Grenze zu Mexiko: US-Fahnder entdecken Schmuggler-Tunnel

17. November 2011, 10:56

San Diego Tunnel Task Force beschlagnahmt fast zehn Tonnen Marihuana - mit Video

Los Angeles - US-Fahnder haben an der Grenze zu Mexiko einen großen Drogenschmuggler-Tunnel entdeckt, der von der Stadt Tijuana bis zu einem Lagerhaus in Kalifornien reichte. Der mehr als 360 Meter lange unterirdische Gang sei mit elektrischem Licht und einem Belüftungssystem ausgestattet gewesen, teilten die US-Behörden am Mittwoch mit. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, mindestens 14 Tonnen Marihuana wurden beschlagnahmt.

Die Beamten der San Diego Tunnel Task Force schlugen zu, als sie einen verdächtigen Lastwagen beobachteten, der ein Lagerhaus im südkalifornischen Ort Otay Mesa verließ. Die Zollbehörde sprach von einem bedeutenden Sieg über die mexikanischen Drogenkartelle.

In dem verdächtigen Lastwagen fanden die Fahnder drei Tonnen Marihuana. In dem Lagerhaus stießen Beamte auf weitere 6,5 Tonnen der Droge und den mehr als sechs Meter in die Tiefe abfallenden Eingangsschacht. Die von ihren US-Kollegen alarmierte mexikanische Polizei fand in einem Lagerhaus auf der anderen Seite des Tunnels weitere fünf bis sechs Tonnen Marihuana.

In den vergangenen vier Jahren fanden US-Beamte mehr als 75 Tunnel unter der Grenze, die meisten nach Kalifornien und Arizona. Der jetzt entdeckte Tunnel ist das sechstgrößte derartige Bauwerk in der Region San Diego. Der Fund des voll ausgebauten Ganges zeige, dass die Drogenkartell vor nichts zurückschreckten, um ihre Drogen in die USA zu schmuggeln, sagte William Sherman von der US-Anti-Drogenbehörde DEA.

In der Nähe von Chicago im US-Staat Illinois nahm die Polizei unterdessen 15 mutmaßliche Drogendealer mit Verbindungen zum mexikanischen Kartell Los Zetas fest. Die Beamten beschlagnahmten 13 Millionen Dollar (rund zehn Millionen Euro) in bar sowie 250 Kilogramm Kokain, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Das Kartell Los Zetas wird für zahlreiche Entführungen und Morde vor allem im Gebiet des Golfs von Mexiko verantwortlich gemacht. Seit die mexikanische Regierung den mächtigen Drogenbanden im Jahr 2006 den Kampf angesagt hatte, starben im mexikanischen Drogenkrieg mehr als 45.000 Menschen. Eine Reihe von Festnahmen in den vergangenen Jahren und die Ergreifung ranghoher Drogenbosse wirkten sich dabei kaum auf die Gewalt im Land aus. (APA)

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45.000 Tote

das kann nur der Neid sein, der seine Gier verteidigt

"Der Fund des voll ausgebauten Ganges zeige, dass die Drogenkartell vor nichts zurückschreckten ..."

Nichtmal vor langen unterirdischen Gängen schrecken diese fiesen Drogenkartelle zurück!!

Der CIA

wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine feindliche Übernahme des einträglichen Drogengeschäfts durch die Mexikaner.

Die Propaganda langweilt.

"Die Zollbehörde sprach von einem bedeutenden Sieg über die mexikanischen Drogenkartelle."

Das hört man immer wieder. Das ist dann die Rechtfertigung dafür das man Unmengen an Geld in den "war on drugs" steckt.

Warum das nicht funktionieren kann zeigt der Film American Drug War: The Last White Hope.

oh!

sie haben kräuter gefunden!

Ein weiterer bedeutender Sieg.

Die USA "hangeln" sich ja schon seit Jahrzehnten von Sieg zu Sieg in ihrem endlosen Krieg gegen den Drogenhandel.

LEGALISIEREN, JETZT !

"Der Fund des voll ausgebauten Ganges zeige, dass die Drogenkartell vor nichts zurückschreckten, um ihre Drogen in die USA zu schmuggeln, sagte William Sherman von der US-Anti-Drogenbehörde DEA."

wie kann man nur so bestialisch sein und einen tunnel bauen tz tz.

Ja.

Früher hat das die CIA wenigstens noch mit Flugzeug reingeschafft in die USA. Oder über Schiffsladung.

Jetzt werden schon Tunnel gebaut!

Kommen die jetzt ans Verkaufspult kalifornischer Apotheken

und die Schmuggler müssen halt die Steuer nachzahlen?
Könnte man ja mal prüfen lassen ob es den strengen Anforderungen entspricht - ist halt wegen der sicher wesentlich billigeren Arbeitskraft in Mexiko unfair gegenüber den kalifornischen Hanfbauern!?

So einen Tunnel gab's doch schon vor einigen Seasons in "Weeds".

Life imitates art.

tja was war wohl zu erst, der tunnel oder weeds? =)

Tunnel? Lächerlich! 10 t? Lächerlich. Und das soll ein großer Schlag sein? War nur Köder damit die arme US-Polizei auch mal einen Erfolg vorweisen kann und bei härteren Drogen ruhe gibt.

Das ist ein grosser Schlag ...

im vergleich mit anderen ... nur die gleiche Menge wurde wahrscheinlich monatelang 1 - 2x die Woche durch den Tunnel gebracht ... und irgendwo werden schon wieder 2 neue gegraben ...

insofern sind die 10 Tonnen eher lächerlich.

Man man man

Es ist wirklich traurig, dass versucht wird eine PFLANZE auszurotten, bloß weil eine Minderheit von Konsumenten Probleme damit bekommt. Cannabis wurde nicht aus Gründen des Gesundheitsschutzes, sondern hinterhältig aus wirtschaftlichen Interessen verboten! Ich schäme mich für die USA.

Ich kenne leider kein einziges Land in dem Weed

legalisiert ist und ich schaeme mich fuer die Niederlaender die das Gesetz gerade extrem verschaerft haben.

Sie schaemen Sich weil es in den USA verboten ist? Dann muessen Sie Sich fuer viele Laender schaemen: "Cannabis is illegal to consume, use, possess, cultivate, transfer or trade in most countries" [Wikipedia]

ich glaube sukram spricht die tatsache an, dass von den USA für ein hanfverbot lobbiiert wurde, da es eine konkurrenz zur in den USA angebaute baumwolle ist.

auch wenn industriehanf legal angebaut werden kann, hat das verbot sich darauf stark ausgewirkt.

Richtig. Es waren gleich mehrere Industriezweige beteiligt: Die Baumwoll-, Papier bzw. Holz-, Pharma-, Chemie- und Erdölindustrie. Es hat eine regelrechte Hetzjagd stattgefunden.

Das ist aber auch so, weil sich kein Land es wagt, es gegend en Wunsch der USA zu legalisieren. Die gehören danngleich zur Achse des Bösen. ich möchte nicht wissen, wie die USA reagieen würde, falls Mexiko Marihuana legalisieren sollte.

Genau. Außerdem wurde ein internationaler Vertrag zum Drogenverbot beschlossen, gegen das man nicht verstoßen darf. Dass dieser Vertrag aber sehr faulige und längst widerlegte Begründungen hat, wird nicht berücksichtigt.

ist aber nurmehr eine Frage der Zeit bis die Regierenden erkennen dass sie auf die Erlöse einer Besteuerung von Cannabis nicht mehr verzichten können. there´s too much money in it. give it 5 more years...

Dein Wort in Gottes Gehörgang. Ich denke, dass es noch eine Weile dauern wird. Der Generationswechsel wird die Änderung im Betäubungsmittelgesetz erbringen. Viele Politiker sind so alt, dass sie während einer Phase aufgewachsen sind, als es noch sehr viele Fehlinformationen und Unwahrheiten bezüglich Cannabis gab. Diese halten sich leider zum Teil ja immernoch. Viele sind überzeugt, dass Cannabis was ausschließlich schlechtes ist und hinterfragen dementsprechend nicht.

tu ich auch, allerdings ist die USA der Ursprung des Übels

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