der Auftragserfüllung durch Auftragnehmer sowie durch ungerechtfertigte Kostenerhöhungen in den untersuchten Fällen 57 Mio. Euro an Schäden festgestellt, berichtete der Airport heute. Es sei ein Wertberichtigungsbedarf von 29 Mio. Euro festgestellt worden. Die Justiz ermittelt noch. Der Flughafen bereitet Schadenersatzklagen vor, allerdings als "ultima ratio", wie Ofner sagte. Nach den technischen Gutachten und der "juristischen Bewertung" geht es nun an Gespräche: Wer nicht freiwillig zahlt, wird geklagt.

An der Ende 2006 erworbenen Beteiligung am Flughafen Kosice lag der Buchwert zuletzt bei 47 Mio. Euro. Zwar wirtschaftete die Gesellschaft bisher gewinnbringend, die Mittelfristplanung geht nun aber von weniger Verkehr aus. Deshalb wird Kosice nun mit 21 Mio. Euro wertberichtigt.

Mitarbeiter-Aufnahmestopp in Kraft

Ein unterausgelastetes Gebäude am Airport-Standort Schwechat wird per Ende September mit 18 Mio. Euro wertberichtigt. Für Altersteilzeitmodelle werden aktuell 6 Mio. Euro zurückgestellt.

Die Kürzung des Investitionsplans kommt laut Vorstand aus einer Fülle von Einzelpositionen zusammen. Skylink soll nun doch "billiger" kommen: Laut heutiger Mitteilung reduzieren sich die maximalen Kosten für den Terminalbau auf 770 Mio. Euro. Damit könnten hier nun sogar Risikovorsorgen aufgelöst werden. Unverändert bei rund 100 Mio. Euro blieben die extra verbuchten "Schnittstellenkosten" für Leistungen, die nicht unmittelbar dem Skylink-Projekt zugerechnet werden. Die Investitionskürzungen bis 2015 verringerten den Finanzierungsbedarf und damit den Verschuldungsgrad.

Beim Sparprogramm sei man mit Einsparungen bei Sachkosten gut unterwegs, sagte Ofner. Seit September ist ein Mitarbeiter-Aufnahmestopp in Kraft. Einen Mehrbedarf nach der Eröffnung von "Skylink" will das Management mit bestehendem Personal decken, das neu eingesetzt wird. Was die heutige Gewinnwarnung für die Dividendenerwartung (Haupteigentümer Land Niederösterreich, Stadt Wien, Mitarbeiterstiftung, Streubesitz) heißt, wurde noch nicht gesagt. (APA)

Kommentar posten
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grasser prasser
04
18.11.2011, 17:46
Ganz ehrlich - Who Cares?

Hauptsache ist ja, daß die korrupte Rot/Schwarze Mafia genug Gefolgsleute versorgen kann.
Und Nein - ich glaube nicht, daß Blau es besser macht - die würden sich genauso am Futtertrog die Bäuche vollschlagen wenn sie wieder hingelassen werden.

Walter Bimini
00
19.11.2011, 09:21
daß sie wieder zum trog kommen, dafür rudern rotschwarz rund um die uhr.

grasser prasser
00
19.11.2011, 10:13
Leider haben Sie recht.

Walter Bimini
00
19.11.2011, 16:22
und alle eurokraten (rote, schwarze, grüne)

denn der euro wird allen beteuerungen zum trotz wertlos werden. "barolo", juncker und "van rumperl" haben nur einen plan. sie wollen die krise nutzen um sich mehr macht anzueignen. aber davon angesehen agieren sie plan- und sinnlos.

Reversi
 
00
18.11.2011, 17:36
Am Ende wird das ganze Werkl als "Bad Airport" wieder vollverstaatlicht. Und dann brechen endlich wieder goldene Zeiten an!

Walter Bimini
00
19.11.2011, 09:23
wenn der staatsbankrott österreichs offiziell wird, wird kein geld mehr dafür da sein.

die aua wurde ja auch nicht auf ewig verstaatlicht.

Nestor1979
04
18.11.2011, 17:22
.... was wiederum beweist, wie gut der Pröll und der Häupl wirtschaften können

Herr der Ringe
02
18.11.2011, 16:19
Wird der bisher amtierende Vorstand

Schmid, kaufmann und Domany irgendwie zur Rechenschaft gezogen? ich glaube nicht wir sind ja in Österreich!!

ivan der gerechte
04
18.11.2011, 16:29

Natürlich werden sie zur
rechenschaft gezogen, die kriegen
sicher extra kohle für das
krisenmanagement und zwar in
siebenstelliger höhe!

also ich find mich super
00
18.11.2011, 16:17
nur 74 mio?

wow, das gibt wieder eine fette erfolgsprämie

grasser prasser
00
19.11.2011, 10:15
Na versuchen Sie das mal nachzumachen!

Um 74 Millionen zu versenken, da benötigt man schon richtig Talent - das geht ohne Talent sicher nicht so schnell.

die naive
01
18.11.2011, 15:50
zu Skylink, Skandale.......10 Seiten bei google

http://www.google.at/search?cl... 0.7.4l11l0

fasziniert
11
18.11.2011, 13:43
3. Piste in die Kiste

ist ohnehin unfinanzierbar und bringt bestenfalls in den Spitzenzeiten mehr Transitpassagiere, wo die Airlines auch woanders dafür das Geld in Form von Incentives vom Flughafen zurückerhalten können.

Abgesehen von der damit geplanten massiven Verlagerung von Fluglärm nach Wien und Mödling, wo beispielsweise die Anzahl der Starts über den 23. Bezirk vervierfacht werden soll und es bereits Listen für die Eintragung einer Sicherheitszone im Grundbuch gibt - für eine weitere Landerouten über dichtest besiedeltes Gebiet.

zeitfuchs
00
18.11.2011, 12:09
die geringfügigen Rücküberweisungen

gleichen eher Alibihandlungen, und sollen ganz offensichtlich das Volk beruhigen nach der Devise: ist eh alles in Ordnung, mit dem Skylink.

Grammelschmalzbrot
010
18.11.2011, 12:04
So ändern sich die Zeiten ...

... für mich gab es in der Schule fürs Abschreiben immer nur ein nicht genügend - heute für die Manager eben Boni!

;-)

ivan der gerechte
00
18.11.2011, 16:26

Der war gut;-)

gaisbock
01
18.11.2011, 12:02

Die in der rechten Spalte aufgelisteten Beiträge zum Flughafen könnten aus einem Kabarettprogramm stammen.

Mokemann1
010
18.11.2011, 11:32
Wo bleibt eigentlich...

...der Untersuchungsauschuß zu Skylink???

gaisbock
02
18.11.2011, 15:12
Wir müssen sparen.

:-)

Bergdolm
10
18.11.2011, 10:55
Vor einigen Wochen hat's noch gut ausgesehen

.
Es regiert die Beliebigkeit - oder doch kriminelles Verhalten.

Werden nicht aufgrund der "Informationssprünge" gewaltige "Gewinne" generiert? Aber nur für einige wenige ...

Für die Forschungen bzgl. „asymmetrischen Informationen“ gab es es 2001 sogar den "Wirtschafts-" Nobelpreis (u.a. für den Ex-Chefvolkswirt der Weltbank, Joseph E. Stiglitz).

W s
01
18.11.2011, 10:39
Totalprivatisierung sofort! Nicht nur zum Schein wie zurzeit.

Der Steuerzahler hat lange genug dafür geblutet.

Peter Reich
12
18.11.2011, 13:01
Privatisierung von Vorteil ?

Ich erkenne nur den Vorteil, dass Politgünstlinge schneller abserviert werden, aber der Leidtragende ist da und dort der Arbeitnehmer, denn gemobbt wird auch hier!!!

irgendein poster
 
01
18.11.2011, 12:52
also doch

die f-ler sind fürs privatisieren, d.h. sie sind für die konzentration des reichtums in einigen wenigen händen. damit seid ihr nicht viel besser als die övp. danke für die info.

ma29
12
18.11.2011, 10:43
wieso geblutet

schreiben jedes jahr gewinn

Kalvarienberg
01
18.11.2011, 10:37
Bananistan !!!

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