Berlusconi will "Schattenregierung" gründen

17. November 2011, 09:53
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Medienzar will seine Partei neu organisieren und bereitet sich auf Wahlkampagne vor

Rom - Der am Samstag zurückgetretene italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi zeigt sich kampfeslustig. Trotz des blamablen Endes seiner Amtszeit als Regierungschef will der Medienzar die politische Szene nicht verlassen. Aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinem Land unterstütze er die neugegründete Regierung der Fachleute unter der Führung des Ex-EU-Kommissars Mario Monti. Er selbst werde jedoch eine Art "Schattenkabinett" gründen, das dem amtierenden Premier Vorschläge für Maßnahmen und Reformen unterbreiten werde, sagte Berlusconi bei einem Treffen seiner Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL - Popolo della liebrta) am Mittwochabend.

In dieser dramatischen Phase der Schuldenkrise müsse man in Italien auf politischen Streit verzichten und für das Wohl des Landes zusammenarbeiten. Berlusconi berichtete, dass er sich persönlich um eine Neugründung seiner Partei kümmern werde, die in den letzten Monaten stark an Popularität eingebüßt hat. "Ich werde wieder als Unternehmer arbeiten, aber als Unternehmer einer politischen Partei. Jetzt müssen wir alles neu organisieren", meinte Berlusconi im Gespräch mit den Spitzenpolitikern seiner Gruppierung.

Trotz des Popularitätsverlusts könne seine Partei immer noch mit 27,6 Prozent der Stimmen rechnen, versicherte Berlusconi. Er bezog sich dabei auf Umfragen, die er selber beauftragt hatte. Seine persönliche Popularität liege bei 35,7 Prozent, jene der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei 31 Prozent, berichtete Berlusconi. PdL-Chef Angelino Alfano betonte, jetzt beginne für die Partei der Wahlkampf. Die Legislaturperiode geht in Italien im Frühjahr 2013 zu Ende. (APA)

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