Was Fliegenflügel mit dem Herzen verbindet

16. November 2011, 19:52
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Forscher entdecken Gen, das Flugmuskelbildung steuert und auch im Herz aktiv ist

 London/Wien - Fliegenflügel schlagen bis zu tausendmal in der Sekunde. "Dem gegenüber wirkt ein Hundertmeter-Sprinter, der seine Beine nur wenige Male pro Sekunde bewegt, wie eine richtige Schnecke", sagt der deutsche Molekularbiologe Frank Schnorrer. Seine aus Österreich stammende Mitarbeiterin Cornelia Schönbauer hat mit Kollegen nun jenen molekularen Schalter entdeckt, der die Bildung der superschnellen und faserförmigen Flugmuskeln steuert.

Fehlt nämlich ein Gen namens "Spalt", dann bilden sich anstatt der indirekten Flugmuskeln normale Beinmuskeln, und die Fliegen bleiben am Boden. Normalerweise ist "Spalt" nur in Flugmuskeln aktiv. Brachten die Forscher das Gen aber in die Fliegenbeine, entstanden dort faserförmige, flugmuskelähnliche Gewebe, wie sie im Fachblatt "Nature" berichten.

Die neuen Erkenntnisse könnten auch für die Medizin relevant sein. Menschen besitzen zwar keine Flugmuskel, doch in ihrem Herzen sind zwei "Spalt"-Gene aktiv. Der menschliche Herzmuskel bildet das Protein "Spalt" und die Spannung in der Herzkammer beeinflusst die Stärke des Herzschlags. Ob "Spalt" eine Rolle bei der Regulation des Herzschlags spielt, ist bisher nicht bekannt, so die Forscher. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 17. 11. 2011)

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