Aus 120 Behörden werden elf

17. November 2011, 18:33

Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit startet 2014

Staatssekretär Josef Ostermayer sieht die Reform der Polzeibehörden in einer Reihe von verwaltungsreformatorischen Prozessen wie etwa der Verwaltungsgerichtsbarkeit und dem Bundesamt für Asyl und Migration (BAM). "Dass das Zusammenführen von Parallelstrukturen langfristig mit einer Kostenersparnis einhergeht, ist sicherlich im Sinne der Sache, wie auch der politisch Verantwortlichen und der Steuerzahler", sagt Ostermayer.

Nach der Einigung zwischen Regierung und Bundesländern von Ende Oktober sollen rund 120 weisungsfrei gestellte Berufungssenate und Sonderbehörden aufgelöst, dafür neun "Verwaltungsgerichte der Länder" und auf Bundesebene zwei Verwaltungsgerichte errichtet werden. Im "Verwaltungsgericht des Bundes" sollen mehrere Behörden zusammengeführt werden, der Asylgerichtshof soll ausgebaut werden und in dem neuen Gericht aufgehen. Der Unabhängige Finanzsenat soll zum "Verwaltungsgericht des Bundes für Finanzen" werden. Die dabei zuletzt offenen Kostenfragen wurden dadurch gelöst, dass die Länder für die drei vereinbarten Projekte bis 2014 jährlich 20 Millionen Euro vom Bund bekommen.

Ostermayer sieht in der Neustrukturierung der Verwaltungsgerichtsbarkeit "die größte Reform des Rechtsschutzes seit Bestehen der österreichischen Bundesverfassung". Die neue Struktur bringe raschere Verfahren und schlankere Strukturen, da aus über 120 Sonderbehörden elf Gerichte mit einer umfassenden Zuständigkeit entstehen und es demnach keine neuen Sonderbehörden mehr brauche.

Die Verwaltungsgerichtsbarkeit soll laut Ostermayer möglichst kostenneutral gestaltet werden, der positive volkswirtschaftliche Effekt sei beträchtlich. Die Reform soll 2014 einheitlich in Bund und Länder operativ starten. Auch der Startschuss für das Bundesamt für Asyl und Migration soll 2014 erfolgen. (völ, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2011)

theEdge
 
23
17.11.2011, 21:02
"Im Sinne der Steuerzahler"

In deren Sinne mag es schon sein, aber ist es auch im Sinne eines mündigen (und freien) Bürgers?

pr re
01
18.11.2011, 10:56

zentrale alltagsfragen:
wie bürgerfreundlich ist, die wege zum amt zu verlängern? wie demokratiegefährdend wirkt sich aus, den zugang zu erschweren?
der staat entfernt sich.
Ihre bedenken zu zentralisierung teile ich.

der begriff rationalisierung sollte wieder häufiger
als 'vermeintliche Logik' (in folgendem zusammenhang) verstanden und verwendet werden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rati... hologie%29

Tino1967
 
00
17.11.2011, 21:12
Bitte um eine genauere Erläuterung

Ihrer Bedenken, derzeit kann ich mir darunter nichts vorstellen!

theEdge
 
15
17.11.2011, 21:35
Damit meine ich, dass aus finanzieller Sicht nichts gegen die Reformen einzuwenden ist, sondern, ganz im Gegenteil, sie nur begrüßt werden können. Es ist jedoch meiner Meinung nach bedenklich,

wenn die Polizei aus der zivilen Verwaltung langsam herausgelöst wird, die Exekutivgewalt sich in einem Ministerium ansammelt, die Gerichtbarkeit zunehmend zentralisiert (und damit leichter kontrollier- und beeinflussbar) wird und das ganze auch noch ohne entsprechende Mitsprache anderer wichtiger Demokratiemitglieder entschieden wird.

In Anbetracht der (beinahe erschreckenden) Parallelen zu den Sicherheitsdirektionen im Austrofaschismus und der (möglicherweise nur unglücklichen) Namenswahl der "Sicherheitspolizei" im Nationalsozialismus (ich weiß, gewagt, gewagt, es überhaupt auszusprechen) aber, leuten bei mir langsam die Glocken.

"Wehret den Anfängen"
"Wer in einer Demokratie schläft, ..."
"Wer Freiheit gegen Sicherheit tauscht, ..."

Schottermizzi
00
19.11.2011, 00:06
Austrofaschismus

Die SPÖ führt selbst den Austrofaschismus wieder ein und will uns das als Erfolg verkaufen. Sie wissen nicht, was sie tun!!!

Tino1967
 
34
17.11.2011, 20:59
"die größte Reform des Rechtsschutzes seit Bestehen der österreichischen Bundesverfassung"

Das ist in dieem Fall ausnahmsweise einmal kein hohles, übertriebenes Politikergeschwätz, sondern entspricht den Tatsachen und ist endlich Mal eine Reform die den Namen auch verdient und zu begrüßen ist.

Stoascheißakoal
00
18.11.2011, 08:38

Man kann nur sagen: Hoffentlich *holzklopf*

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