Occupy lebt

Wall Street im Belagerungszustand

17. November 2011, 19:28

Die Bewegung bäumt sich noch einmal auf, nachdem man die Menschen aus dem New Yorker Zuccotti Park vertrieben hatte

New York - Die Wall Street ist im Belagerungszustand. Am Donnerstag strömten Tausende Demonstranten in das Herz des New Yorker Finanzbezirks, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Ein starkes Polizeiaufgebot riegelte die Gegend ab und hinderte die Aktivisten der "Occupy Wall Street"-Bewegung daran, bis direkt zur New Yorker Börse vorzustoßen. Viele Börsianer hatten große Probleme, durch die Absperrungen zu kommen.

"Wall Street. Our Street!" skandierten die Demonstranten. "Wall Street. Unsere Straße!" Polizisten versuchten, die umliegenden Straßen für den Verkehr freizuhalten und die Demonstranten auf die Gehsteige zurückzudrängen. "Wall-Street-Banker ruinieren unser Land", sagte ein junger Mann. Die Organisatoren hatten über soziale Netzwerke wie Facebook dazu aufgerufen, die Finanzmeile zu blockieren. Es soll eine der größten Protestaktionen überhaupt werden.

Damit bäumt sich die Bewegung genau zwei Monate nach ihrem Beginn noch einmal auf und zwei Tage, nachdem die Polizei die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem New Yorker Zuccotti Park vertrieben hatte. Im Laufe des Morgens strömten immer mehr Sympathisanten in Richtung Finanzbezirk, es bildeten sich nach Augenzeugenberichten mehrere Protestzüge. Vereinzelt gab es Festnahmen. Ansonsten blieb es zunächst weitgehend friedlich.

"Man kommt kaum durch", beschwerte sich eine Mitarbeiterin an der Börse. Sie schimpfte dabei weniger auf die Aktivisten, als vielmehr auf die Polizisten, die sie selbst nach Vorzeigen ihres Hausausweises zunächst nicht durchgelassen hätten. Sie habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen, dem großen Handelssaal der New York Stock Exchange. Letztlich sei der Handel aber wie gewohnt gestartet. "Die Eröffnungsglocke hat geläutet."

"Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit. Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. Auch in Europa gibt es Proteste. Menschen harren in Zelten etwa vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt aus.

Das Ursprungs-Zeltlager im New Yorker Zuccotti Park hatte Bürgermeister Michael Bloomberg dagegen in der Nacht auf Dienstag räumen lassen. Das hatte die Frage aufgeworfen, wie es nun mit "Occupy Wall Street" weitergeht. Der Winter steht vor der Tür, und einzelne Mitglieder der Bewegung denken bereits darüber nach, die Proteste zumindest vorübergehend zurückzufahren.

"Die wissen doch gar nicht mehr, was sie wollen", sagte ein New Yorker Händler. "Wir machen doch nur unsere Arbeit hier." In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall Street aber als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite.

Die Demonstranten planten weitere Aktionen, unter anderem ein Marsch mit Lichtern über die Brooklyn Bridge, um das zweimonatige Jubiläum von "Occupy Wall Street" zu feiern. (APA)

 

Kommentar posten
15 Postings
Johann Hunger1
00
19.11.2011, 20:12
wüsche den bürgerinnen der usa, das selbe wie im nahen osten.

videoopa
01
18.11.2011, 11:17
Gute Ideen, jetzt anwendbar, von Christian Felber

http://vimeo.com/32309920

lessismore
04
17.11.2011, 23:08

"Wir machen doch nur unsere Arbeit hier." -- Ich wette, das haben die Händler dort auch gesagt, wie die Wall Street noch Sklavenmarkt war.

santa fe
 
11
17.11.2011, 21:01
die 99% bewegung ist nicht gut organisiert, weil sie eine alternativbewegung ist - auch in bezug auf organisation. in allen organisationen kommen die gleichen g'schaftlhuber und wichtigtuer an die macht und ändern an der machtsucht des systems nichts

die unbeholfenheit der 99er spricht für ihr redliches bemühen, macht an sich abzuwerten. der appell an die menschen, lieber auf unmittelbaren erfolg zu verzichten, als die alten fehler bis zur endkatastrophe fortzusetzen, wird verstanden und trotzdem erfolg als vertrauens-voraussetzung eingefordert.

wir müssen uns auf die wiederherstellung der persönlichen souveränität konzentrieren und die FI veranlassen, die von ihr versklavte menschheit wieder freizugeben:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle

demokratisch, gewaltlos und friedlich erkämpft von der avantgarde derer, die von der macht an sich genug haben, weil sie eine tödliche sucht-droge ist, die uns gerade alle in ihren selbstmord durch überdosis mitzunehmen droht.

Sinclair Babbitt
03
17.11.2011, 19:19
Eine Exil-Österreicherin wird zum Gesicht der Occupy-Bewegung!

84-Year Old Dorli Rainey, Pepper-Sprayed at Occupy Seattle, Denounces "Worsening" Police Crackdowns

Dorli Rainey, 84-year-old Seattle resident who was pepper-sprayed by police during an Occupy Wall Street protest. Rainey was born in Austria and moved to the United States in 1956 after working as a technical translator in the U.S. Army in Europe.

http://www.democracynow.org/2011/11/1... ney_pepper

Mörchen
03
17.11.2011, 18:50
Das Ende des Geldes/Vortrag Univ. Prof.Dr. Franz Hörmann

http://dorftv.at/videos/op... space/2901

Hofzwerg
01
17.11.2011, 16:10
go on

die bewegung ist nicht perfekt, aber hat gute ziele und ehrenwerte.
weiter so, es ist wichtig ein zeichen zu setzen.
wenn keiner was sagt, wird sich auch nichts ändern.

Peacefaktor
05
17.11.2011, 13:57
Es ist Zeit sich zu besinnen. Fragen dieser Zeit:

Welche Werte sind erstrebenswert?
Kann ein System, welches weltweit etwa 2/3 der Menschen in Armut hält und insgesamt überhaupt nur ein paar wenigen % dient ein erstrebenswertes sein?
Darf Macht, nach den Erfahrungen der Menschheit, wirklich wieder so zentriert sein, wie derzeit bei der Finanzindustrie?
Ist es sinnvoll Demokratie wo es nur geht zu bescneiden?
Ist es sinnvoll den Dialog zu meiden und auf Gewalt zu setzen?
Ist es sinnvoll die Natur weiterhin derartig brutal auszubeuten?
Ist es menschenwürdig Menschen auszubeuten, und wie zB in Afrika unter erbärmlichsten Umständen arbeiten/vegetieren zu lassen?
Ist ein dauerndes Gegeneinander wirklich zielführend, oder sollten wir uns nicht die Hände reichen und auf ein Miteinander bauen?

taripay
06
17.11.2011, 12:16
Missverständnis

"Die Demonstrationen richten sich gegen die Macht der Finanzkonzerne ..."

Es sind nicht nur die Finanzkonzerne, sondern auch die korrupte Politik, Medien, Militärs, Konzerne, Bildungssysteme, Verbrecherorganisationen und was sich halt noch so als SB-Laden, zur Unterdrückung und Desinformation von Seiten der 1% gegen die 99% "gut" eignet.
Schon vor über 60 Jahren machte ein "Schauspieler" eine interessante Rede, die seither gar nichts von ihrem Gehalt verloren hat:
http://www.youtube.com/watch?v=W... ata_player
Herzensbildung, Liebe, Austausch - Fähigkeiten, die in jedem Menschen vorhanden sind drängen kollektiv stärker ins Bewusst"SEIN".
Die BEWEGUNG ist schon im Gange und kann nicht mehr gestoppt werden!

Mostbluzza
02
17.11.2011, 16:03
gut in amerika

müsste man, demokratisch gesehen, jeden grosskonzern abfackeln.

ob das die unheilige pharmaindustrie, die betrügerische finanzindustrie betrifft, oder die kranke landwirtschafts- und genindustrie, die ölindustrie, die waffenindustrie sowieso, die niediglohnindustrie im handel, ... usw usw.

ist alles nur eine frage der zeit, der auslöser lässt auf sich warten - sozusagen.

eknaDNovember
03
17.11.2011, 15:02

so ist es!

F S 3
06
17.11.2011, 13:17
Gut formuliert. Die "Bewahrer der Asche" haben offensichtliche Probleme, wenn sich der verordnete Spin NICHT gegen eine KONKRETE SACHE richten kann, wie auch…

…die Erfüllungsgehilfen bei der Polizei sich gerne immer die RÄDELFÜHRER aussuchen, um sie dingfest zu machen.

Können sie diese nicht identifizieren, haben sie ein Problem.

Ein ausgezeichnetes Video-Interview auf…

http://12160.info/page/they... en_twitter

…wo sich ein PENSIONIERTER NYer Polizist in Uniform mit der OWS solidarisch erklärt.

nofx4fatpeople
02
18.11.2011, 15:09
und schon wurde er verhaftet

http://12160.info/video/nyp... e=activity

Organkontrolle
00
17.11.2011, 15:04

war bei der OWP in Wien und redete mit einem Polizisten. nah ja. Er sagte nur: er ist hier nur dienst-zugeteilt und strahlte auch Sympathie aus.

Aber mal was anderes: was macht Leute korrupt?

WRN
00
17.11.2011, 19:38

Der Instinkt.
Korruption und der Drang sich besser zu stellen ist wohl angeboren

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