Blatter muss Rassismus-Aussage klarstellen

16. November 2011, 23:23
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FIFA-Präsident wollte keinen Rassismus zwischen Spielern erkennen - "Am Ende des Spiels schütteln wir einander die Hände"

London - Joseph Blatter, Präsident des Weltfußballverbands (FIFA), will vor dem Hintergrund der Rassismusvorwürfe in der englischen Premier League gegen John Terry und Luis Suarez nicht von Rassismus auf dem Feld sprechen. "Ich würde das in Abrede stellen. Das ist kein Rassismus", erklärte der Schweizer in einem Interview mit CNN am Mittwoch. Für Blatter handelt es sich um unpassende Wörter und Gesten, am Ende des Spiels müsse ein Handschlag stehen.

"Es ist vielleicht ein Spieler gegen den anderen, er verwendet ein Wort oder eine Geste, die nicht die korrekte ist", meinte Blatter. "Aber auch der, der davon betroffen ist, sollte sagen, dass es ein Spiel ist. Wir sind in einem Spiel, und am Ende des Spiels schütteln wir einander die Hände."

"Am Spielfeld sagst du manchmal etwas, das nicht sehr korrekt ist", meinte Blatter weiter, "aber am Ende des Spiels ist es vorbei, und du hast das nächste Spiel, wo du dich besser verhalten kannst."

Bei Englands Teamverteidiger Rio Ferdinand etwa fanden Blatters Kommentare alles andere als Anklang. "Ich fühle mich dumm dafür, geglaubt zu haben, dass Fußball eine führende Rolle gegen Rassismus einnimmt ", verlautbarte der Manchester-United-Verteidiger über Twitter. Sein Bruder und Queens-Park-Rangers-Spieler Anton zieh erst kürzlich Chelsea-Kapitän John Terry einer rassistischen Schmähung während einer Partie.

Die FIFA sah sich schließlich zu einer Klarstellung genötigt. "Meine Aussagen sind falsch verstanden worden", erklärte darin Blatter. "Was ich sagen wollte, ist, dass du als Fußballer während eines Spiels zahlreiche ,Kämpfe' mit deinen Gegnern hast, und manchmal werden falsche Dinge getan. Aber normalerweise entschuldigst du dich am Ende des Spiels, wenn du eine Konfrontation hattest, man schüttelt einander die Hand, und wenn das Spiel aus ist, ist es aus." (APA/Reuters)

  • "Wir sind nur in einem Spiel"
    foto: epa/walter bieri

    "Wir sind nur in einem Spiel"

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