Apples "Killer-Patent" beunruhigt Mobilfunkbranche

17. November 2011, 12:37
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Elementar für ortsbasierende Technologie - Anbieter müssten für Lizenzen tief in die Tasche greifen

Schlechte Nachrichten für Apples Mitbewerber auf dem Location Based Markt. Einem Cnet-Bericht zufolge landete die Neuauflage eines Patents aus dem Jahr 1998, ursprünglich als 6,122,520 von Xerox eingereicht, in Tim Cooks Händen, was Apples Stellung bei ortsbezogenen Diensten ordentlich stärken könnte. Sofern der Konzern seine Karten richtig ausspielt. Erik Sherman von Cnet spricht von einem "Killer Location-Services Patent". Und es scheint sich durchaus um ein Killer-Patent zu handeln. Nachdem Apple bereits einige Erfolge gegen Google, Samsung oder HTC und somit Android vor Gericht verbucht hat, könnte der Tanz jetzt erst so richtig losgehen.

Ortsbezogene Werbung und Co.

Betroffen sind Unternehmen wie Facebook und Foursquare, die wegen ihrer Location based Services zur Kassa gebeten werden könnten. Mit dem Patent RE42,927 hat Apple nämlich eine mächtige Waffe im Bereich Mobiltechnologie. Dazu zählen ortsbezogene Werbung, soziale Netzwerke, Landkarten, Deals oder Augmented Reality. Im Prinzip ist es nur eine Frage der Zeit, wann Apple ausholt, um Lizenzen weitläufig einzutreiben. 

Uneingeschränkte Informationen

Was das Patent abdeckt: Das System zeigt Informationen an, die in der Umgebung des Gerätes relevant sind. Das könnten Text, Video, Audio sowie Bilder sein. Bei den übermittelten Infos gibt es keine Einschränkungen, das reicht von Sale-Angeboten bis hin zu Zwei-für-Einen-Burger im nächsten Fast Food Restaurant.

Dumm gelaufen

Dem US Patentamt zufolge wurde Apple das Patent " System and method for obtaining and using location specific information" bereits am 17. Dezember 2009 zugesprochen. Unerfreulich für Xerox, da sie die Technologie ursprünglich patentiert hatten, und dann an Apple verkauften.

Grundlegendes Element

Da die Technologie so tief in all diese Dienste integriert ist, wird es schwer sein, sich daran vorbei zu schummeln, wenn man Anbieter eines Location based Services ist. Bleibt nur noch die Frage: Was wird Apple tun, beziehungsweise wem werden sie es antun?

NFC-Patent

Ein weiteres Patent, das sich Apple gesichert hat, löst in der Tech-Branche Verwunderung aus. Dabei geht es darum, komplexeren Datenaustausch zwischen zwei Smartphones auf Basis von Near Field Communication (NFC) zu vereinfachen, berichtet Engadget. Eine Technologie, die zum Beispiel im Verkauf zum Einsatz kommen könnte. Aber unterscheidet sich das Endergebnis so sehr von Android Beam oder Bump? Ein ähnliches Konzept stellte sogar Fujitsu vor, wobei Orts-relevante Arbeitsabläufe auf NFC setzen. (ez, derStandard.at, 17.11.2011)

  • Anbieter von ortsbezogenen Diensten sollten sich warm anziehen.
    foto: derstandard.at/red

    Anbieter von ortsbezogenen Diensten sollten sich warm anziehen.

  • Workflow-Sharing über NFC.
    foto: patentlyapple.com

    Workflow-Sharing über NFC.

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