Gräberfeld in Simmering

Erster Tierfriedhof in Wien eröffnet

17. November 2011, 19:27
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    apa-foto: robert tober

    So sieht eine eine Grabstätte auf dem neuen Tierfriedhof in Wien-Simmering aussehen.

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    Auf dem Friedhof steht auch eine eigene Urnenwand zur Verfügung.

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    apa-foto: robert tober

    Auch das neue Tierkrematorium wurde eröffnet - im Bild sind zwei Kremieröfen zu sehen.

Erste letzte Ruhestätte für Haustiere - Bestattung ab 169 Euro

Wien -  Auf einem der Urnenfächer ist bereits eine Steintafel angebracht. "Ruhe in Frieden Minki 2004 - 2011" ist in weißen Buchstaben eingraviert. Das Holzschild auf einem Erdgrab gleich daneben erinnert an "Scotty". Seit Donnerstag können Tierbesitzer ihre Hunde, Katzen, Hamster oder Vögel auf Wiens erstem Tierfriedhof bestatten lassen.

Die 2500 Quadratmeter große Ruhestätte Areal liegt gegenüber dem Zentralfriedhof in Simmering. 135 Gräber sind in Kreisen um Bäume angeordnet, dazu gibt es noch eine Urnenwand - auf dem Tierfriedhof werden beide Bestattungsarten angeboten.

Theoretisch wird alles, was kreucht, fleucht und den Besitzern ans Herz gewachsen ist, bestattet. "Die meisten Anfragen haben wir für Hunde und Katzen", erzählt Michaela Dragoun vom Tierfriedhof. Es hätten aber auch bereits Meerschweinchenzüchter und Wellensittichbesitzer Interesse gezeigt.

Und nicht nur sie. Eine Umfrage, die die Stadtwerke durchführen ließen, hat gezeigt, dass ein Großteil einen Tierfriedhof für wichtig hält. Tierbesitzer sowieso, aber auch mehr als die Hälfte der Befragten, die kein Tier haben, befanden, es sollte eine letzte Haustier-Ruhestätte geben.

Den städtischen Friedhofsbetreibern lag daran, dass sich die Anlage durch die Anordnung der Gräber klar von herkömmlichen Friedhöfen unterscheidet. Eine Aufbahrungshalle gibt es aber auch auf dem Tierfriedhof. In dem kleinen Raum stehen Kerzen auf einem Tisch. Auf einem Bildschirm an der Wand können Fotos von den Verstorbenen mit der ganz kalten Schnauze eingespielt werden - auch Ansprachen und Musikuntermalung sind auf Wunsch möglich.

Die Kosten variieren, je nach Zeremonie - und Gewicht des Tieres. Eine Urnenbestattung kostet ab 169,90 Euro (Kleintierurnengrab für zwei Urnen). Um 203,60 Euro ist ein Kleintiergrab für zwei Jahre zu haben, gegen Aufzahlung wird auch die Pflege übernommen - der Kartonsarg ist im Preis inbegriffen.

Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SP) betonte, "dass sich die Tierbesitzer jetzt nicht mehr an die verschiedenen Anbieter wenden müssen". Die neue gemeinsame Servicenummer 523 46 79 sei rund um die Uhr besetzt.

Rote Rose

Am Donnerstag ging im 11. Bezirk auch der Neubau des Tierkrematoriums in Betrieb. Vor einem der beiden Verbrennungsöfen lag ein toter Golden Retriever in einer Holzkiste, dem jemand eine rote Rose auf den Rücken gelegt hatte. Bei 750 Grad wird sein Körper später zu Asche zerfallen.

Wer sein Haustier jedoch weder einäschern noch bestatten lassen möchte, kann auf ein altbewährtes Service zurückgreifen: Die ebs Wien Tierkörperbeseitigung holt auch weiterhin tote Tiere kostenlos ab. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, Printausgabe, 18.11.2011)

Infos:

Für Tierhalter gibt es ab sofort eine gemeinsame Anlaufstelle für alle Fragen rund um Kremierung und Bestattung. Die Servicenummer 01 523 46 79 ist rund um die Uhr erreichbar. Dort gibt es Informationen zum Abholservice, zur Einäscherung sowie zu den Beisetzungsmöglichkeiten.

Links:

Wiener Tierfriedhof

Wiener Tierkrematorium

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
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Ignaz gartengschirrl
06
18.11.2011, 14:08

ich finde das ist eine gute geschäftsidee und ein nettes körberlgeld für die stadt solange es deppen wie mich gibt die gerne dafür bezahlen werden.

you are not alone
33
18.11.2011, 13:52
Aufgabe der Gemeinde?

'Tierschutzstadträtin Ulli Sima (SP) betonte, "dass sich die Tierbesitzer jetzt nicht mehr an die verschiedenen Anbieter wenden müssen"'

Ist es wirklich die Aufgabe der Gemeinde, sich um Tierbestattungen zu kümmern? Nachdem es eine Reihe von Privatanbietern gibt, wird ihnen nun von der Gemeinde Wien Konkurrenz gemacht. Wenn es Missstände bei Tierbestattungen gibt, reicht es, wenn die Verwaltung dies durch Verordnung und Kontrolle regelt.

Es wird von Einsparungen und Verschlankung der Verwaltung gesprochen nur in der Realität wird weiter aufgebläht, mit weiteren Beamten. Gratuliere, Frau Sima, bei Ihnen ist mein Steuergeld in besten Händen.

jeff5
00
24.11.2011, 10:54
zwiespältig, private zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie nur einen maximalen gewinn einstreifen wollen und nichts bieten.

die andere seite neigt zur über-verwaltung.

außerdem würde ich privaten bestattern nicht immer trauen, das ist ein besonders sensibler bereich.

flo k.
00
18.11.2011, 17:07

wo gibt es in wien einen tierfriedhof außer dem neuen?

you are not alone
00
18.11.2011, 21:41

wie ist sonst *verschiedene Anbieter* zu verstehen?

flo k.
00
18.11.2011, 22:54

Ausserhalb von Wien...

you are not alone
00
19.11.2011, 20:47

wahrscheinlich eine Institution, die einer Welthauptstadt wie Wien erst so richtig Geltung verleiht.

Allerdings gibt es zumindest auch Pläne von Privatanbietern innerhalb der Wiener Stadtgrenzen:

http://derstandard.at/129337042... scheltiere

sound and vision
163
18.11.2011, 01:34
vollkommen degeneriert.

DerGrumml
 
19
18.11.2011, 08:50

Genau, wer kein verständnis für die gefühle anderer menschen hat - noch dazu in einem bereich der sicher niemanden anderen weh tut - den halte ich auch für zumindest eun wenig deg,,,,

wiesengarten
121
17.11.2011, 22:41
einfach pervers

Die Viecherln erhalten mehr Zuwendung als Menschen. Da gibt es Asylsuchende, die pauschal als "Illegale" und damit als Verbrecher abgekanzelt werden, die man bedenkenlos in ihre Herkunftsländer abschieben kann. Und da gibt es die treuen Gefährten, Katzerl, Hunderl, Vogerl, für die alles getan wird, weil man nicht mehr fähig ist Kontakte zu Menschen zu haben. Oft sehe ich an der Supermarktkassa mehr Tierfutter als Menschenfutter.
Solange Tiere einen höheren Wert haben als Menschen, braucht sich niemand über höhere Abgaben zu beschweren. Asylsuchende mit Kindern werden ins Elend zurückgestoßen, kinderlose einsame Menschen schaffen sich Tiere an und gewähren ihnen einen "würdigen" Abgang. Mir sind Menschen allemal wichtiger als Haustiere.

Ignaz gartengschirrl
06
18.11.2011, 14:05
ich persönlich mache in meinem bekanntenkreis immer wieder die

erfahrung das menschen sich entweder für andere menschen einsetzen oder eben nicht. interessanter weise sind es aber oftmals die tierbesitzer in meinem bekanntenkreis die sich auch sehr für menschen einsetzen während die "tierlosen" nur sich selbst im blick haben.

ich denke man kann für andere lebewesen entweder mitleid empfinden oder nicht und einer der es dem tier gegenüber nicht kann, kanns meistens anderen menschen gegenüber auch nicht.

PS: vor dem billa wo ich stets einkaufen gehe steht ein augustin verkäufer der immer so nett ist mir auf den hund der ja draußen bleiben muss aufzupassen. der kriegt von mir jedesmal 2 leberkäsesemmeln fürs aufpassen. wann haben sie das letzte mal einem obdachlosen essen gekauft?

Thutmes
09
18.11.2011, 09:38

Also ich habe einen Hund und ein SOS-Patenkind. Muss ich den Hund jetzt abgeben?

postfuchs3
08
18.11.2011, 07:48
Für mich ist beides machbar

Das eine schließt doch das andere nicht aus!
Man kann doch sowohl Menschen - und Tierfreund sein.
Wieso wird das immer gegeneinander ausgespielt?
Wenn sich jemand so von seinem geliebten Haustier, das ihm beispielsweise Trost in seiner Einsamkeit gegeben hat - ja warum nicht!
Ich finde es höchst arrogant, Menschen zu beschimpfen (pervers und degeneriert), die so handeln.
Das geht niemandem etwas an!

Rahoul
04
18.11.2011, 04:16
BEIDES gleichzeitig (Engagement für Mensch UND Tier) ist... unmöglich?

Empathie kann also nur für Menschen ODER Tiere aufgebracht werden?

Persönlich würde ich beide Fragen mit "nein" beantworten, aber wenn Sie andere Erfahrungen gemacht haben...

OGHaha
01
17.11.2011, 20:00
Kein Problem, wenns erschwinglicher ist (ist ja alles schon sehr teuer) lege ich mich gerne auf den Tierfriedhof, nette Nachbarn...

Zur Zeit habe ich die Gruppe 35A (anonyme Urnenbestattung) vorgesehen.

l4certa
01
17.11.2011, 19:08
buchtipp zum thema

evelyn waugh, the loved ones. sehr schräg, extrem unterhaltsam :-)

l4certa
00
17.11.2011, 19:13

korrigiere: the loved one

agotsgrusiggächeganda
01
17.11.2011, 15:44

... na dann werd ich mal meinen tiefkühler ausräumen gehn ...

Dilbert
03
17.11.2011, 15:24

Wird sicher ein voller Erfolg.

Angelika70
00
17.11.2011, 14:20

Nachfrage -> Angebot.

Vielleicht werden jetzt weniger geliebte Tiere heimlich in Wiens Gartenanlagen und Gstettn vergraben. ;-)

Emil Sacklinger
 
43
17.11.2011, 14:03
was meine rolfis heimgang betrifft

schwanke ich derzeit zwischen einzelkremierung und erdbestattung - hat beides was für sich, eine entscheidung, die ich mir nicht leicht mache.

(wobei ich aber keinesfalls verhehlen möchte, dass ich einen kartonsarg als durchaus unangemessen erachte. ja, echtes holz sollte es jedenfalls sein. das zumindest hat sich mein braver rolfi verdient, wenn es in hoffentlich noch ferner zukunft einmal so weit sein sollte. stimmt's, du braver gacklinger?)

Max Glan
01
17.11.2011, 16:45

Ich sag immer: gebeizte Eiche bleibt gebeizte Eiche

Walter B.Stechlich
00
17.11.2011, 13:57

reihenweise grabsteine mit "hansis" und "burlis".

Bodypainter
13
17.11.2011, 13:43
Zuviel vermenschlichung?

ich finds schade, dass man seine tiere nicht einfach im garten oder im wald eingraben kann. ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so eine belastung für die natur wäre, zumal ein tier ja sowieso natur ist. tierfriedhof, tierkrematorium... das ist in meinen augen einen tick zu menschlich. ich mag tiere, aber sie so zu vermenschlichen finde ich nicht gut. und was wär' so schlimm wenn "tasso" halt irgendwo im wienerwald begraben ist und frauchen emilie ab und zu dorthin wandert und ihrem hund gedenkt?

Arne Karlsson
02
19.11.2011, 01:05
Ist eine Frage der Praktik

Natürlich ist es problemlos möglich, den Wuffi im eigenen Garten zu begraben. Verboten ist es dennoch und das macht aus verschiedenen Gründen sinn:

- Hat Wuffi eine gewisse Größe (alles über Hamster), dann sollte man ihn tief genug begraben - das ist nicht jedermanns Sache. Jeder, der einmal ein Schützenloch gegraben hat weiß, wovon ich rede. Liegt er zu flach, riecht man es und er wird von Marder, Fuchs und Dachs wieder ausgegraben.

- Nicht jeder hat einen Garten - der Ausweg wäre also, Wuffi im Park oder Wald zu begraben - wovon Stadtgartenamt und Forstverwaltung nicht sonderlich begeistert ist - auch verständlich.

Ich halte den Tierfriedhof für eine ausgezeichnete Lösung.

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