Post steigert Ergebnis deutlich

17. November 2011, 08:14
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Personalaufwand konstant - Jahresumsatz soll um 3,5 bis 4 Prozent wachsen

Wien - Die Österreichische Post hat in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres das Betriebsergebnis und den Umsatz deutlich steigern können, der Ausblick wurde beibehalten. Insbesondere der Cashflow aus dem Ergebnis legte mit 26,9 Prozent (146 Mio. Euro) deutlich zu. Für das Gesamtjahr prognostiziert Postchef Georg Pölzl ein Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,0 Prozent bei einer Ebitda-Marge "am oberen Ende der Zielbandbreite von zehn bis zwölf Prozent".

Das Betriebsergebnis wurde in den ersten drei Quartalen um 15,4 Prozent auf 109,5 Mio. Euro ausgebaut, der Cashflow aus dem Ergebnis betrug 146 Mio. Euro, ein Plus von 26,9 Prozent. Der Konzernumsatz lag mit 1,71 Mrd. Euro auf dem Niveau des Umsatzes der Vorjahresperiode. "Zur besseren Vergleichbarkeit gilt es, den Umsatz 2010 um die per Ende 2010 endkonsolidierten meiller Gesellschaften zu bereinigen. Somit konnte der Konzernumsatz auf vergleichbarer Basis von 1.642 Millionen Euro um 4,1 Prozent verbessert werden", rechnete Pölzl am Donnerstag in einer Aussendung vor.

Post-Partner

Weiterhin rückläufig ist das Geschäft in den Filialen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich von Postämtern auf Post-Partner umgestellt wurden. In den letzten zwölf Monaten wurde die Anzahl der Post-Partner von 898 auf 1.239 erhöht. Im Filialnetz gab es ein Umsatzminus von 4,1 Prozent, während es in der Division Paket & Logistik mit 6,0 Prozent sowie in der Division Brief mit 4,1 Prozent einen Zuwachs gab. "Neue Dienstleistungen und Selbstbedienungsprodukte werden vom Markt gut angenommen und leisteten positive Umsatzimpulse", so Pölzl. Der Personalaufwand blieb mit 817,0 Mio. Euro "auf vergleichbarer Basis konstant".

Für das Gesamtjahr geht die teilstaatliche börsenotierte Post AG von einer Verbesserung des Konzernumsatzes aus, "die je nach konjunktureller Entwicklung zwischen 3,5 und 4 Prozent liegen sollte". Zu den strategischen Zielen hieß es, die Post "evaluiert für die Region Benelux Alternativen, um die nachhaltigste und effizienteste Logistiklösung anbieten zu können. Ziel ist es, bei Aufrechterhaltung der Versorgung, das Netzwerk zu straffen und bis Jahresende eine Strukturentscheidung hinsichtlich Kooperation und Outsourcing zu treffen. Für Strukturmaßnahmen in der Division Paket & Logistik wurde bilanziell in Form einer Rückstellung in Höhe von 20,0 Mio. Euro vorgesorgt." 

Personalstand deutlich gesunken

Die Österreichische Post hat den Personalstand innerhalb eines Jahres um 747 Mitarbeiter auf 23.486 Personen reduziert. In Österreich sind rund 20.000 Postler am Werk, die Personalreduktion betraf fast ausschließlich den Inlandsmarkt. Der Personalaufwand blieb mit 817 Mio. Euro konstant. Die Abgänge erfolgten in etwa je zur Hälfte durch natürliche Fluktation und durch Pensionierungen. 310 Postler wechselten zum Bund, davon wurden bisher 280 fix übernommen. Die Rückkehrquote beträgt rund zehn Prozent, sagte Postchef Georg Pölzl.

Die teilstaatliche börsenotierte Post AG konnte im dritten Quartal 2011 den Umsatz von 536,1 auf 572 Mio. Euro steigern, das Betriebsergebnis (Ebit) legte von 20,3 auf 28,2 Mio. zu. Das Periodenergebnis wurde von 14,0 auf 16,9 Mio. Euro angehoben, das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 0,21 auf 0,25 Euro. Die Post hatte im Mai die Brief-Tarife umgestellt und daraus "positive Effekte" erzielt, so Pölzl. Dass diese auf Kosten der Kunden gingen, stimme aber nicht. Vielmehr sei es so, dass sich die Kunden noch auf die neuen Tarife einstellen müssten. So geht er davon aus, dass die Zahl der Geschäftskunden, die den Economy-Tarif wählen, deutlich zunehmen werde. Derzeit nutze knapp jeder Fünfte das Angebot, langsamer und dafür günstiger zu versenden.

An der Umwandlung von Postämtern in Post-Partner wird laut Pölzl festgehalten, allerdings habe man zuletzt etwas "Gas herausgenommen". Ende des kommenden Jahres soll der Wandel abgeschlossen sein, dann wird es rund 2.000 Geschäftsstellen, davon 500 Ämter, allesamt mit Bawag-Geschäftsstellen, geben.

Gut bewährt habe sich das Pilotprojekt "Post Empfangsbox". Seit September würden in sieben Wohnhausanlagen von Wiener Wohnen 90 Boxen angebracht. Über 600 Pakete wurden bisher hinterlegt. Ebenfalls zufrieden gab sich Pölzl mit dem Kuvertieren von Werbesendungen, sprich der Bündelung der Prospekte im Postfach. Ab Februar 2012 soll das "Kuvert" flächendeckend in Österreich angeboten werden. (APA)

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