Drei Pläne für ein Halleluja

17. November 2011, 19:18
  • Die Anrainer können Vorschläge einbringen.
Ansichtssache:Anrainer sollen mitgestalten
    foto: max daublebsky/derstandard.at

    Die Anrainer können Vorschläge einbringen.

    Ansichtssache:
    Anrainer sollen mitgestalten

  • Nicht im Boxring, aber im Dialog mit besorgten Anrainern fand sich Maria
 Vassilakou beim ersten Tag des Beteiligungsverfahrens wieder.
    foto: max daublebsky/derstandard.at

    Nicht im Boxring, aber im Dialog mit besorgten Anrainern fand sich Maria Vassilakou beim ersten Tag des Beteiligungsverfahrens wieder.

Alles ist möglich: eine reine Fußgängerzone, eine Shared Space-Variante oder ein Mix aus beidem

Wien - Weil sie keine Vergleiche will, nennt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) auch keine Modelle aus anderen Städten für eine verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße. Damit die Wiener unbeeinflusst ihren ureigenen Stil finden können, verrät sie auch nicht die von ihr favorisierte Variante aus den drei Konzepten, die am Donnerstag im ersten Dialogforum im Hofmobiliendepot vorgestellt wurden.

Die drei Lösungsvorschläge, die den Autoverkehr in der hochfrequentierten Einkaufsstraße eindämmen sollen:

  • Reine Fußgängerzone: Vorgesehen wäre diese Variante für den unteren Abschnitt zwischen Andreasgasse und Stiftgasse. Radfahrer könnten weiterhin fahren, Zuliefer- und Anrainerverkehr wären ebenso möglich.
  • Shared Space: In diesem Konzept wären alle Verkehrsteilnehmer - also Fußgänger, Rad- und Autofahrer sowie öffentliche Verkehrsmittel - gleichberechtigt unterwegs. Dafür müsste die 1,8 Kilometer lange Mariahilfer Straße niveaufrei gemacht werden, Ampeln und Verkehrszeichen gäbe es kaum. Autos müssten auf 20 Kilometer pro Stunde drosseln. Ob diese Variante überhaupt für die gesamte Straße umsetzbar ist, sollen Experten prüfen, denn es würde sich laut Vassilakou "um das weltweit längste Shared-Space-Modell" handeln.
  • Mischform: Bei dieser Möglichkeit wäre der Abschnitt zwischen Theobaldgasse und Gürtel prinzipiell autofrei, Querungen wären jedoch möglich. Die Kreuzungsbereiche würden dem Shared Space Ansatz entsprechen. Auch hier wären Liefer- und Anrainerverkehr gewährleistet.

Das ist besonders der Wiener Wirtschaftskammer ein Anliegen, die befürchtet, der Branchenmix auf der Shoppingmeile könnte unter der Umwandlung leiden. Man müsse nur die Kärtnerstraße oder den Graben ansehen, meinte Vizepräsident Paulus Stuller. Denn dort wären andere Branchen durch Modeketten zum Teil verdrängt worden. Gerade die Elektrobranche sei auf autofahrende Kundschaft angewiesen.

"Geld geht spazieren"

Den Punkt versteht auch Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher der Wiener Grünen. "Parkgaragen mit Zufahrtsmöglichkeiten wird es auch weiterhin geben", beruhigt er. Sein kaufmännisches Argument für eine Bevorzugung der Fußgänger auf der "Mahü": "Geld geht bekanntlich spazieren, nicht fahren." Bis zu 1000 Garagenstellplätze seien durchschnittlich im siebten Bezirk unbenutzt - vorerst bestehe also kein Bedarf, neue Garagen zu bauen.

Erste Umsetzungsergebnisse soll es bereits im Sommer 2012 geben. Ein älteres Paar, das seit etwa 40 Jahren in der Nachbarschaft wohnt, beäugt die ausgehängten Konzepte im Dialogforum mit Skepsis. Ein Radweg würde am meisten fehlen, meint die Dame, ansonsten sei doch alles ganz gut, wie es derzeit ist.

Weitere Dialogtermine sind jeweils von 10 bis 20 Uhr am 22. November in der Windmühlgasse 26 und am 24. November in der Andreasgasse 7. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 18.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 319
1 2 3 4 5 6 7
Ich hab nicht geschlafen - Befragung erwirkt für Anrainer der Mahü

An die Verantwortlichen wurde von mir seit 2011 Kritik geübt,ohne Antwort bis vor kurzem. Es wurde jetzt aber mit vereinten Kräften eine verpflichtende Befragung erwirkt. Die kommt bald, wenn Sie Interesse daran haben nehmen sie am Tweet teil. Twitterkonto mit Namen und Email und Passwort eröffnen oder per Google https://twitter.com/MariahilfstrNeu eingeben und sofort ohne Login mitlesen,was ein Vorteil von Twitter ist. Dieses Medium ist frei zugänglich.

Vorschlag

Fußgägngerzonen errichten sobald Tiefgaragen gebaut sind. Diese Garagen unbedingt in Vater Staat belassen und abkassieren für uns alle!

Danke

sollen sie doch eine Fußgängerzone draus machen, aber dann bitte als Ausgleich ein Radfahrverbot am Gürtel, um die potentiellen Selbstmörder endlich davon abzuhalten den restlichen Verkehr zu behindern und zu gefährden.

Katastrophe

Der jetzige Zustand der Mariahilfer Straße ist eine Katastrophe. Dauerstau auf der Straße, Dauerstau am Gehsteig und sehr gefährlich für Radfahrer. Ich bin für eine Fußgängerzone, in der auch Radfahrer durchfahren können – mit absolutem Vorrang für Fußgänger.
Für die Radfahrer, die schnell vom Gürtel zur 2er-Linie wollen, soll die Lindengasse in beide Richtungen durchgängig befahrbar gemacht werden und die Gumpendorfer Straße attraktiver werden.

Der Zustand in den BEZIRKEN ist eine Katastrophe

Mann muss sich mal den 7. und 6. Bezirk anschauen: Kaum Grün, Dauerstau von Burgg. über Neustiftg. bis zur Gumpendorfer, dazu in der Schottenfeld-, Web- und Stumperg. Durchzugsverkehr zwischen den anderen Bezirken, und und und.

Wenn die Grünen (den Roten trau ich's nicht zu) JETZT nicht für ein großes Verkehrskonzept sorgen, dann nie mehr.

Kann nicht funktionieren!

Zeig mir eine Fußgängerzone (mit den Massen an Leuten wie auf der Mahü) wo Radfahren funktioniert bzw. Radfahrer freiwillig zurückstecken.

Das geht in Wien nicht einmal auf wenig frequentierten Wegen, auf denen beides erlaubt ist (am Donaukanal z.B., dort gibt's ständig Konflikte) ...

Viele Beispiele

Tuchlauben, Meidlinger Hauptstraße, Graz, Linz, Wr. Neustadt usw., usf.
Und wenn ganz viele Fußgänger in der MaHü unterwegs sind, dann wird kein vernünftiger Radfahrer dort fahren. Abgesehen von denen, die zu den Geschäften zufahren. Der Durchzugsradverkehr soll sich eben auf die Parallelgassen verlegen. Jene müssen allerdings für Radfahrer attraktiver gemacht werden.

wo bitte gibts Radler in der Meidlinger Hauptstraße?
Schon mal dort gewesen?
Abgesehen davon, daß die Meidlinger Hauptstraße eine einkaufsmässig eine Totgeburt ist und so überhaupt nicht mit der Mariahilferstraße zu vergleichen ist.
Das war sie am ehesten noch vor 25 Jahren, vor der U6 als es den 8er noch gab.

Die Beispiele hinken ...

Die Tuchlauben mit der Mahü zu vergleichen ... Nein! Und Graz ist halt nicht Wien, bei uns herrscht Intoleranz - jeder glaubt, die Straße gehört ihm.

absurd

die mahi ist die mit abstand am stärksten frequnterierte einkaufsstraße, daher hinkt deine aufforderung nach vergleichbaren öffentlichen raum.
es gibt aber nonanet fuzos, zugegebermaßen nicht so stark frequentierte, bei denen die gegensetige rücksichtnahmen funktioniert z.b. tuchlauben, favoritenstraße. und apropo rücksichtnahme: wenn du einen langjährigen, rücksichtsvollen radfahrer suchts, here i am.

Hallo! ;-)

Aber leider bist du eben (fast) allein.

irrtum

radfahrer wie ich sind die mehrheit, sonst würde der geteilte raum wie die oben genannten fuzo nicht funktionieren, außerdem gibt es eine aktuelle studie des öamtc (!) mit dem ergebnis, dass z.b. nur 8% der radfahrer bei rot die kreuzung queren, von solchen ergebnissen kann man bei den autofahrern nur träumen, sprich die behauptung dass radfahrer undiszipliniert sind, fällt unter realtitätsverweigernde verhetzung

sie behaupten also mehr als 8% der Autofahrer fahren bei rot in Kreuzungen ein? Wer da unter Realitätsverlust leidet wird langsam klar.

Immer mit der Ruhe!

Ich bin selbst Radfahrer, also bitte fühl dich nicht SO angegriffen.
Es wäre halt notwendig, die ideale Lösung zu finden, eine Fuzo ist es mMn nicht. Mir wäre es wichtig, dass Alle Platz finden, Räder, Autos und Fußgänger. Autos gehören SICHER nicht bevorzugt, dürfen aber nicht in die Bezirke verdrängt werden

alle drei varianten sind besser

als der momentane, alltägliche zustand, geprägt von stau und lärm der kfz. und die überversorgung der konsum -und verschwendergesellschaft ist tatsächlich nur der wirtschaft wichtig. weniger ist mehr.

Wenn dich Autos in der Mariahilferstrasse soo extrem belästigen und du kein Spass mehr hast dein Geld dort auszugeben

warum gehst du einfch nicht in die angeblich Fussgängerparadiesischen Favoriten- und Meidlingerhaupstrasse einkaufen? Die sollten genau nach deinem Geschmack funktionieren, oder? Aber lass die anderen, die kein Problem mit der Urbanität haben, weiterhin die Mariahilferstrasse so wie sie ist benutzen.
Warum müssten ALLE Einkaufsstrassen in Wien nach Geschmack der 10% Wähler gestaltet werden??

Der Graben und die Kärntnerstr. funktionieren aber auch bestens trotz oder wegen der Fuzo.

wie kommst du auf 10%?

deine ansicht ist weltfremd oder egomanisch, beides bedenklich

Eine Frage:

Wohnst du an der Mariahilfer Str.?

"weltfremd oder egomanisch, beides bedenklich..."

10% haben die grünInnen in wien gewählt und nicht einmal die alle wollen eine verkehrstote mariahilferstrasse, besonder die, die von der verschärfung der verkehrslage in der umgebung unmittelbar betroffenen würden.

noch einmal zur frage: warum sollten alle einkaufsstrassen in wien nach deinem geschmack umgebaut werde und keine darf so bleiben wie die mehrheit das will?

Den Nörglern zum trotz-FUZO statt Dauerstau für Alle!

Ich fahre mit dem Rad oder gehe täglich durch die MAHÜ. Was mir auffällt sind stauende und schiebende Passanten, auf überfüllten tlw. viel zu schmalen Gehsteigen. Auf der Fahrbahn herrscht Dauerstau, als Radfahrer muss man stets aufpassen, nicht mit 20 cm Abstand überholt zu werden.

Mir macht das jedenfalls keinen Spass. Verbesserung scheint möglich....

wenn sie offensichtlich nichts zu transportieren haben, warum fahren sie überhaupt mit dem Rad durch die Mahü und nicht mit den Öffis? Gassifahren ins Gewimmel um sich dann aufregen zu können?

Und dann willst du eine Fuzo?

Leicht möglich nämlich, dass in dieser Radfahren NICHT erlaubt ist (siehe City).

Dann schiebst DU ...

Die naheliegendste Variante wird unterschlagen:
die Gehsteige von Gerümpel zu befreien (Schanigärten mit Glaswänden verhindern das Queren der Straße), Plakatständer, Warenaufsteller, pseudoauthentische Bauernstandln und Karottensaftbuden)
Wenn man dann noch auf Architekt Auböck hört - der wünschts sich die Schaltkästen unter die Erde, wo sie hingehören!
... streicht man all das von der Oberfläche gibt es - oh Wunder - genug Platz für Fußgänger!

Schafft man mehr Platz für Fußgänger, heißt das gleichezeitig mehr Platz für Wirtschaftstreibende und am Ende wieder weniger Platz für Fußgänger.
Und die Radfahrer sollen sich dazu im Schritttempo bewegen. Dass ist fortschrittliche Planung?

Sowohl die Anrainer wie auch die Kunden der Mariahilferstraße haben ein Recht darauf, Straßen-Cafe´s etc benützen zu können!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 319
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.