Thema Start-up

Selbstständigkeit als Chance

Nina Brnada, 20. November 2011, 17:00
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    Foto: KulleKalle/www.pixelio.de

    Unternehmertum ist in der Regel positiv konnotiert und wird als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung bewertet.

Viele Jungunternehmer sind nicht älter als 40 Jahre, die meisten von ihnen Frauen und immer mehr Migranten

Welche Ursachen gibt es für Selbstständigkeit, was treibt Jungunternehmer an? Wenn sich Menschen selbstständig machen, dann steht an erster Stelle der Wunsch, sein eigener Chef zu sein. Der Wille, Verantwortung zu übernehmen, ist bei dieser Gruppe relativ hoch. Unternehmertum ist in der Regel positiv konnotiert und wird als Möglichkeit zur Selbstverwirklichung bewertet. So versprechen sich Gründer von Start-ups von ihrer Arbeitssituation vor allem mehr Freiheit sowie flexible Zeit- und Lebensplanung. Nur die wenigsten fühlen sich in die Selbstständigkeit gedrängt. 

Im Vorjahr wurden 37.125 Unternehmen landesweit gegründet - ein Viertel, also der Großteil davon, in Wien. Niederösterreich und Oberösterreich folgen, Vorarlberg ist bundesweit Schlusslicht. Insgesamt stellen Einzelunternehmen mit 80 Prozent die überwiegende Mehrheit dar. Die meisten neu gegründeten Betriebe haben zwar nicht mehr als fünf Mitarbeiter, in Summe aber schaffen sie viele neue Arbeitsplätze. So haben zum Beispiel voriges Jahr in Wien, zusätzlich zu den Jungunternehmern weitere 4.250 Personen in den neuen Unternehmen Arbeit gefunden.

Diese Ergebnisse stammen aus der Gründungsstatistik der Wirtschaftskammer aus dem Jahr 2010. Daraus geht ebenfalls hervor, dass die Sparte Gewerbe und Handwerk mit mehr als der Hälfte aller Neugründungen die wichtigste für Jungunternehmer ist. Danach folgen Handel und Information. Im selben Zeitraum gab es hingegen keinerlei Neugründungen im Bereich Banken und Versicherungen. 

Frauen und Migranten am Vormarsch

Das Alter der Jungunternehmer ist ebenfalls signifikant. Die Gründungsstatistik zeigt, dass ein Drittel aller Start-ups auf Initiativen von 30- bis 40-Jährigen zurückgeht. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: So sind Frauen bei Neugründungen, im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen des Erwerbslebens, sehr stark vertreten. Im Vorjahr etwa wurden über die Hälfte der neuen Unternehmen von Frauen gegründet - 1993 hingegen war es noch nicht einmal ein Drittel. 

Auch die Zahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund steigt. So haben etwa in Wien 2.900 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft Unternehmen gegründet - knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr. In Summe geht also ein Drittel aller Neugründungen in der Bundeshauptstadt auf Migranten zurück geht. Die Unternehmer kommen aus insgesamt 92 Ländern, die meisten aus Deutschland und Ländern aus Osteuropa. Bauhilfsgewerbe, Gebäudereinigung und Unternehmensberatung sind bei dieser Gruppe am attraktivsten. 

Start-ups schaffen neue Arbeitsplätze

Die wenigsten Gründer sind schon zu Beginn ihres Erwerbslebens selbstständig. Die meisten waren in der Regel vorher unselbstständig erwerbstätig, bevor sie ein Unternehmen gründen. Etwa 62 Prozent kommen aus Angestelltenverhältnissen, rund jeder zehnte war Beamter oder Verwaltungsbediensteter. Laut Wirtschaftskammer sind die drei ersten Jahre die wichtigsten für Jungunternehmer. So stellen im dritten Jahr zusammenfallende Voraus- und Nachzahlungen bei Sozialversicherungsbeiträgen oftmals ein Problem dar.

In den ersten drei Jahren geben zwei von zehn Start-ups auf. Nach fünf Jahren bleiben lediglich sieben über, sieben Jahre nach Gründung bleiben sechs von zehn über. Danach aber gibt es nur noch wenige, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen den Betrieb zusperren. (Nina Brnada, derStandard.at, 21.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 57
1 2
Befreier von Butter und Eier
02
1.12.2011, 16:54

Ist halt nur traurig, dass die Wirtschaftskammer auf die kleinen Selbstständigen pfeift.

Aha103
01
28.11.2011, 15:24
Selbststaendig

weil ich keinen Job kriegen konnte.
Gluecklich weil ich jetzt mein eigener Chef bin

Bertel Mann
01
25.11.2011, 21:33
Bauhilfsgewerbe und Gebäudereinigung

Klar - so ein Pseudoselbständiger ist natürlich wesentlich billiger als ein gemeldeter Arbeitnehmer.
So wie die tollen selbständigen Zeitungsverkäufer.

praterstern
00
23.11.2011, 12:48
SVA Flashmob vor dem Wirtschaftsparlament

SVA Flashmob vor dem Wirtschaftsparlament
Dienstag, 29. November · 14:30 - 17:30
Stubenring 8-10, Wien

Liebe Leser, an besagtem Dienstag stimmt das Wirtschaftsparlament über einen ersten Reformantrag der SVA ab.

Damit das Ganze ein bißchen Pfeffer bekommt, bitte wir alle SVA Aktivisten zum Stelldichein an den Stubenring. Bitte bringt Spagat mit und viele Zettel, damit wir uns ein soziales Netz basteln können.

Wenn Sie mehr erfahren möchten:
http://www.facebook.com/event.php... 8177534993
Amici Delle SVA ist eine überparteiliche Plattform
die sich für Reformen der SVA einsetzt.
Die Gruppe hat bereits 2.184 Mitglieder und wächst
stetig.

panic
02
22.11.2011, 06:26
Meine Güte...

Wer sich selbständig macht muss schon auch eine Aussicht haben damit erfolgreich zu sein. Sonst wirds natürlich nix.

Ich weiß nicht warum hier so viele Selbständigkeit schwarz malen. Schon mal probiert? Schon mal Personal- und Kostenverantwortung gehabt? Auch als "Intrapreneur" kann man sich bzw. seinen Arbeitgeber in die Kreide wirtschaften. Also ja keine Verantwortung übernehmen!

Jedenfalls wünsche ich weiterhin viel Spaß im Angestelltenverhältnis - ich gestalte meine Zukunft trotzdem weiterhin selbst!

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
00
23.11.2011, 16:59

Niemand malt hier die Selbständigkeit schwarz - es ist peinlich und billig, sich so ein bisserl selbst profilieren zu wollen.

Lesen Sie ein bisserl Rothbard. Und lernen Sie, was Korporatismus, Staats- und Klüngelkapitalismus ist. Auch Österreich ist davon nicht ausgenommen.

Post(er)
00
23.11.2011, 21:24

Ach ja, und die Alternative ist, dass es statt vielen kleinen Unternehmen ein paar wenige große gibt, wo sich gute Leute rumärgern müssen weil die Luft da oben dünn ist?

Oder wollen Sie alle Unternehmungen abschaffen?
Unternehmer werden ist nun mal nur etwas für die besten 10%, die anderen 90% ärgern sich eben über sich selbst. Das ist noch viel peinlicher.

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
00
23.11.2011, 22:55

Ihr Unternehmerbild ist vulgärsozialistisch. Nicht beleidigt sein.

http://mises.org/daily/2993

meineMeinung
02
21.11.2011, 15:28

Wenn ich mir dann so die Namen bei den Privatkonkursen ansehen, wird der Artikel noch klarer.

Nathaniel Winerib
00
21.11.2011, 19:46

und? soll man sich für keinen Job mehr bewerben, weil man gekündigt werden könnte? dann, und nur dann, soll man auch aufhören unternehmen zu gründen, wenn man angst vor dem konkurs hat. zu tode gefürchtet ist auch gestorben!

Kra Wuzikabuzi
22
21.11.2011, 14:36
Selbstständigkeit als Chance

ja, als einzige chance.
wennst nicht viel kannst und ggf auch aufgrund mangelnder deutschkenntnisse, deines verhaltens und deiner kleidung nirgends genommen wirst, wirst selbständig.
dann verkaufst gemüse etc an deine landsleute, wie hunderte andere auch und lebst in deiner parallelwelt.

super chance.

RS69
 
00
13.12.2011, 20:06

Wenn das ihre persönliche Perspektive betreffend selbstständigkeit ist - Verallgemeinern SIe nicht. Für viele von uns stellt sich das Anders dar.

Martin Smarda
01
21.11.2011, 16:02
Ich seh das anders

aufgrund solcher Vorurteile werden Menschen, die nicht einer stillschweigend "verabredeten" Norm entsprechen, halt von niemandem angestellt. Selbstständigkeit als letzte Chance und als Absturzbeschleuniger, wenn man sich "verhoben" hat. Super.

Der keynesianische Endpunkt ist erreicht.
00
21.11.2011, 18:25

Naja, die Eigenschaften, die Ihr Vorposter aufzählt, entsprechen ja durchaus auch nicht einer stillschweigend "verabredeten" Norm, nicht?

supermike
15
21.11.2011, 13:39
Kaum steigt die Arbeitslosenrate in Österreich

versucht man gezielt die Leute zur Selbstständigkeit zu drängen damit die Statistik wieder passt.

Was aber vergessen wird: jeder zweite geht in den ersten Jahren pleite - und häuft meist soviele Schulden an, dass er die kommenden Jahre schlechter lebt als wenn er sich nie selbstständig gemacht hätte und arbeitslos blieb. Übrigens: als Selbstständiger ist man nicht arbeitslosenversichert !!!
Auch gehen die meisten Ehen zugrunde da einem vorher nicht gesagt wird, dass man doppelt soviel Arbeiten muss fürs halbe Geld.
Und überlebt man die ersten Jahre, macht den meisten SVA und Finanzamt den Gar aus.

Wir bedanken uns bei WKO....

http://derstandard.at/131302540... uldenfalle

RS69
 
00
13.12.2011, 20:08

"Auch gehen die meisten Ehen zugrunde da einem vorher nicht gesagt wird, dass man doppelt soviel Arbeiten muss fürs halbe Geld."

Beides stimmt nicht so generell, wie Sie anzunehmen scheinen.

RS69
 
00
13.12.2011, 20:07

"als Selbstständiger ist man nicht arbeitslosenversichert !!!" - ausser man entscheidet sich für die Arbeitslosenversicherung und zahlt so wie die Angestellten Beiträge.

Isegrim1
11
22.11.2011, 21:05

Also die WKO macht schon einen guten Job für Selbstständige (guter Beratungsservice).
Man muss halt auch Know-How, Fleiß, Disziplin, Ausdauer, Risikobereitschaft etc. mitbringen.
Wenn Sie das was sie reklamieren vor antritt der Selbstständigkeit nicht gewusst haben hatten sie schon nicht das Know-How (dazu gehört nicht nur das Fachliche, sondern auch das REchtliche und Wirtschaftliche) dazu.

cannery row
23
21.11.2011, 12:38
ich glaube nicht..

dass der grafiker der werbeagentur oder die angestellte im callcenter frohlockend verkünden würden, dass sie in die selbstständigkeit gedrängt wurden. aber, was solls. ich bin seit 16 jahren selbstständig, und von meinen 4 mitarbeitern ist auch nur eine angestellt-anders wäre es im unternehmerparadies österreich für mich als kleinbetrieb nicht leistbar.

sociovation
11
21.11.2011, 16:13
Schlage vor, sie erzählen das der GKK

Aber nur, wenn sie genug gespart haben, um die Prüfung wirtschaftlich zu überleben...

torch
 
11
22.11.2011, 11:40

Und die Leute sind Subauftragnehmer, arbeiten in ihrem eigenen Office und liefern Komponenten etc. zur finalen Leistung, was ist daran so ungewöhnlich.

Wenns die gleichberechtigte wären, wäre es z.B. eine ARGE, so aber ist das halt eine vertikale Kette, nicht ungewöhnlich.

Ingrid Goeschl
00
22.11.2011, 09:46
sociovation:

Hehe, so sehe ich das auch.

Aber abgesehen davon glaube ich ohnedies nicht, dass das stimmt, so wie vieles, was gepostet wird.

Ingrid Goeschl
21
21.11.2011, 12:49

Dann sind sie auch nicht "Ihre" "Mitarbeiter" :o)

GOtoTOgo
31
21.11.2011, 13:38
sowas nennt sich freiberufliche mitarbeiter.

torch
 
00
22.11.2011, 13:18
... if iq < 100 then go to exit ...

to go or not to go, that is the question here

;-))

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