Strategiewechsel

Warum Obama den Pazifikraum aufwertet

Analyse | Florian Gossy, 17. November 2011, 16:44

Energieressourcen und territoriale Streitigkeiten: Die USA stärken alte Beziehungen und schmieden neue Allianzen

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren bezeichnete sich der auf Hawaii geborene, in Indonesien aufgewachsene Obama als „erster pazifischer Präsident" der USA. Obama hat schon länger betont, dass er der Pazifikregion mehr Gewicht schenken will. Deshalb ist es keine Überraschung, dass die Militärpräsenz in Australien nun erhöht wird. Wenn also bis zu 2500 Elitesoldaten in den kommenden Jahren im Norden Australiens stationiert werden, ist dies nur der nächste logische Schritt hin zu einer strategischen Aufwertung der gesamten Region.

Veränderung der weltweiten Machtbalance

Die USA vertreten die Ansicht, dass sich die geostrategische Machtbalance verändern wird. Der Pazifikraum ist für die US-Strategen die Weltregion mit der größten Dynamik. Neben den traditionellen Allianzen mit Südkorea, Japan, den Philippinen, Thailand und eben Australien wurden auch die Beziehungen zu Indonesien und Vietnam intensiviert. Diese Länder begrüßen das verstärkte Engagement der USA in der Region. Der Machtzuwachs Chinas wird hier mit Misstrauen betrachtet. China hat in den letzten beiden Jahren seine territorialen Ansprüche „etwas zu forsch" vertreten, sagt Asien-Expertin Gudrun Wacker von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik zu derStandard.at. Erst deshalb sind diese Länder überhaupt zu stärkeren Beziehungen bereit.

China seinerseits sieht die US-amerikanischen Avancen gegenüber diesen Ländern kritisch: „Für die chinesische Seite erscheint es nun mal so, dass die Amerikaner als Gegengewicht zu China ihre traditionellen Allianzbeziehungen stärken und neue aufbauen wollen", sagt Wacker. Zudem bestehe bei den Nachbarn Chinas die Befürchtung, dass Chinas Aufstieg doch nicht ganz so friedvoll stattfinden wird wie dies von Peking immer behauptet wird.

Hoheitsansprüche im Südchinesischen Meer

Bei diesen territorialen Ansprüchen geht es um die Inseln im Südchinesischen Meer. Dort werden große Rohstoffvorkommnisse vermutet. China beansprucht wie auch Taiwan alles für sich; auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia und Brunei machen Ansprüche geltend. Vietnam erschließt in Kooperation mit internationalen Unternehmen bereits Rohstoffe. Neben den Energieressourcen haben alle diese Länder auch ein großes Interesse an den Fischfanggründen.

Zudem geht es nicht nur um natürliche Ressourcen, sondern vor allem auch um die Sicherung der Hauptschifffahrtswege, die durch das Südchinesische Meer führen. Japan zum Beispiel bekommt einen großen Teil seiner Rohstofflieferungen über diese Route geliefert. Auch hier liegt ein Interesse der USA an dieser Region begründet. Washington hatte immer klar gemacht, dass diese Hauptschifffahrtswege frei sein müssten. Im Hinterkopf haben die USA auch militärische Schiffe. China waren in der Vergangenheit Boote des US-Militärs ein Dorn im Auge, die chinesische Häfen beobachteten. (flog, derStandard.at, 17.11.2011)

Kommentar posten
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Oddo Wolf
01
10.12.2011, 19:52

Der Spitzenbeamten Lin Zexu als Sonderkommissar des chin. Kaisers veranlasste 1839 die Verbrennung von 1400 Tonnen Opiums, das von einem der größten Drogenkartelle die die Welt je gesehen hatte, der britischen East India Company illegal nach China eingeführt wurde.

Im darauf folgenden Opiumkrieg wurde China u.A. zur Duldung weitgehend unbeschränkten Handels und zur Abtretung Hongkongs gezwungen.

Der angelsächsisch-pragmatische Nordatlantikpakt schwelgt heute melancholisch in alten Zeiten und hält nach neuen Gelegenheiten Ausschau.

salman
 
00
2.12.2011, 16:23

Warum Obama den Pazifikraum AUFWERTET

ja ja ...

Der Q
00
29.11.2011, 13:05
die chinesen haben einen vorteil

sie zwingen ihren vertragspartnern nicht ihre lebensweise auf, die usa werden wie jedes andere "großreich" auch irgendwann unter ihren größenwahn untergehn

Seine Durchlaucht
13
18.11.2011, 22:21
Obama ist im Grund derselbe Kriegstreiber wie Bush,

nur daß er redet wie ein "Friedensnobelpreisträger".

Der Q
00
29.11.2011, 13:06
es spielt keine rolle wer dort

angeblich an der spitze steht, spätestens nach 8 jahren ist jede puppe weg, nur die geldgeber bleiben

vivo
16
18.11.2011, 14:16
Obama sollte den Friedensnobelpreis zurückgeben!

Seit der Obama-Administration:

-Drohnenangriffe in Pakistan
-Austockung der US-Truppen in Afghanistan
-Guantanamo gibt es immer noch
-jetzt Aufrüstung im pazifischen Raum (what a pun!)

Fighting for peace is like fu**ing for virginity!

DieBo
01
18.11.2011, 13:40
USA lässt nicht zu das China Nr. 1 wird. Es steht nicht allein der Machtwechsel auf dem Spiel sondern die vielen Fragen die plötzlich eine Antwort möglich machen, wozu welcher Kriege nötig waren oder nicht. Das käme einem Todesurteil gleich.

angmar hexenkönig
213
18.11.2011, 12:39
Es ist so ungeheuer sinnlos.

Nachdem ihr Engagement im nahen und mittleren Osten nur zu Reinfällen geführt hat, Afrika von China de facto aufgekauft wird, und sich diese dummen friedensverliebten Europäer sich auch immer weniger dreinreden lassen wollen (mit Ausnahme der Engländer), segelt die USA jetzt halt mit vollen Segeln zu neuen Gestaden, immer in der Hoffnung, woanders neue Freunde zu finden, die dir den Müll abkaufen, den zuhause niemand kaufen will.

Wieviele Angriffskriege hat eigentlich China so in den letzten Jahren gestartet?

Wenn es überhaupt ein pazifisches Jahrhundert geben wird, dann wird die USA wohl kaum eine Rolle dabei spielen.

Seine Durchlaucht
04
18.11.2011, 22:19
Es ist überhaupt nicht sinnlos.

Der Sinn ist im Wesentliche, die Kontrolle über die letzten großen Ölreserven zu erlangen.

Deshalb haben die Amerikaner aus ihrer Trickkiste die ominöse "Terrororgansiation" "Al Quaida" gezaubert, die sie nun - in allen ölreichen Ländern - bekämpfen "muss".

h 90
13
18.11.2011, 12:57

Reinfall???
Laeuft doch super! Soviel haben die Waffenproduzenten noch nie verdient. Obamas Konten fuellen sich bestimmt und sterben tun eh nur die Proleten vom Land.

The Unpockable
10
18.11.2011, 12:25

da gehts wiedermal um menschen ah sry schürfrechte.

lassen Sie mich durch
03
18.11.2011, 12:13

je mehr Militär der USA unterwegs um so Schlechter gehts der Bevölkerung der USA,das geld muss ja von irgen wo kommen,auch wenn es aus der Obdachenlosen heime her kommt,demnächst werden die Papkarton preise steigen.

die können ja dann in wall Street umziehen und sich von der Polizei gewaltsam fortjagen lassen, ganz auch der alte amerikanische weise.mit Knüppel und Tränen gas.

Franz Brannt-Wein
019
18.11.2011, 11:59
Aha, wieder was dazugelernt...

Flottenaufmarsch und Militärallianzen aktvieren heißt jetzt "aufwerten".

So wird halt jetzt der Pazifikraum "aufgewertet".

asinus
00
18.11.2011, 12:13

Ich hatte genau die gleiche Assoziation....

chris xian
06
18.11.2011, 11:36
Rohstoffvorkommnisse??

Alles nur Vermutnisse!!

cipf
 
03
18.11.2011, 11:22

Jö, ein neues Feindbild.
Der Russ´ ist ihnen abhanden gekommen, die Drogenmafia zieht nicht mehr und Kuba - naja! :-))

dacko
02
18.11.2011, 11:13

Kam doch erst vorgestern die zweiteilige ZDF Doku "Machtfaktor Erde".

Weil das internationale Seerecht jedem Felsen 200km Küste zuspricht sind diese Inselstaaten im Pazifik so wichtig um die Seewege zu kontrollieren.

China bietet finanzielle Hilfe für z.B. Togo. Dort wird fast alles mit chin. Geld modernisiert.

kelchstein
00
18.11.2011, 13:48
Jede Weltmacht denkt nur an sich

Für die finanzielle Hilfe erwartet China gewisse Gegenleistung, die unangenehme Folgen haben können, wenn ganze Küstenstriche der China-Mafia zur Verfügung gestellt werden und den einheimischen Fischern die Beute und Existenz nehmen und die EU die Ware der Mafia nicht ablehnt .

Generaldirektor
01
18.11.2011, 11:17
Danke...sie sagen es!

Dormouse
00
18.11.2011, 10:59

die antwort chinas wird wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen...es wird vermutlich auch kein grosses aufsehn geben, truppenstationierungen werden kommen.

Dr. Seltsam
 
210
18.11.2011, 10:48

Die Idee auf die USA zu setzen, weil China vielleicht nicht so friedvoll vorgeht, wie behauptet, finde ich amüsant.
Wer hat seit dem WKII mehr Angriffskriege geführt als die USA?

el magnifico
00
27.11.2011, 12:49
das mag sein

aber in westeuropa wurden von den usa auch mehr oder weniger versteckte flughäfen zu eventuell notwendigen rückeroberung der brd etc. angelegt, falls die armeen des warschauer paktes einmaschieren. es gibt auch pläne für eine 2. landung in der normandie hätte die rote armee mit nuklearen waffen bis zum atlantik vordringen können.

rocknroll13
07
18.11.2011, 11:53

Das liegt daran dass die chinesen niemand "bessern" wollen im gegensatz zu den usa,welche ihre lebensweise als gut für alle Menschen betrachtet, darin liegt schon der "Grundfehler". Den chinesen sind die anderen(vor allem die nicht asiaten) mehr oder weniger egal, solang sie sich nicht in chinesische Angelgenheiten einmischen.

Porqué no te callas?
13
18.11.2011, 13:30

China als den großzügigen friedfertigen selbstlosen gut-Staat anzusehen zeugt von großer Naivität.

rocknroll13
02
18.11.2011, 15:40

Hab nirgends! gesagt, dass die Chinesen selbstlos oder ein gut Staat sind.

Ganz im Gegenteil, sie werden jede unserer Schwächen ausnutzen und kein Mitleid mit unseren Problemen haben(wie auch wir mit denen der anderen die letzen jahrzehnte) und natürlich wie alle auf sich selber schauen... Allein was das militärische Denken und das Anstreben von Hegemonie betrifft, sehe ich Unterschiede zum Denken der USA.

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