Grenze zu Mexiko: US-Fahnder entdecken Schmuggler-Tunnel

San Diego Tunnel Task Force beschlagnahmt fast zehn Tonnen Marihuana - mit Video

Los Angeles - US-Fahnder haben an der Grenze zu Mexiko einen großen Drogenschmuggler-Tunnel entdeckt, der von der Stadt Tijuana bis zu einem Lagerhaus in Kalifornien reichte. Der mehr als 360 Meter lange unterirdische Gang sei mit elektrischem Licht und einem Belüftungssystem ausgestattet gewesen, teilten die US-Behörden am Mittwoch mit. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, mindestens 14 Tonnen Marihuana wurden beschlagnahmt.

Die Beamten der San Diego Tunnel Task Force schlugen zu, als sie einen verdächtigen Lastwagen beobachteten, der ein Lagerhaus im südkalifornischen Ort Otay Mesa verließ. Die Zollbehörde sprach von einem bedeutenden Sieg über die mexikanischen Drogenkartelle.

In dem verdächtigen Lastwagen fanden die Fahnder drei Tonnen Marihuana. In dem Lagerhaus stießen Beamte auf weitere 6,5 Tonnen der Droge und den mehr als sechs Meter in die Tiefe abfallenden Eingangsschacht. Die von ihren US-Kollegen alarmierte mexikanische Polizei fand in einem Lagerhaus auf der anderen Seite des Tunnels weitere fünf bis sechs Tonnen Marihuana.

In den vergangenen vier Jahren fanden US-Beamte mehr als 75 Tunnel unter der Grenze, die meisten nach Kalifornien und Arizona. Der jetzt entdeckte Tunnel ist das sechstgrößte derartige Bauwerk in der Region San Diego. Der Fund des voll ausgebauten Ganges zeige, dass die Drogenkartell vor nichts zurückschreckten, um ihre Drogen in die USA zu schmuggeln, sagte William Sherman von der US-Anti-Drogenbehörde DEA.

In der Nähe von Chicago im US-Staat Illinois nahm die Polizei unterdessen 15 mutmaßliche Drogendealer mit Verbindungen zum mexikanischen Kartell Los Zetas fest. Die Beamten beschlagnahmten 13 Millionen Dollar (rund zehn Millionen Euro) in bar sowie 250 Kilogramm Kokain, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Das Kartell Los Zetas wird für zahlreiche Entführungen und Morde vor allem im Gebiet des Golfs von Mexiko verantwortlich gemacht. Seit die mexikanische Regierung den mächtigen Drogenbanden im Jahr 2006 den Kampf angesagt hatte, starben im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 45.000 Menschen. Eine Reihe von Festnahmen in den vergangenen Jahren und die Ergreifung ranghoher Drogenbosse wirkten sich dabei kaum auf die Gewalt im Land aus. (APA)

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