Umstrukturierung

Verwaltungsreform startet bei Polizei

17. November 2011, 19:33
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    Die Struktur in den Bundesländern und eine Chronologie der Polizei in Österreich.

Aus 31 Polizeibehörden werden neun - Zehn Millionen Euro soll das einsparen - die gleich wieder für die Polizei ausgegeben werden

Polizeireformen scheinen ein Hobby im Innenministerium zu sein. Seit Ernst Strasser (ÖVP) hat die jeweilige Ressortspitze immer zumindest ein paar Schrauben am Exekutivmotor verstellt. Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will nun den ganz großen Wurf wagen - mithilfe des Regierungspartners SPÖ und der Opposition.

Der Plan ist radikal. Aus den derzeit in den Ländern existierenden 31 Sicherheitsdirektionen, Landespolizeikommanden und Bundespolizeidirektionen sollen neun Landespolizeidirektionen werden. Das Ziel der Abmagerungskur soll eine schlankere Verwaltung werden, beteuern am Donnerstag Mikl-Leitner und Staatssekretär Josef Ostermayer einhellig bei der Präsentation des Konzeptes. Und Geld solle es sparen: "Es geht darum, dass unsere Kinder keinen Rucksack angeschnallt bekommen, den sie in Zukunft nicht mehr tragen können", skizzierte die Innenministern ihren Beweggrund.

Dem Ostermayer zustimmt. Die Reform sei einhellig ausgehandelt worden und damit ein Beispiel guter Zusammenarbeit. Allerdings: Von den Verhandlungen wusste fast niemand. "Wir haben am Dienstag die Information bekommen, dass es am Donnerstag eine Pressekonferenz gibt. Mehr als die Presseunterlagen habe ich auch nicht", sagt beispielsweise Hermann Greylinger, roter Chef der Polizeigewerkschaft. Grundsätzlich sei er aber nicht gegen den Plan.

Auch einige der ursächlich betroffenen derzeitigen Polizeichefs wussten nichts von den Gesprächen in der Arbeitsgruppe. Und Christian Horner, Landesgeschäftsführer der SP Oberösterreich und ehemaliger Polizist, schäumt im Standard-Gespräch: "Es hat innerhalb der SPÖ keine demokratische Willensbildung gegeben." Andere SPÖ-Landesparteien sind positiv eingestellt, beispielsweise Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

Umsetzung im Herbst 2012

Mikl-Leitner und Ostermayer versuchen Transparenz-Bedenken zu zerstreuen. Es würden alle Betroffenen in die kommenden Planungen einbezogen. Vier Arbeitsgruppen soll es geben, die bis zum nächsten Sommer die Details ausarbeiten sollen. Im Herbst soll die geschrumpfte Führungsstruktur dann starten.

Was allerdings noch von einer Kleinigkeit abhängt: Da die Verfassung geändert werden muss, ist die Zustimmung von mindestens einer Oppositionspartei notwendig. Was aber wahrscheinlich ist, wie ein Rundruf ergibt.

"Wir sind grundsätzlich für eine Verwaltungsreform. Auch wenn ich die Details nicht kenne, habe ich das Gefühl, dass es ein richtiger Schritt in die richtige Richtung ist", sagt FPÖ-Beamtensprecher Werner Herbert.

Für den Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz kann man darüber verhandeln, der Preis für die Zustimmung sei aber eine Reform der Kriminalpolizei in den Städten. Peter Westenthaler vom BZÖ schließlich bewertet den Plan als "grundsätzlich positiv". Man werde aber die notwendige Ausschreibung der neun neuen Chefposten "sehr genau beobachten".

Bei den betroffenen Beamten ist die Reaktion zwiespältig. "Wie soll es einem gehen, wenn der eigene Posten abgeschafft wird?", fragt einer. Andere Führungsfiguren unterstützen die Idee und halten die Konzentration der Behörden für vernünftig.

400 Beamte sollen durch die Zusammenlegung in der Führungsebene eingespart werden, schätzt Mikl-Leitner. Was eine Einsparung von acht bis zehn Millionen Euro bringen soll. Ob die zur Erleichterung des Kinderrucksacks, also Schuldenabbau, verwendet wird? "Nein, es wird wieder in die Polizei investiert." Wo dann der Einsparungseffekt bleibe, wird nicht so klar. Ebenso unklar ist auch noch, auf welche Posten die derzeitigen Polizeichefs versetzt werden sollen, wenn es nur noch neun statt 32 Stellen gibt.

Dass die SPÖ die Strasser'sche Polizeireform damals verdammt hat, bestreitet Ostermayer übrigens mittlerweile. Man habe nur kritisiert, dass der nunmehrige Reformschritt damals nicht gekommen sei. (Michael Möseneder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 153
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Jukebox
00
18.11.2011, 14:46

Was hat eigentlich Medienstaatssekretärs-Wurschtl mit der Reform der Sicherheitsbehörden zu tun?

Staatsfreind Nr.1
00
18.11.2011, 10:41
Mikl-Leitner´s und Ostermeyer´s

Bauchpinselei für Dummbürger!

Ein Verwaltungsapparat vor dem sie sich wenig fürchten

Staatsfreind Nr.1
00
18.11.2011, 10:38
mich interessiert vielmehr : Wo und wieviele Ministerialbeamte abgebaut werden?

Jene Beamte die sich durch jahrzehntelange Routine als Unabkömmlinge derart festsetzten, dass Sie zu wirklichen fast absolutistischen Problemen geworden sind.

Das sind wahre ernstzunehmende Reaktionäre.

andreas-s
Andi Sator
 
00
18.11.2011, 10:33
Too late to apologize

So sinnvoll die Reformen auch sind, kurzfristig hilft das Österreich wenig. Zu lange hat man sich Zeit gelassen und zu abhängig ist man von der Weltwirtschaft.

Österreich kann an seiner angespannten Lage derzeit in etwa so viel ändern wie eine Ameise, auf der es sich gerade ein Bär bequem gemacht hat.

Mehr dazu hier: http://zuwi.at/themen/eu... en-beinen/

TRockenmilch
00
18.11.2011, 10:01

da fallen 23 (!!) einzelne budgets weg und man kann nur 10 mio sparen??

da gehts wohl eher um eine einzementierung der faktischen machtzentralisierung als um echte sparmaßnahmen. :/

rudi rednose
00
18.11.2011, 10:00
Die hätten auch schreiben können 1 Mrd. Einsparungen

durch Reform. Wenn sie es am anderen Ende wieder ausgeben ohne zumindest langfristig von tatsächlichen Ersparnissen zu sprechen, dann komme ich mir einmal mehr "verar****" vor und sonst nichts.

Roter Baron
00
18.11.2011, 09:55
hieeeeelfe eine reform

aber diese reform
die ist es es jetzt
die bringts gaaaaanz sicher......

roter baron

Erwin Wolfram
00
18.11.2011, 09:48
uebersetzung

die anzeigen wegen problemen bei der polizei uebersteigen die 1000er grenze, daher muss man sie wegrestrukturieren.

Kein Kommentar
00
18.11.2011, 09:46
Gute Sache, die jetzt auch implementiert werden muss!!!!

Ah, es geht ja doch!!!!!!

Auch wenn die Einsparung ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Was unsere Regierung nicht alles könnte, wenn sie wollte....

Nun muss die volle Aufmerksamkeit der Umsetzung gelten, den Österreich ist voller Gusenbauer'scher Suderer...........

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
02
18.11.2011, 09:44
Diese heuchlerischen, schmalspurigen Erklärungen sind wirklich übel.

Da geht es gar nicht um Einsparungen, da geht es um Machtzentralisierung und bessere Lenkbarkeit des Apparates.

Vielfalt bzw. eine gefächerte Verteilung der Macht ist immer im Sinne der Demokratie. Viel Irrationales und Machttendenzen puffern sich dadurch von selbst ab.

Wenn man hingegen nur einem Bundeskommandanten die Macht gibt und dieser nach oben weisungsverpflichtet ist, dann ist das demokratische Sicherheitsnetz der Willensbildung ausgehebelt. Und genau das ist die Absicht der ÖVP.

Was momentan - in Kombination mit Bürgerüberwachung - stattfindet, ist nichts anderes als Demokratieabbau par excellance.
Der Wähler wird sich's für die nächste Wahl merken.

wirklich unglaublich
02
18.11.2011, 09:55
aber wenn mensch es von außen betrachtet, dann mag es subjektiv richti sein.

wenn es aber von innen betrachtet wird, dann stellt sich heraus, dass es bereits so ist. die wichtigsten schalthebeln sind von schwarz besetzt, es gibt kaum bis keine führungsperson anderen coleurs, die strasservasallen sind überall präsent und nach wie vor an sagenden und anschaffenden stellen, die kompetenz hat sich auf quereinsteigende manager verlagert, die von der tatsächlichen tätigkeit null ahnung haben. statistiken werden zur beruhigung der bevölkerung geschönt etc. etc.

strasser hat die exekutive zum zwecke der verfolgung seiner eigenen ziele in grund und boden gefahren, häuptlinge geschaffen, die der kompetenz nach maximal papierhalter sein dürften und mit laptops ängste geschaffen, dass die sogar das papier fallen lassen....

Der Neugierige
01
18.11.2011, 15:03

der kleine Trost ist, dass es die ÖVP vielleicht nach der nächsten Wahl gar nicht mehr gibt...

ob es dann besser wird...?

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
00
18.11.2011, 15:10
Ich fürchte die ÖVP hat ihr böses Werk bereits getan: die Schienen für eine postdemokratische Bürgerüberwachungswelt zu legen.

Auch wenn sie jetzt vor allen bei den jungen Menschen unten durch ist. Wir haben zu lange gebraucht, um zu erkennen, wohin der Zug geht.
Dennoch, man darf wohl nie sagen, dass es zu spät ist. Engagement ist heute umso wichtiger denn je.

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
00
18.11.2011, 10:09

Im Prinzip findet das Gleiche zeitverzögert bei uns statt:
http://www.jungewelt.de/2011/11-18/025.php

(www.nachdenkseiten.de)

wirklich unglaublich
00
18.11.2011, 09:36
aber es ist ein schritt in die richtige richtung.

es ist nur zu befürchten, dass auch hier jahrelang reformiert wird, ohne wirklich zu einem vernünftigen ergebnis zu kommen.

strasser hat es vorerxerziert: die personalvertretung faktisch abgeschaltet, lebens- und berufslaufbahnen von vielen menschen zerstört, seine buberln und mäderln ohne viel fachwissen auf höchste stellen gehievt und in menschenverachtender weise mitarbeiterinnen, die es wagten, so manchen schritt zu kritisieren, ins nirvana befördert.

nebenbei hat er millionen aus dem fenster geschmissen, mietautos, funk, neue uniform etc. (die kolportierten 30 mille als funkabschlagszahlung sind ein bisserl zu wenig geschätzt).

mensch kann nur hoffen, dass bald ruhe einkehrt, denn mehr als 10 jahre reform sind genug.

bloody-nine
 
11
18.11.2011, 09:30
offensichtlich muss dafür gesorgt werden

dass die wenigen kommandoposten zuverlässig mit stramm-loyalen handlangern besetzt sind. am end könnt sonst noch wer auf die wahnsinnsidee kommen, im gefolge von deutschland die rechtsextreme szene in österreich und ihre vernetzung bis in höchste politik- und wirtschaftskreise inklusive unterwanderung von polizei und justiz genauer zu untersuchen.

lagrangian
01
18.11.2011, 09:37

das ist ein neuer höhepunkt deiner horrorphantasiewelt... gruselig was in deinem schädel vorgeht.

bloody-nine
 
11
18.11.2011, 09:44
yo, dude!

ich hab dich im kurzpark-gebühren-thread vermisst! hat dich die hausbesetzung so fertiggemacht dass du keine zeit mehr für dein autothema hattest?

lagrangian
00
18.11.2011, 10:24

ich hatte keine lust wieder gegen die wand der ignoranz und hirnwäsche anzureden.

meinrad
00
19.11.2011, 16:44

dann hau doch einfach den spiegel raus.

lagrangian
00
20.11.2011, 09:37

Was sollte ich dagegen haben, dass du dich im Spiegel betrachtest?

LT81
00
18.11.2011, 11:14

in sachen ignoranz sind sie allerdings ganz vorne mit dabei...

lagrangian
00
18.11.2011, 11:41

stimmt, ich bin immer ganz vorn dabei, wenn's darum geht gegen die ignoranz zu schreiben.

more ideas
 
00
18.11.2011, 09:18
400 Beamte verdienen sammt Buero nur

8-10 Mio €.

das ist aber guenstig:

20.000 bis 25.000 €

eine echte Okkasion

sufei
00
18.11.2011, 09:17
Ach wie gut, dass niemand weiss...

Leben wir eigentlich noch in einer Demokratie oder schon in einer Diktatur?

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