IAEA will Vize-Chef in Iran entsenden

17. November 2011, 15:48
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Mission soll zwecks Dialogführung in den Iran reisen - Japaner Amano verteidigt IAEA-Bericht

Wien - Die internationale Atomenergie-Agentur (IAEA bzw. IAEO) möchte in absehbarer Zeit eine Mission hochrangiger Experten in den Iran entsenden. Die Gruppe soll vom stellvertretenden IAEA-Generaldirektor, Herman Nackaerts, angeführt werden und das Atomwaffenprogramm des Iran zum Thema haben. "Der Dialog ist auch im Interesse des Iran", betonte IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano bei einer Pressekonferenz am Rande eines Treffens des Gouverneursrats der UNO-Organisation am Donnerstag in Wien.

Amano: "Gespräche sind im Interesse des Iran"

Wann die Mission in den Iran reisen soll, war zunächst nicht klar. Amano sprach sich aber für baldige, "bedeutsame Gespräche" aus. Eine lange Verzögerung vor der Aufnahme des Dialogs wäre ihm zufolge "nicht angemessen". Gespräche wären auch im Interesse des Iran, betonte Amano.

Der Atombehördenchef verteidigte die Veröffentlichung eines Berichtes seines Hauses zu Monatsbeginn, in dem von "glaubwürdigen" Hinweisen für Bemühungen des Iran zur Entwicklung einer Atombombe die Rede war. "Nun, da wir diese Information haben, müssen wir sie der Welt geben." Amano begründete die Publikation auch mit seiner Herkunft aus Japan: "Ich bin aus dem Land, dass Hiroshima und Nagasaki (US-Atombombenabwürfe am Ende des Zweiten Weltkriegs, Anm.) erlebt hat."

IAEA-Bericht verteidigt: "Informationen relevant"

Vorwürfe, dass ein großer Teil der Informationen in dem IAEA-Bericht aus westlichen Geheimdienstquellen - vor allem von den USA und aus Israel - stammten, wies Amano zurück. "Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Informationen relevant sind." Ob es unter von westlichen Staaten an die IAEA übersandten Dokumenten bisher Fälschungen gegeben habe? "Meines Wissens nach nicht", erwiderte Amano.

Eine geplante Resolution des IAEA-Gouverneursrates, in der der Iran zur Kooperation aufgefordert werden soll, wollte Amano nicht kommentieren. "Es ist nicht meine Aufgabe, die Arbeit der Mitgliedsstaaten zu kommentieren." (APA)

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    IAEA-Chef Amano verteidigt den Bericht gegenüber Vorwürfen, dass er hauptsächlich aus westlichen Geheimdienstquellen gespeist sei.

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