Europa-Chef des IWF tritt zurück

17. November 2011, 15:25
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Borges nimmt aus persönlichen Gründen seinen Hut

Washington - Der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds, Antonio Borges, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das teilte der IWF am Mittwoch mit. Demnach gab Borges private Gründe für seinen Schritt an. Wie es weiter hieß, soll Reza Moghadam, derzeit Direktor der Strategie-Abteilung beim IWF, Nachfolger des Portugiesen werden und seinen neuen Posten bereits an diesem Donnerstag antreten. IWF-Chefin Christine Lagarde habe den Verwaltungsrat entsprechend informiert.

Borges hatte die Europaabteilung vor einem Jahr unter Lagardes Vorgänger Dominique Strauss-Kahn übernommen. Lagarde würdigte die Verdienste des einstigen Direktors von Goldman Sachs International insbesondere mit Blick auf die Eurokrise. Er habe seinen Posten während einer "extrem schwierigen Periode" für die Mitglieder der Eurozone innegehabt. Seine "reiche Erfahrung" im öffentlichen und privaten Sektor "zusammen mit seiner Fähigkeit, starke Beziehungen zu den Behörden der Mitgliedsstaaten aufzubauen, waren bei der Antwort auf die Krise von großem Wert", wurde Lagarde in der IWF-Mitteilung weiter zitiert.

Von Analysten wurde der Wechsel begrüßt. Der neue IWF-Europadirektor Moghadam sei ein "sehr glaubwürdiger und mächtiger Insider", sagte Eswar Prasad, früher selbst beim IWF und jetzt beim Think Tank Brookings Institution in Washington.

Borges hatte Anfang Oktober öffentlich erörtert, dass der IWF spanische oder italienische Staatsanleihen kaufen könnte, um deren Finanzierungsprobleme zu begrenzen. Der Fonds könnte neben dem reformierten Euro-Rettungsschirm EFSF Anleihen etwa von Spanien oder Italien erwerben, wenn es nötig sei, um das Marktvertrauen in diese Papiere zu stärken, sagte er. Er hatte seine Äußerungen dann dahingehend ergänzt, dass der IWF nur Geld an Länder ausleihen könnte und nicht in den Anleihemärkten direkt intervenieren werde. (Reuters)

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