WKR-Ball findet an Holocaust-Gedenktag statt

17. November 2011, 12:40
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SOS Mitmensch moniert neben Termin auch Ort der Veranstaltung

Wien - Monate bevor der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) über die Bühne geht, hagelt es Kritik: Die NGO SOS Mitmensch prangerte am Donnerstag in einer Aussendung an, dass der Ball der Studentenverbindungen am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz stattfindet, der in vielen Ländern als offizieller Holocaust-Gedenktag gilt.

Der WKR-Ball sorgt alljährlich für Kritik, Gegendemos und Ausschreitungen. Kritiker wie SOS Mitmensch sehen in dem Verband eine "rechtsextrem durchsetzte Vereinigung", der Ball werde alljährlich "auch als Vernetzungstreffen für Rechtsextremisten aus ganz Europa genützt".

Die NGO stößt sich außerdem daran, dass der Ball - wie schon seit Jahren - in der Wiener Hofburg stattfinden soll und forderte die Burghauptmannschaft und das Wirtschaftsministerium als für die Liegenschaft Zuständige auf, den WKR "aus der Hofburg auszuladen". Burghauptmann Reinhold Sahl hielt indes fest, dass für die Vermietung der Hofburg-Festsäle die Kongresszentrum Betriebsgesellschaft verantwortlich ist: "Wir sind weder für die Genehmigung noch die Ablehnung zuständig."

Der Leiter der Burghauptmannschaft hätte dazu aber gar keine Handhabe, versichert er. Die Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H. habe einen gültigen Pachtvertrag und sei für die Location verantwortlich. "Die Burghauptmannschaft würde durch eine Untersagung in ein Vertragsverhältnis eingreifen", so Sahl. Und schließlich sei der WKR als Veranstalter auch eine "behördlich nicht untersagte Organisation". Man könne "von uns als öffentliche Dienststelle nicht erwarten, dass wir nach Gutdünken ja oder nein sagen". (APA)

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