Spanien vor der Wahl

Sozialisten setzen auf "Angstkampagne"

17. November 2011, 13:44

Absolute Mehrheit der Konservativen soll verhindert werden - 21 Prozent laut Umfrage noch unentschieden

Madrid - Wenige Tage vor den spanischen Parlamentswahlen am Sonntag gleicht der Wahlkampf immer mehr einem oberflächlichen Hollywood-Streifen, bei dem man schon von Beginn an weiß, wie die Geschichte enden wird. Zumindest sagen sämtliche Wahlumfragen dem bisherigen Oppositionsführer Mariano Rajoy von der Konservativen Volkspartei (PP) eine sichere absolute Mehrheit von bis zu 198 der insgesamt 350 Parlamentsitze voraus.

Wirtschaftskrise schadet Sozialisten

Die schwere Wirtschaftskrise und eine Arbeitslosenquote von fast 23 Prozent machen eine Wiederwahl der bisher regierenden Sozialisten (PSOE) so gut wie unmöglich. Schlimmer noch: mit 112 zu erwartenden Parlamentssitzen werden sie sogar eine historische Wahlniederlage hinnehmen müssen, die vor allem als Rechnung für die teils chaotische Wirtschaftspolitik des scheidenden sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero zu verstehen ist, dem die Mehrheit der Spanier zudem vorwirft, die wirtschaftliche Krisensituation mit seinen späten und zaghaften Reaktion noch verschlimmert zu haben.

Angstkampagne gegen Konservative

So bleibt Zapateros Nachfolger, dem sozialistischen Spitzenkandidaten Alfredo Perez Rubalcaba, nur noch ein Mittel übrig - eine Angstkampagne gegen die zu erwartende Sparpolitik einer konservativen, wirtschaftspolitisch neoliberal ausgerichteten Regierung unter Mariano Rajoy. Ob die Strategie aufgeht, ist zu bezweifeln. Aber sie lohnt sich auf jeden Fall. Laut einer Wahlumfrage des Meinungsforschungs-Instituts Metroscopia am Donnerstag, haben 21 Prozent der Wähler immer noch nicht entschieden, welche Partei sie ihre Stimme geben wollen oder ob sie überhaupt Wählen gehen. Die Mehrheit der noch Unentschiedenen, rund 57 Prozent, wird jedoch am Urnengang teilnehmen. Eine attraktive Wählerzahl für die Sozialisten, aber auch für andere Linksparteien, obwohl es sehr wahrscheinlich nur noch um "Schadensbegrenzung" und die Verhinderung der absoluten Mehrheit für die Konservativen gehen wird.

Wechselwähler nicht erschrecken

Der sozialistische Spitzenkandidat Rubalcaba, auf dem das negative Image der Zapatero-Regierung wie ein dunkler Schatten liegt, da er ihr als Innenminister und Vizepremier selber angehörte, hat es allerdings schwer, seine "Angstkampagne" zu führen. Mariano Rajoy gibt bewusst nicht seine auf Austerität basierende Wirtschaftspolitik bekannt, um die möglichen Wechselwähler nicht zu erschrecken oder die noch unentschiedenen PSOE-Wähler zu mobilisieren. Tagelang musste sich Rubalcaba deshalb an unvorsichtig dahingesagten Andeutungen anderer PP-Politiker orientieren, um den Wählern zu verdeutlichen, dass die Konservativen sehr wohl Steuern anheben und den Sozialstaat abbauen werden, um das spanische Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Am Donnerstag gab auch Mariano Rajoy in einem Interview mit der Zeitung "El Pais" erstmals konkret zu, dass er so gut wie überall den Rotstift anlegen werde außer bei den Pensionen. Ob das die sozialistischen Wähler noch beflügeln kann, bezweifeln Wahlforscher wie Juan Jose Toharia allerdings. Zu groß sei die Enttäuschung über die sozialistische Regierung, so Toharia. Außerdem wüssten die meisten Spanier, dass sie sowohl von den Sozialisten als auch von den Konservativen drastische Sparprogramme zu erwarten haben und sind dazu bereit, verdeutlicht auch Juan Carlos Martinez Lazaro, Wirtschaftsexperte an der Madrider IE Business School. "Dennoch trauen sie der konservativen Volkspartei eher zu, den Wagen noch aus dem Dreck zu reißen", so Martinez Lazaro. (APA)

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13 Postings
Robert Fien
01
18.11.2011, 02:08
das wird die lage noch verschlimmern! spanien braucht alles andere als kürzungen bei der masse die ohnehin schon kaum mehr überleben kann! damit wird die abwärtsspirale nach dem griechenland-muster in gang gesetzt! neoliberale "medizin"ist PURES GIFT

warum die wähler in so einer situation die neoliberale alternative wählen ist mir schleierhaft. es war doch der neoliberalismus der pp inklusive eines riesigen immobilienblase die durch spekulation und deregulierung hervorgerufen wurde die den ganzen schlamassel ausgelöst hat! warum wenden sich die wähler nicht stärker den parteien links von zapatero zu?

die pp wird ihre "sparziele" ausschließlich auf kosten der armen erreichen und die vermögenden sowie die spitzeneinkommen schonen wenn nicht sogar entlasten. sie ungarn, dort hat die fidesz trotz de fakto-staatsbankrott (nur durch IWF und EU-Geld abgewendet) und estremem sparzwang die steuern für hohe und sehr hohe einkommen durch die flat tax auf 20% reduziert! alle anderen bluten!!

byron sully
00
17.11.2011, 16:39

die wahl ist zugunsten der PP entschieden. zweiter gewinner dürfte die linke IU werden. vielleicht (hoffentlich) geht sich's ja doch aus, eine absolute für die PP zu verhindern...?

rggre rewqfew
00
17.11.2011, 17:23

hätte nie gedacht, dass ich das sage: hoffentlich macht die pp die absolute, je höher desto besser.

das land braucht eine regierung, die in 2-3 monaten das ruder herumreissen kann. bei 7% zinsen steht spanien ein paar meter vor der zahlungsunfähigkeit.

politisch verfolgt
23
17.11.2011, 16:28
rote politik

bedeutet rote zahlen.
ein ewig gültiger satz, der immer wieder aufs neue bestätigt wird.

Lionel Cosgrove
01
17.11.2011, 18:34
hat man ja sehr gut

in Italien, in Irland und in Island gesehen

politisch verfolgt
00
18.11.2011, 00:54
na und?

rote zahlen kanns auch anders geben, aber mit roter politik sind sie garantiert.

MARTIN FREUKES
 
01
17.11.2011, 15:49
Schuld ist nicht die Ideologie, sondern die Regierung!

Leistung der Regierung Zapateros:

Schulden bei den Privatfirmen durch die Administration hat die Arbeitslosigkeit von möglichen 14-15% auf 23% getrieben. Neuinvestitionen sind für die nächste Zeit ausgeschlossen um den angehäuften Schuldenberg abzutragen. Nur wenn man den Firmen den Druck abnimmt haben diese eine möglichkeit neues Personal eizustellen.

Kompetenzentransfer bei Gesundheit, Sicherheit und vielem mehr hat eine Kostenexplosion ( Baskenland, Katalonien, ect. ) verursacht, welche schwer wieder in den Griff zu bekommen ist.

Schlussendlich haben viele Spanier mitbekommen das dies nur Populistischer Politzauber war, welcher auf Kosten der Bevölkerung ausgetragen wurde und Heute teuer bezahlt werden muss.

Horst Holzinger
23
17.11.2011, 14:22
Spanien vor der Zeitenwende

"gibt bewusst nicht seine auf Austerität basierende Wirtschaftspolitik bekannt" - woher weiss man, dass die auf Austerität beruht, wenn sie nicht bekannt gemacht wird? Die haben keine. Worauf soll die basieren? Gold und Öl finden und gleichzeitig auf Diamenten stossen?

Für Spanien wird es ganz bitter kommen und wer die jetzige Wahl gewinnt, und sei es noch so haushoch, wird die nächste bodenlos verlieren.

Spanien wird es zerbröseln, mehrere Teilstaaten werden sich abspalten und die Zentralregierung wird mit Gewalt dies aufzuhalten versuchen. Unruhige Zeiten.

DuesselDoofer
00
17.11.2011, 19:01
was Sie so alles "wissen"...

sa-gen-haft. Sie sollten ein Buch schreiben.

Lg

W s
96
17.11.2011, 13:50
Angst verbreiten.

Das könnens, die Sozen.
(Pensionistenbriefe,..)

Dr.Winter - Institut für angewandte Psychatrie
01
17.11.2011, 18:37
"Arbeiter!

Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen."

(Klaus Staeck, 1974)

fernandotorres9
01
17.11.2011, 15:45

ich sag nur millionärssteuer trifft die häuslbauer!!

haha

lessismore
10
17.11.2011, 15:25

Jaja, volle Angstmache: "Die Pensionen sind sicher."

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