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Jakob Auer: Wir Bauern fühlen uns nicht benachteiligt - damit das klar ist.
Standard: Noch bevor Sie Bauernbund-Chef waren, wurde Ihnen Interesse an der Nachfolge Christian Konrads als Raiffeisen-Generalanwalt nachgesagt. Ist das vom Tisch?
Auer: Das ist absolut vom Tisch. Ich bin ja kein Känguru, das von einer Position zur anderen herumhüpft.
Standard: Nun haben Sie aber mit zehn Nebenfunktionen die meisten Nebenjobs aller VP-Abgeordneten.
Auer: Das belustigt mich. Denn wenn man Funktionen, die im Rahmen von Raiffeisen Sektoraufgaben sind, als Nebenjobs bezeichnet, dann wäre das dasselbe, wie wenn ich einen Bürgermeister vorhalten würde, dass er Parteimitglied, Mitglied der Bürgermeisterkonferenz usw. ist.
Standard: Wie sehen Sie die Ablöse Ihres Vorgängers, Fritz Grillitsch, beim Bauernbund? Grillitsch hat ja gesagt, dass er politisch abgesägt wurde.
Auer: Das hat er mir nicht so gesagt. Es geht ihm nicht besonders gut, wird auf Kur gehen. Natürlich hätte ich mir persönlich gewünscht, wenn die Ablöse nicht so ad hoc passiert wäre und dass man einen längeren Zeitraum für einen Übergang gehabt hätten. Für mich war das auch alles überraschend. Die Aufgabe, die ich da übertragen bekommen habe, mache ich gerne - aber ich habe nicht viel Zeit gehabt zum Nachdenken.
Standard: Das heißt, sie würden den deutschen Buchautor Thilo Sarrazin nicht einladen? Diese Einladung hatte ja Kritik innerhalb der ÖVP ausgelöst, da bei der Veranstaltung auch Bühne für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geboten wurde.
Auer: Ja, ich würde Thilo Sarrazin nicht einladen.
Standard: Die Telekom Austria hat dem Forum Land, einer Organisation des Bauernbunds, über einen Zeitraum von sieben Jahren eine Million Euro an Sponsorgelder gezahlt. Werden Sie derartige Deals durchleuchten?
Auer: Ja. Ich werde mir solche Vereinbarungen genau ansehen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass das Forum Land eine eigene Rechtspersönlichkeit ist und der Präsident vom Forum Land ist weiterhin Fritz Grillitsch. Ich habe dort keine Funktion - mehr kann ich dazu noch nicht sagen.
Standard: Wollen Sie beim Bauernbund etwas verändern?
Auer: Ja, auf alle Fälle, und zwar die Kommunikation. Ich habe das Gefühl gehabt, dass zuletzt zwischen Bauernbund, Landwirtschaftsministerium, agrarischem Klub im Parlament die Kommunikation nicht mehr richtig lief. Ich halte es so, dass man zuerst die Dinge ausverhandelt und dann geschlossen nach außen auftritt.
Standard: Nun gab es aber doch im Bauernbund eine Reform mit dem Ziel der Modernisierung. Hat diese Reform nichts gebracht?
Auer: Doch. Die Öffnung des Bauernbundes hin zur Bevölkerung im ländlichen Raum ist sehr wohl gelungen.
Standard: Wie sehen Sie die Stellung des Bauernbunds im Rahmen der VP-Bünde?
Auer: Ebenbürtig. Wir Bauern fühlen uns nicht benachteiligt - damit das klar ist. Außerdem wissen wir uns zu artikulieren.
Standard: Sie sind selbst Schweinehalter. Die Schweinebauern wehren sich schon des Längeren gegen ein Verbot von Kastenstandshaltung. Warum ist die Ablehnung einer artgerechteren Haltung gegenüber so vehement? Da muss ja anscheinend der Verfassungsgerichtshof bemüht werden, damit es zu einer Einigung zwischen Tierschützern, Gesundheitsminister und Bauern kommt.
Auer: Kastenstandshaltung bei der Muttersau (es ist dies eine Art genormter Käfig, Anm.) ist nicht mehr erlaubt und kommt nur in gewissen Trächtigkeitsphasen vor. Worum es geht, sind die Abferkelungsbuchten, und an diesen müssen Züchter festhalten dürfen. Es würden sonst 600.000 Ferkel im Jahr erdrückt werden, ein Schaden, den die kleinen Mastbetriebe in Österreich nicht aushalten würden. Der Vorschlag nun ist, dass die Muttersau-Haltung in Kastenständen bzw. Abferkelungsbuchten von 155 Tagen im Jahr auf unter hundert Tage zurückgenommen wird.
Standard: Aber in anderen EU-Ländern geht es doch auch.
Auer: In Schweden ist die Schweinefleisch-Erzeugung so unrentabel geworden, dass nur 60 Prozent des Eigenbedarfs erzeugt wird. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.11.2011)
Jakob Auer (63) ist gebürtiger Tiroler und startete seine politische Karriere als Bürgermeister von Fischlham, OÖ, wo er einen Schweinemastbetrieb führt. Er ist seit 1983 VP-Abgeordneter im Nationalrat, seit 2004 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Raiffeisenlandesbank OÖ und Generalanwalt-Vize von Raiffeisen.
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Von bestimmten ÖVP-Funktionären kommend, ist das, eventuell, feig. Aber es ist nicht feige, zu sagen, man will Menschen, deren Anschauuungen, Einstellungen, Geistes- und Herzensbildung man nichts abgewinnen kann - die aber dafür wiederum zu feige sind, um in der Öffentlichkeit anständig Rede und Antwort zu stehen, sondern sich auf Stehphrasen und Sprechblasen und als Tatsachen aufgemotzte Gerüchte zurückzuziehen pflegen -
keine Bühne bieten.
"Kastenstandshaltung bei der Muttersau (es ist dies eine Art genormter Käfig, Anm.) ist nicht mehr erlaubt und kommt nur in gewissen Trächtigkeitsphasen vor".
... und dann denke ich über Auers Aussagen nach ...
Worum es geht, sind die Parteikader-Rekrutierungsbuchten, und an diesen müssen wir Bonzen festhalten dürfen. Es würden sonst 600.000 Parteimitglieder im Jahr "geistig erdrückt" werden, ein Schaden, den die Landesparteien in Österreich nicht aushalten würden.
Der Vorschlag nun ist, dass die Abgeordneten-Haltung in Kastenständen bzw. Abstimmungsbuchten von 155 Tagen im Jahr auf unter hundert Tage zurückgenommen wird.
Ja, ja, an der Verbesserung des Parlamentarismus muss man arbeiten dürfen.
warum soll man in einer demokratie (ich weiss schon, dass die veröffentlichte meinung hier manipulativ unterwegs ist), herrn sarrazin nicht einladen?
auch wenn es unangenehm ist und scheinbar nach 40 jahren verheerender zuwanderungspolitik (in den sozialstaat) immer noch geleugnet wird: sarrazin hat nichts anderes gemacht, als aus belegten statistiken zitiert.
es kann sich aber jeder einmal in den wiener gemeindebauten eine woche einmieten und sich die zustände live anschauen!
Es gibt ganz andere Statistiken und Studien.
Und an der Sprache, die er verwendet, fällt euch wohl gar nichts auf.
Leider lesen die Leute ja nichts anderes als die Krone, was vieles erklärt. Sie sind überdies völlig lernunwillig.
In ein Gemeindebau kann ich mich nicht einmieten. Dort sind nämlich seit einigen Jahren nur Familien (also Paare mit KINDERN) anspruchsberechtigt, die vorher aus finanziellen Gründen in sehr beengten Verhältnissen lebten. Es ist nun so, dass das der Gemeindebauadel nicht verstehen will: der g'standene Österricher, der dort seit Jahrzehnten allein oder zu zweit lebt.
Empirisch? Aha. Und gar Tatsachen! Hier wird eine Realität behauptet, die jeder Ursachenforschung aus dem Wege geht.
Mit Statistiken und Studien, bzw. mit zulässigen Schlüssen daraus, aber auch mit der Objektivität seiner Begriffsfindung, mit Orientierung an der Wissenschaft, hat Sarrazin halt ein bisserl sehr gegeizt.
Aber "es sind alles Tatsachen", ja ja.
Rechtsextreme und Neonazis mögen ihn sehr: Das Konterfei von Thilo Sarrazin ergänzt mit "Sarrazination" findet sich bei den Herren-T-Shirts .... Pardon: T-Hemden natürlich
Die Szene erkennt die Botschaft sofort: "Ausländer raus". Ein Dauerthema.
"Killer Döner nach Thüringer Art"
http://taz.de/Rechtsext... ch/!82164/
fast alle drehen sich um das lächerliche nebenthema sarrazin.
an alle, die diesen mann und seine thesen so gern diskutieren und ernst nehmen wollen:
kauft euch ein buch von erich v. däniken, haltet alles was da drin steht für diskussionswürdig. dann geht auf den nächsten astronomenkongress und macht euch dort lächerlich!
eigentlich doch ein känguru, das sich seinen beutel mit den vielen pöstchen (mehrheitlich bei raiffeisen) so gefüllt hat, dass es nicht mehr hüpfen kann.
dass jemand gleichzeitig die bauern vertritt und in diversen aufsichtsräten und organisationen des bäuerlichen abzockers raiffeisen sitzt, ist eine der österreichischen realsatiren.
und die wahlen im bauernbund bestätigen immer wieder, dass die dümmsten kälber ihren schlachter selber wählen.
Herr Grillitisch hat vollkommen richtig gehandelt. Es ist traurig, dass er seine für Europa so wesentlichen Gedanken nicht in einem größeren Forum und auch in Wien vortragen konnte. Ich hätte ihn sehr gerne gehört!
Dass anscheinend die Frauen aus der rechten Reichshälfte, insbesondere aus der FPÖ, beim Kinderkriegen richtig Gas geben wollen, damit Sarrazin seiner großen Vision folgen und ein Heer gegen die Ausländerflut aufstellen kann?
Außerdem könnte er mit diesem Heer ja auch den Feinden seiner Ex-Kollegen, den Bank- und Finanzbonzen, ordentlich Paroli bieten. Damit seinem Luxuseinkommen bei seinem gleichzeitigem Nichtstun nichts Böses passiert. Aber die FPÖ würde sowieso eine Verteidigungslinie für Sarrazin bilden. Auf den neuen Schutzpatron der Reichen, die FPÖ, ist da sicher ebenso auch Verlass.
Die Konzerne, die ganz sicher nicht zur Klientel der Linken gehören, nehmen den Bauern mit Niedrigstpreisen das Weiße aus den Augen.
Die schwarzen Genossenschaften, von denen viele Bauern abhängig sind, legen ebenfalls oft unglaubliche Niedrigstpreise fest. Wobei sie auch lt. Meinung der Bauern nicht selten oft auch willkürlich die Qualitätsgruppe der Bauernprodukte ändern, um weniger zahlen zu müssen.
Zudem müssen die Bauern im Gegenzug bei den schwarzen Genossenschaften u. dgl. Futtermittel, Saatgut, Pflanzenschutzmittel, Düngemittel u. dgl. kaufen, die sie aber keineswegs dann um ähnliche Niedrigstpreise bekommen, wie sie selbst für ihre Produkte von diesen Genossenschaften erhalten.
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