Roma im Kosovo

"Für uns gibt es hier kein Leben"

Reportage | Rosa Winkler-Hermaden, 25. November 2011, 10:08
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    Basri Hadri (51) und Xhihan (13) wollen wieder in Österreich leben.

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    In den engen Gassen der Roma-Siedlung in Gjakova spielen die Kinder und hacken Holz.

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    Warten auf den Schulbus. Xhihan besucht die 7. Klasse. Er spricht fließend Deutsch.

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    Als Roma werden die Hadris im Kosovo diskriminiert: "Alle verarschen uns und in der Schule wird man nicht gemocht."

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    Beim Abzug der serbischen Truppen im Jahr 1999 wurde die Altstadt Gjakovas zerstört, mittlerweile aber wieder aufgebaut.

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    Der Krieg hinterlässt noch heute seine Spuren. Laut Schätzungen sind bis zu 80 Prozent der Bewohner Gjakovas arbeitslos.

Die Familie Hadri lebte vier Jahre lang in Linz - Aus Österreich verwiesen, werden sie im Kosovo wie Menschen zweiter Klasse behandelt

Herr Hadri ist wütend. Er ist wütend auf Österreich, das Land, das er eigentlich so gerne hat. Der 51-jährige Mann mit grau-meliertem Haar hält die Arme verschränkt, seine Mundwinkel zeigen nach unten. Die Körpersprache signalisiert Abwehr, in seinen Augen blitzt aber auch die Neugier. Basri Hadri weigert sich Deutsch zu sprechen. Obwohl er die Fragen versteht, antwortet er nicht. Nach kurzem Zögern beginnt er albanisch zu reden und lässt seine Antworten ins Englische übersetzen.

Der Mann sitzt im Wohnzimmer des Hauses seines Bruders, in dem er mit seiner Familie lebt. Das Haus sieht von außen schäbig aus, drinnen ist es aber gemütlich. Im Wohnzimmer überdeckt ein Überwurf die abgenützten Stellen der Sitzbank. Der Laptop in der Ecke des Zimmers ist von einer Schutzhülle umgeben. Er ist der Anker der Roma-Familie ins frühere Leben in Österreich, das Leben, das sie so gerne weitergeführt hätte, und die einzige Möglichkeit, den Kontakt zu ehemaligen Helfern und Freunden aufrecht zu erhalten.

Vor eineinhalb Jahren sind die Hadris in den Kosovo in ihre Heimatstadt Gjakova zurückgekehrt. Die Stadt liegt die im Südwesten des Landes nahe der albanischen Grenze. 980 Kosovaren mussten Österreich im Jahr 2010 verlassen. 210 Personen sind abgeschoben worden, der Rest ist freiwillig zurückgekehrt, nachdem ihr Asylantrag negativ ausgefallen ist.

Gjakova hat 90.000 Einwohner und ist vom Krieg gezeichnet. Das Zentrum wurde wieder aufgebaut, aber je weiter man sich von der Stadtmitte entfernt, desto häufiger entdeckt man Häuser mit Einschusslöchern. Am Rande der Stadt befindet sich ein Viertel, in dem hauptsächlich Roma-Familien leben. Kinder spielen in den engen Gassen Fußball. Hier steht auch das Haus, in dem die Familie Hadri seit ihrer Rückkehr im April 2010 wohnt.

Im Krieg wurde alles zerstört

Vor seiner Flucht wurde der Familienvater im Kosovo von Nachbarn verfolgt, weil sie ihn verdächtigt hatten, Serben zu unterstützen. 2006 ist er mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Österreich gekommen. Die Entscheidung, seine Heimatstadt zu verlassen, ist ihm nicht leicht gefallen. Wenn man in Gjakova aufgewachsen ist, geht man nicht weg. Schon sein Großvater ist hier geboren worden.

Vor dem Krieg unterrichtete Hadri in einer Grundschule und baute nebenher einen Fachhandel für Elektrogeräte auf. Er beschäftigte drei Mitarbeiter. Den Hadris ging es gut. Im Krieg jedoch wurde alles gestohlen und zerstört. Das eigene Haus existiert heute nicht mehr.

Gute Schüler in Österreich

10.000 Euro hatte Hadri gespart. Mit diesem Geld konnte er die Flucht für die ganze Familie nach Österreich bezahlen. Die Hadris reisten mit Hilfe eines Schleppers illegal ins Land ein. Zuerst war die Familie, die um Asyl angesucht hat, im Erstaufnahmezentrum in St. Georgen untergebracht, bevor sie eine Wohnung in Linz bezogen hat. Die Kinder - heute 13, 15 und 19 Jahre alt - sind in Linz in die Schule gegangen. "Sie waren sehr gut in der Schule", sagt Hadri. "Sie haben die Sprache schnell gelernt." Hadri beginnt zu schwärmen, wenn er von Österreich spricht. Er bedankt sich bei den Lehrern, die seine Kinder unterstützt haben und bei den Ärzten und Krankenschwestern, die sich um seine Frau bemüht haben. Sie ist 2008 an Brustkrebs gestorben ist. Das Grab liegt in Österreich, am Friedhof St. Martin in Linz.

Was Hadri besonders an Österreich gefallen hat: "Gesetz ist Gesetz, alles ist klar geregelt. Man weiß, was Recht und Unrecht ist." Hadri senkt den Blick nach unten auf den Teppichboden. Auch die Gesetzeslage ist schuld daran, dass seine Familie 2010 - nachdem sie vier Jahre lang gut integriert in Österreich gelebt hat - das Land wieder verlassen musste. Österreich lehnte den Antrag der Familie Hadri auf Asyl ab, der Krieg war längst vorbei und der Kosovo zum Zeitpunkt der Flucht der Familie bereits unter der Aufsicht internationaler Organisationen.

Die Familie kehrte nach Gjakova zurück. In Linz, fast 1000 Kilometer entfernt, blieb das Grab der Mutter.

"Wir sind freiwillig gegangen", sagt Hadri. Die Flucht nach Österreich, die schwere Krankheit der Mutter und ihr Tod, das alles sei bereits sehr viel für die Kinder gewesen. Er wollte ihnen nicht zumuten, dass sie eine gewaltsame Abschiebung durch die Polizei erleben müssen.

Diskriminiert von Albanern

Heute fühlt sich die Familie Hadri wie ein Fremdkörper im eigenen Land. Die Hadris gehören der Minderheit der Roma an. "Die albanischen Leute mögen uns nicht. Für uns gibt es hier kein Leben. Niemand mag uns, niemand gibt uns Arbeit. Alle verarschen uns Roma und in der Schule wird man nicht gemocht." Die Familie lebt vom Geld des Bruders, der in Deutschland zu Hause ist und alle paar Monate eine Überweisung tätigt. 

Nach seiner Rückkehr arbeitete Herr Hadri für zwei Wochen als Busfahrer bei einer Firma. Als seine Arbeitgeber erfuhren, dass er Roma ist, hat Hadri seinen Job verloren.

Die österreichischen Behörden machen beim Asylverfahren dennoch keinen Unterschied, ob die Familien, die in den Kosovo zurückkehren müssen, Angehörige der Roma oder anderer Minderheiten sind. Damit konfrontiert antwortet ein Vertreter des Innenministeriums in Wien wie ein Sprechautomat: "Bei der Überprüfung der Asylanträge wird jeder Fall einzelfallbezogen unter Zugrundlegung der rechtlichen Bestimmungen geprüft. Eine Unterscheidung nach ethnischen Zugehörigkeiten erfolgt in keinem Fall."

Mehr Budget für Integration

Doch auch der Kosovo hat Nachholbedarf, wenn es darum geht, den Heimkehrern bei der Reintegration zu helfen. Zwar hat das Land seine Bemühungen seit vergangenem Jahr verstärkt, um Familien wie den Hadris ihr neues Leben in der alten Heimat leichter zu machen - das Budget wurde von jährlich 100.000 Euro auf 3,4 Millionen Euro erhöht - aber viele Maßnahmen kommen bei den Betroffenen nicht an. 

Von den aufgestockten Mitteln der Kosovo-Regierung haben die Hadris zum Beispiel noch nichts bemerkt. Immerhin haben sie eine Rückkehrhilfe in der Höhe von 1.140 Euro vom österreichischen Bundesasylamt erhalten. Die Hadris hatten aber nicht einmal genug Geld, um die Überführung der Leiche der Mutter zu bezahlen. Der Verein Menschenrechte in Linz sammelte zwar Spendengelder, 400 Euro fehlen aber heute noch, um den Transport zu ermöglichen.

Zumindest ihre Schulzeugnisse hatten die Kinder der Familie Hadri bei der Rückkehr dabei. Es dauerte auch nur wenige Monate bis zwei der drei Kinder wieder eine Schule besuchen konnten. Bei anderen Familien stellt das häufig ein Problem dar: sie kommen ohne Dokumente zurück und scheitern dann daran, einen Platz in der Schule zu bekommen. Drei Viertel der rückgekehrten Romakinder im schulpflichtigen Alter besuchen keine Schule.

Das will der Kosovo aber ändern. Der Zugang zu den Schulen soll vereinfacht, Nachhilfe-Kurse angeboten werden. Dokumente wie Schulzeugnisse sollen nachträglich leichter erhältlich sein und anerkannt werden.

Abschiebungen ohne Polizeigewalt

Die UNICEF, das Kinderhilfswerk der UNO, ist der Meinung, Österreich müsse noch mehr Kooperationen mit den Behörden im Kosovo eingehen. Kinder sollen nicht während des Schuljahres rückgeführt werden und Abschiebungen sollen ohne Polizeigewalt stattfinden.

Auch auf diese Forderungen angesprochen, antwortet der Sprecher des österreichischen Innenministeriums mit leeren Phrasen: "Auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern wird, so weit möglich, Rücksicht genommen. Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht in Schubhaft genommen werden."

Die Familie Hadri musste während des Schuljahres heimkehren.

Der Familienvater wird im Laufe des Besuchs etwas gesprächiger. Deutsche Wörter kommen ihm aber erst über die Lippen, als sein 13-jähriger Sohn Xhihan zu Mittag aus der Schule nachhause kommt. Xhihan spricht fließend Deutsch, nahezu ohne Akzent. Er und seine 15-jährige Schwester Emine besuchen in Gjakova eine Schule. Im Gegensatz zu Gylhane, 19, die in Österreich ein Jahr vor der Matura stand, im Kosovo ihre Ausbildung aber nicht fortsetzen konnte und jetzt Hausfrau ist.

Lieblingssender RTL

"Ich gehe in die siebente Klasse, das ist so wie die dritte Haupt", erzählt der Bub, dem das österreichische Schulsystem offensichtlich noch vertrauter ist als jenes im Kosovo. Er freut sich, Deutsch sprechen zu können. Xhihan telefoniert zwar via Internet mit ehemaligen Lehrern und Schulkollegen und schaut Serien auf seinem Lieblingssender RTL. Sonst hat er aber keine Möglichkeiten, die Sprachkenntnisse weiter anzuwenden.

Im Vorzimmer des Hauses hängt ein Familienfoto der Hadris. Es wurde aufgenommen, kurz bevor die Familie 2006 nach Österreich aufgebrochen ist. Vater Basri deutet auf das eingerahmte Bild, das eine Frau mit Kopftuch zeigt. "Meine Frau hat noch gelebt", sagt der Mann, der die Mutter seiner Kinder vermisst. Er klopft seinem Sohn auf die Schulter: "Da war er noch kleiner. Jetzt ist er groß."

Als die Familie in Österreich angekommen ist, war Xhihan acht Jahre alt. Sein Traum ist es, wieder nach Österreich zurückzukehren. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 25.11.2011)

Hintergrund: Was macht der Kosovo für seine Heimkehrer?

Der Kosovo ist das einzige Balkan-Land, dessen Bewohner ein Visum brauchen, wenn sie in ein EU-Land reisen wollen. Die EU-Kommission hat dem Land allerdings ein Ende der Visa-Pflicht in Aussicht gestellt, wenn es die Maßnahmen für die Reintegration abgeschobener und heimkehrender Familien intensiviert. Daraufhin beschloss die kosovarische Regierung im Mai 2011 eine neue Strategie zur Integration Rückgeführter. Ein Reintegrationsfonds wurde mit einem Budget von jährlich 3,4 Millionen Euro ausgestattet (bisher 100.000 Euro jährlich). Es wurden neue Verordnungen und Bestimmungen erlassen, die Ministerien, Bürgermeister, zuständige Beamte vor Ort und Schuldirektoren anwiesen, wie Rückgeführte aufzunehmen und zu unterstützen sind. In den Gemeinden wurden rund 190 für Rückkehrer zuständige Beamte ausgebildet.

Auf dem Papier gibt es zwar Maßnahmen für die Rückkehrer, laut UNICEF aber noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung.

Der Kosovo - einst eine serbische Provinz - hat die jüngste Bevölkerung in Europa, mehr als die Hälfte der Bewohner sind jünger als 25. Das Land hat knapp zwei Millionen Einwohner und ist von der Fläche her etwas kleiner als das Bundesland Oberösterreich. Während des Kosovo-Krieges Ende der 1990er-Jahre und auch noch danach sind viele Bewohner aus dem Land geflüchtet.

Im Februar 2008 rief der Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien aus. 85 der 193 UN-Mitgliedsstaaten erkennen die Republik Kosovo als unabhängig an. Das Durchschnittseinkommen lag 2010 bei rund 280 Euro pro Monat.

Dieser Artikel entstand im Rahmen eines Journalisten-Austauschprogrammes zwischen dem Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) und derStandard.at.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5
...10
10
5.12.2011, 09:11
unfassbar

diesen Leuten auch noch ein Forum zu bieten......

eigentlich ist dies ein schlag ins gesicht an alle standardleser(zahler)

http://radio-schwachsinn.blogspot.com
35
28.11.2011, 10:06
Bitte ein Feh......

und kein anderes!

gu75
11
29.11.2011, 09:58
Flucht???

aus einem freien Land? komisch....ist also einen illegale Einreise bereits eine "Flucht"?

Braunhuber
00
29.11.2011, 12:00
Ganz einfach, googeln genügt

Man muss nicht alles wissen. Zumeist genügt es zu wissen wo man es findet.

http://www.google.com/search?cl... 8&oe=UTF-8

WRN
314
28.11.2011, 07:22
Jaja...

Was der Mann mag: "Gesetz ist Gesetz, alles ist klar geregelt. Man weiß, was Recht und Unrecht ist."

Was der Mann getan hat: "Die Hadris reisten mit Hilfe eines Schleppers ILLEGAL ins Land ein."

Was tatsächlich Recht ist: "Österreich lehnte den Antrag der Familie Hadri auf Asyl ab, der Krieg war längst vorbei"

...also mag der gute Mann Recht nur wenn es ihm Notstandshilfe und Kindergeld sowie Rückkehrhilfe bringt?!?!?!

Was soll dieser Artikel? Soll der auf irgendwelche Tränendrüßen drücken? Soll der Mitgefühl auslösen?
JA! Nicht überall auf der Welt ist es so schön wie in Österreich...
JA! Auch woanders gibt es Diskriminierung
Aber damit muss man leben! Man kann nicht jedes Problem durch auswandern lösen!!!

wurm83
 
12
28.11.2011, 13:13
wenn man ihren artikel liest könnte man meinen

der mann hätte sich entweder:

gegen seine abschiebung gewehrt: hat er aber nicht

irgendwo behauptet die abschiebung wäre nicht gerecht: konnte ich nirgens lesen

oder sich sonstwie darüber beschwert???? ich kann nur lesen, dass er sehr trauig darüber ist, und das wird doch wohl erlaubt sein oder?

und zu ihrem resüme: "auch wo anders gibt es diskriminierung" alleine wenn sie so tun als wäre es in österreich besonders schlimm ABER wo anders gibts das auch...zeigt ihre absolut weltfremde einstellung

Elisa B
013
26.11.2011, 22:37
ungerecht?

schätzungsweise 3 Milliarden Menschen wollen in ein besseres Land auswandern!

wurm83
 
61
28.11.2011, 14:25
und hier hat man gleich das doppelargument!!

deshalb brauchen wir nämlich auch unsereren präsenzdienst...denn die 3 milliarden stehen ja schon nahezu vor der grenze...

und unsere heldenhaften österreichischen soldaten werden diese dann im kampf 1:1.000.000 abwehren!

--> ich hoffe drauf das "angst durch terror" system umzudrehen...vielleicht schaff ichs, dass die blaunen so viel angst bekommen, dass sie schon mal flüchten...bevors richtig los geht...hahahahaha

heinz strobl
 
21
27.11.2011, 23:00
wer hat da geschätzt ?

Strache und Volksgenossen ?

...10
01
5.12.2011, 09:13
v....t.....

I. O.
11
27.11.2011, 18:13
....und diese 3 milliarden Menschen stehen kurz davor

die Welt zu verändern.....

sonne-licht
 
27
26.11.2011, 20:33
zweierlei

der krieg ist vorbei was spricht dagegen das eigene haus/viertel wieder aufzubauen. umgekehrt müssten wir es auch tun

mit drei söhnen 13, 15 und 19 jahren hat er das glück auch drei kräftige mitarbeiter zu haben!

er glaubt doch wirklich nicht, dass es diskreminierungen am arbeitsplatz in österreich nicht gibt.

nur in österreich werden eben österreicher diskreminiert mit lohnkürzungen und immer mehr stress/druck mehrere arbeiten gleichzeitig zu erledigen.

irgendwie bei solchen artikeln wieder mehr respekt vor den menschen nach dem zweiten weltkrieg habe - die das land wieder aufbauten, nicht vor menschen die wut säen/blokieren, weil sie nicht mehr bekommen als sie ohne zu arbeiten in österreich bekamen (soziale unterstützung).

Severa
10
27.11.2011, 19:56

Achja: Ihr Argument, es habe ja 3 kräftige (?) Söhne: Hierzulande ginge ein Aufschrei der Empörung durchs Land, wenn man einen 13-jährigen Burschen zu derartiger Arbeit zwingen würde. Aber bei "denen" is das ja okay. Die kommen ja nicht von hier und daher gelten nicht die gleichen "Gesetze". Bei dem (wahrscheinlich unbewussten) Gedankengut, dass hier in einigen Posting mitschwingt, muss ich sehr darauf achten, meinen Mageninhalt zu behalten.

melli91
00
16.12.2011, 13:34
ich habe mit diesen ALter(13) auch schon geholfen!

Von Zwang war nicht die Rede, ich tat es freiwillig.

Chester R.
01
12.12.2011, 12:06

Und was ist Ihr Vorschlag? Jeder Kosovare, der Kinder in nicht arbeitsfähigem Alter hat, soll vom österreichischen Steuerzahler ein Haus geschenkt bekommen? Oder soll jeder "Flüchtling" aus jedem ehemaligen Kriegsgebiet dieser Welt in Österreich bleiben dürfen, anstatt sich seine Heimat selbst wieder aufzubauen?

Der gute Mann ist illegal und ohne Asylgrund nach Österreich eingereist. Was erwartet er sich?

Pierre d´Aubusson
02
3.12.2011, 00:11
Na, da werens Ihnen aber jetzt anspeibn, wenn ich Ihnen erzähl,

daß ich beim Haus meines Vaters genau sagen kann, wo ich am Fundament mitgegraben habe, ich kann auch sagen, daß ich jeden Ziegel getragen habe, daß ich jeden Kübel Beton mit meinem Gewicht in den ersten Stock befördert habe. Und da war ich nur a bisserl schwerer als so ein 10Liter-Kübel.
Und ich war stolz drauf.
Von einem 13-jährigen kann man heutzutage nixmehr verlangen? Genau von dem, weil der ja am längsten in dem Haus wohnen wird, odr?

Severa
51
27.11.2011, 19:51

Wenn man aktuelle Ereignisse in anderen Ländern mit vergangenen Ereignissen in diesem Land vergleichen will, sollte man zumindest über marginale Geschichtskenntnisse verfügen.
Sagt Ihnen der Marshallplan etwas?

khaleb
112
26.11.2011, 22:04
Sie haben überhauptnix wiederaufgebaut

Im überigen haben jene, die wiederaufgebaut haben, 1938 zu 99 % für Hitler gestimmt und tatkräftig beim Angriffskrieg und den geschichtsbekannten Verbrechen mitgeholofen.
Dann haben sie bis in die 90er des vorigen Jahrhunderts die Goschn ghaltn und geschwiegen. Dafür wurde die Lüge von Österreich als erstem Opfer in die Welt gesetzt.

Chester R.
01
12.12.2011, 12:09

Wenn Sie das ernst meinen, ist jede Diskussion mit Ihnen überflüssig.

die Großmutter
01
28.11.2011, 20:19

99%, und da glauben Sie an eine freie Wahl??? Absurd.

multivitamin saft
 
13
27.11.2011, 13:54

jaja, eine ganz demokratische wahl war das damals. freiwillig und ohne jede politische überwachung oder gar gefahr für leute die nein angekreuzt haben.
hier ein bild vom stimmzettel:
http://preview.tinyurl.com/n9axz6

wenn das einmal kein beweis ist, das das alkles mit rechten dingen zuging...

Der Chronist
01
28.11.2011, 09:00
Hitler war nervös, und auch Göring konnte es nicht erwarten, endlich mal zu zeigen, was Sache ist. Nach dem misslungenen Versuch 1934, als die Dollfuß-Ermordung nicht das gewünschte Ergebnis brachte, war Österreich eine heikle Sache - und wenn

Schuschnigg nicht so unfähig gewesen wäre, hätte die Sache für Hitler anders ausgesehn. Schuschnigg hat aber außer Kniefall vor Adel und Kirche nichts zustandeggebracht. Oh, falsch, doch: Das Standrecht hat er dem Dollfuß scheinlegitimiert. Aber außenpolitisch war er weniger als eine Null.

Wie gesagt, Hitler war nervös, es durfte nichts schiefgehen. Deshalb gabs die Volksabstimmung - sie war aber unnötig, weil tatsächlich die Meisten für den Anschluß waren, sie versprachen sich wirtschaftliche Vorteile, einen Aufschwung wie in Deutschland. Und Diktatur waren sie ohnehin gewöhnt, es konnte ja nur besser werden.

Der Heldenplatz-Film zeigt es unabweisbar - wer da noch behauptet, dass das kein Jubel war, ist weltfremd oder Revisionist.

die Großmutter
00
28.11.2011, 20:32

Wie viele Österreicher gab es und wie viele waren am Heldenplatz, viele verstanden unter Anschluß was anderes als da was dann gekommen ist.

khaleb
70
27.11.2011, 18:43
mein vater hat mir erzählt,

dass es im Dorf St.A. eine Nein-Stimme gab. Man hat gemunkelt, dass es der Pfarrer war, aber man konnte ihm nix nachweisen. In einem anderen Dorf, in L., gab es auch eine Gegenstimme. Das war verwunderlich, da alle offen abgestimmt hatten. Man hat den Schuldigen gefunden, aber letztendlich ist ihm nix passiert. Er hatte ganz offen mit Nein gestimmt, aber das war zunächst nicht aufgefallen.

Also ehrlich, wenn die Leute damals lieber freiwillig im Krieg verreckt sind als mit Nein zu stimmen kann man ihnen auch nicht helfen.Und wenn die abstimmung nicht fair war, wäre das umso mehr Grund gewesen, dagegenzustimmen.

Chester R.
01
12.12.2011, 13:29

Sie Großmaul möchte ich sehen, ob Sie mit "Nein" stimmen, wenn ein NS-Scherge hinter Ihnen steht, während Sie Ihr Kreuzerl machen. Aber im Abstand von 70 Jahren und sich moralisch überlegen wähnend lässt es sich immer besser darüber urteilen, wie sich andere hätten verhalten solllen.

Auch wenn Sie sich genau das Gegenteil verdienen würden, hoffe ich trotzdem, dass Sie niemals in so eine Lage geraten.

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