Klimt-Jahr 2012 als "Geschenk des Schicksals"

17. November 2011, 14:33
  • Die "Klimt-Villa" in Wien-Hietzing wird derzeit
generalsaniert und soll im Sommer 2012 als Gedenkstätte zugänglich
gemacht werden.
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    foto: apa/helmut fohringer

    Die "Klimt-Villa" in Wien-Hietzing wird derzeit generalsaniert und soll im Sommer 2012 als Gedenkstätte zugänglich gemacht werden.

Tourismusbranche bereitet sich auf Großereignis vor, neun Sonderausstellungen werden in Wien laufen

Wien  - Das Klimt-Jahr 2012 ist für den Wien-Tourismus "so etwas wie ein Geschenk des Schicksals" und ein Großereignis, "nicht ganz so groß wie Mozart, aber weit größer als Schubert oder Haydn". Laut Sprecherin Vera Schweder bereitet man sich seit 2009 auf dieses Ereignis vor, das vor allem in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Rumänien, Japan und den USA intensiv beworben wird. "Wien um 1900" sei als Thema seit dem großen Boom in den 1980er Jahren keineswegs unaktuell geworden. So seien etwa in Melbourne oder in der Schweizer Fondation Beyeler eben noch sehr erfolgreiche Ausstellungen gelaufen, ehe die Wiener Museen ihre Klimts für ihre eigenen Sonderausstellungen wieder nach Hause riefen.

48 Seiten umfasst die aktuelle Klimt-Broschüre des Wien-Tourismus, siebensprachig wird die Website  www.klimt2012.info  betrieben. Um auch das weniger kunstaffine Publikum für Klimt begeistern zu können, hat man sich "Klimt-Packages" und mehr einfallen lassen. Bei Madame Tussauds im Wiener Prater kann man sich mit einer Wachsfigur des Malers fotografieren lassen. Im Wiener Grand Hotel wird der Guglhupf "Gustav Klimt" gebacken, die Konditorei-Kette Aida bietet den "Gustav Klimt Würfel" an, die Konditorei Gerstner die "Klimt Torte", und 20.000 Flaschen "Klimt Cuvée" bringt die Weinmarke Schlumberger im Dezember in den Handel. "Es zahlt sich aus. Das Thema geht hinein wie Butter", gab sich die Tourismus-Sprecherin Schweder optimistisch.

Neun Sonderausstellungen

Der 150. Geburtstag des Malerfürsten Gustav Klimt (1862-1918) vor allem in Wien begangen, acht Wiener Museen bieten 2012 insgesamt neun Klimt-Sonderausstellungen an. Im Belvedere, wo man trotz der 2006 erfolgten Restitution von fünf Bildern mit 22 Gemälden noch immer über die größte Klimt-Sammlung der Welt verfügt, hat man mit der Ausstellung "Gustav Klimt / Josef Hoffmann - Pioniere der Moderne" bereits den Auftakt gemacht. Auf die bis 4. März im Unteren Belvedere laufende Schau folgt ab 15. Juni im Oberen Belvedere "150 Jahre Gustav Klimt".

"Gustav Klimt im Kunsthistorischen Museum" widmet sich von 14. Februar bis 6. Mai 2012 der mittleren Schaffensperiode des Künstlers. Von 24. Februar bis 11. Juni lädt das Leopold Museum zu "Gustav Klimt. Eine (Zeit)Reise". Die Albertina zeigt in "Klimt - Zeichnungen" von 14. März bis 10. Juni einen Großteil ihres aus 170 Blättern bestehenden Klimt-Bestands. Das Wien Museum zeigt in "Klimt. Die Sammlung des Wien Museums" von 16. Mai bis 16. September sämtliche 400 Blätter aus seinem weltweit größten Bestand an Zeichnungen Klimts.

"Gustav Klimt und das Künstlerhaus" zeigt von 6. Juli bis 2. September u.a. Dokumente, Briefe und Fotos aus dem Künstlerhausarchiv. Die Secession bietet im Jubiläumsjahr Spezialführungen an. Im MAK zeigt man im Rahmen der Permanent-Schau Klimts neunteilige Werkzeichnung zum Mosaikfries des Speisezimmers in Josef Hoffmanns Brüsseler Palais Stoclet, dem berühmten Jugendstil-Gesamtkunstwerk. Im Österreichischen Theatermuseum widmet man sich von 10. Mai bis 29. Oktober den Skandalen und Kontroversen, die Klimts Schaffen begleiteten. "Objekte im Fokus: Die Textilmustersammlung Emilie Flöge" heißt der Klimt-Beitrag des Museums für Volkskunde (25. Mai bis 14. Oktober). (APA)

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