Grünes Licht für Rennen, großes Pech für Nyman

17. November 2011, 13:34
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Die Rennen in Übersee sind gesichert, nicht dabei wird der US-Amerikaner Nyman sein: er riss sich die Achillessehne

Vail/Copper Mountain/Wien - Weiter kein November-Schnee in Sicht in Europa, dafür tummelt sich mittlerweile praktisch der gesamte Weltcup-Tross der Alpinskifahrer zum Training in Nordamerika. Dort herrschen beste Bedingungen und knapp eine Woche vor den ersten Rennen steht auch fest, dass die gesamte Übersee-Tournee 2011 mit ihren insgesamt zehn Rennen für Damen und Herren gesichert ist.

Damit geht der Plan des Internationalen Skiverbandes (FIS), mit ihren Herbstrennen auf hohen Gletschern (Sölden) und im hohen Norden (Levi) sowie in der Höhenluft der Rocky Mountains zu gastieren, nun auch in Nordamerika auf. Nur in Finnland hatte es diesmal nicht geklappt, die Slaloms nördlich des finnischen Polarkreises mussten bekanntlich wegen Schneemangels abgesagt werden.

Ganz anders in Nordamerika. Lake Louise in Kanada hatte bereits kürzlich vermeldet, dass die Vorbereitungen auf die beiden ersten Herren-Speedrennen am 26./27. November planmäßig vorangehen. Am Donnerstag (Ortszeit) ging in Aspen/Colorado die Schneekontrolle für die ebenfalls am 26./27.11 angesetzten Riesentorlauf und Slalom der Damen nur noch als Formalakt über die Bühne. "Wir hatten ausreichend Schneefall und tiefe Temperaturen. Der Rennhang ist fertig beschneit und in ausgezeichnetem Zustand", meldete Jeff Hanle, Pressechef des wieder am Thanksgiving-Wochenende stattfindenden "Aspen Winternational", bei dem auch das Skigebiet Aspen Mountain aufgesperrt wird.

Auch Beaver Creek ist ready

In Beaver Creek/Colorado ist die legendäre Raubvogel-Piste für die Rennen vom 2.-4. Dezember zwar noch nicht ganz fertig, tiefe Temperaturen - am Mittwoch hatte es minus 15 Grad - und eine ausreichende Schneeproduktion schufen aber bereits gute Bedingungen. "Ich sehe kein Problem, habe nicht die geringste Sorge wegen einer eventuellen Absage", beruhigte ÖSV-Abfahrtschef Andreas Evers, nachdem er mit seiner Truppe wie schon in den Jahren zuvor auf dem oberen Teil der WM-Abfahrt 1999 und 2015 Gleittests absolviert hat.

Die ÖSV-Abfahrer samt Benjamin Raich trainieren schon seit einer Woche bei ausgezeichneten Bedingungen am Golden Peak in Vail. Zwei Tage verbrachte man auch zusammen mit den Amerikanern im neuen und einzigartigen US-Speed-Center im nahen Copper Mountain, zu dessen feierlicher Eröffnung auch Olympiasiegerin Picabo Street angereist war.

Man gerät ins Schwärmen

"Gewaltig. In so einer Form habe ich das noch nirgends gesehen", schwärmte auch Evers vom neuen Gustostückerl der Amerikaner, auf dem man schon um diese Jahreszeit und perfekt abgesichert auf bis zu 1:40 Min. Laufzeit auf höchstem Niveau Abfahrt trainieren kann. Evers: "Hier könnte man auf der Stelle Weltcuprennen veranstalten."

Dass die Österreicher das "US-Hoheitsgebiet" zum Training nutzen durften, sollte auch ÖSV-Verbandschef Peter Schröcksnadel etwas kalmieren. Der Tiroler ist bekanntlich nicht damit einverstanden, dass die österreichische Weltcupstation Sölden das vom Söldener Patrick Riml angeführte US-Team unterstützt und als Werbeträger nutzt.

Steven Nyman fällt aus

Pech hatte in Copper Mountain allerdings ausgerechnet ein heimischer Läufer. US-Abfahrer Steven Nyman zog sich bei einem Sturz einen Riss der linken Achillessehne zu und fällt für die Saison aus.

Mit den ÖSV-Abfahrern trainierte bisher auch Raich. "Er tastet sich heran und macht im Super G schon eine sehr gute Figur", sagte Evers über den bei der WM im vergangenen Februar schwer verletzten Tiroler. "In der Abfahrt muss er sich natürlich noch an den Speed gewöhnen."

Sorge, in der ersten Saison nach Michael Walchhofer abzufallen, hat Evers nicht. "Es ist die Chance für die Jungen, seine Fußstapfen zu füllen. Wir hatten schon vergangenes Jahr einige, die auf das Podest gefahren sind."

Die ÖSV-Abfahrer fliegen am kommenden Montag nach Kanada und legen in Lake Louise mit dem Training als Erste los. Im Vorjahr war man nach einer wahren Pleitesaison dort eher leise aufgetreten, die erstmalige Vorbereitung in Colorado hatte sich aber voll bezahlt gemacht. In Lake Louise gewann Walchhofer die Abfahrt vor Mario Scheiber, eine Woche später siegte Georg Streitberger im Super-G von Beaver Creek. (APA)

  • Achtung: US Speed Center!

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    Endlich Speedbewerbe!

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