Umstrittener Pfarradministrator Skoblicki weiter in "Auszeit"

17. November 2011, 13:38
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Bischof gewährte Skoblicki eine Verlängerung des Krankenstandes - Ein Aktionsgruppe hatte im "sektenähnliche Zustände" vorgeworfen

Linz - Der umstrittene konservative Pfarradministrator von Kopfing im Bezirk Schärding in Oberösterreiczh, Andreas Skoblicki, hat Bischof Ludwig Schwarz um eine weitere Auszeit bis Jänner 2012 gebeten. Diese habe ihm Schwarz gewährt, berichtete die Diözese Linz in einer Presseaussendung am Donnerstag. Skoblicki ist seit Anfang Oktober im Krankenstand, weil seine Gesundheit aufgrund der heftigen Diskussionen um seine Person in der Öffentlichkeit sehr gelitten habe.

Der Krankenstand wäre morgen, Freitag, ausgelaufen, so Diözesansprecherin Gabriele Eder-Cakl im APA-Gespräch. Ob und wann Skoblicki zurückkehren werde, konnte sie nicht sagen. Das sei eine Entscheidung, die der Bischof treffe. Er werde mit dem Priester im Gespräch bleiben. Dechant Johann Gmeiner, Stadtpfarrer in Grieskirchen, vertrat Skoblicki bisher und wird auch weiterhin die Seelsorge in Kopfing übernehmen.

Aktionsgruppe: "Sektenähnliche Zustände"

Eine Aktionsgruppe warf dem polnischen Geistlichen, der seit 2004 als Pfarradministrator in Kopfing tätig ist, vor, für "sektenähnliche Zustände" verantwortlich zu sein. Beispielsweise spreche er von unehelichen Kindern als "Kinder der Sünde", deren Nachkommen seien "verdammt bis in die dritte Generation". Auch um den Religionsunterricht gab es Differenzen. Daraufhin hatte sich Skoblicki für mindestens drei Wochen krankgemeldet und war aus Kopfing abgereist.

Bischof ortet "Mobbing" gegen Priester

Schwarz wollte den Pfarradministrator ursprünglich per 6. Oktober entpflichten, weil ein Miteinander in der Gemeinde kaum mehr möglich schien. Dann zog er seine Entscheidung wieder zurück. Das betroffene Dekanat Andorf ging an die Öffentlichkeit, zeigte sich zutiefst enttäuscht und verlangte unter anderem einen pastoralen Begleiter für Skoblicki. Schwarz sagte zuletzt, dass er ebenfalls eine von allen Seiten akzeptierte Begleitung der Pfarre von außen als hilfreich empfinden würde. Er ortete aber auch "Mobbing" gegen den Priester, der ihm von zahlreichen bösartigen Anrufen und Briefen berichtet habe, in denen sogar Drohungen ausgesprochen worden seien. (APA)

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