Österreich gibt 11,1 Prozent für Zinsen aus

17. November 2011, 12:13
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Deutlicher Rückgang seit 1990er Jahren, Beiträge der Zinszahlungen der Länder aber nicht berücksichtigt

Wien - Die Zinszahlungen des Bundes entsprechen heuer rund 2,5 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung oder anders gerechnet 11,1 Prozent des für 2011 geplanten Bundesbudgets, geht aus Zahlen der Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) und des Finanzministeriums hervor. Gemessen an der Wirtschaftskraft Österreichs sind die Zinszahlungen seit den 1990er Jahren rückläufig, was nicht zuletzt an der stark gefallenen Durchschnittsverzinsung liegt.

Die Zinszahlungen des Bundes hatten 1997 mit 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einen Rekordwert erreicht. In absoluten Zahlen zahlte die Republik damals 6,38 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Zinssatz für die Staatsschuld lag damals bei 6 Prozent - was schon eine Erleichterung im Verhältnis zum Jahrzehnt davor bedeutete: Zwischen 1983 und 1992 lag der durchschnittliche Zinssatz durchgehend über 7 Prozent, im Spitzenjahr 1991 bei 7,8 Prozent.

Obwohl der Zinssatz fiel, stieg die Zinsleistung in absoluten Zahlen ab Anfang der 1990er Jahre deutlich: Von 4,3 Mrd. Euro 1990 (Zinssatz: 7,7 Prozent) auf 6,8 Mrd. Euro 2000 (Zinssatz 5,4 Prozent). Der Anteil der Bundeszinsen am BIP blieb in dieser Zeit zwischen 3,2 Prozent und 3,5 Prozent weitgehend stabil.

Erst in diesem Jahrtausend stagnierten die Zinszahlungen in absoluten Zahlen zwischen 6,8 Mrd. Euro 2000 und 6,9 Mrd. Euro 2009. 2010 nach der kräftigen Neuverschuldung in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, stiegen die Zinszahlungen allerdings wieder auf 7,5 Mrd. Euro. Parallel dazu kam es zu einem Rückgang der Zinsleistung gemessen als Anteil des BIP von 3,3 Prozent im Jahr 2000 auf 2,4 Prozent in 2010. Heuer gibt es wieder einen geringfügigen Anstieg auf 2,5 Prozent des BIP. Die durchschnittliche Verzinsung fiel im gleichen Zeitraum kontinuierlich und erreichte 2010 4,05 Prozent. Für 2011 liegen noch keine Zahlen vor, die Republik Österreich hat ihre neuen oder aufgestockten Anleihen heuer aber mit deutlich unter 4 Prozent Rendite emittiert.

Zinszahlungen der Länder, die ebenfalls vom Steuerzahler bezahlt werden müssen, sind in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. (APA)

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