Was wirklich schlimm ist

Kommentar der anderen16. November 2011, 19:56
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Eine Antwort auf Konrad Paul Liessmanns "Die Irrtümer der Bildungspharisäer"

Schlimm genug, dass Kollege Liessmann kein Klischee auslässt und auf so genannte bildungsferne Schichten herabschaut, die seiner Meinung nach nur Rockstars und Fußballer als Vorbilder haben. Es ist schlimm genug, dass er sich über die armen mittelständischen Deppen lustig macht, die noch an Wohlstandsgewinn durch Bildung glauben. Es ist schlimm genug, dass er in der gemeinsamen Ausbildung aller Lehrer/innen eine Dequalifizierung erblickt und so tut, als verfügten wir bereits flächendeckend über gut ausgebildete, entsprechend bezahlte Lehrer/innen, die man nur machen lassen müsste. Wirklich schlimm ist, dass Liessmann damit für eine Rückkehr zur klösterlichen Schule plädiert, die weder von innen (sic!) noch von außen gestört werden soll - und dabei nicht nur die Interessen der Betroffenen sondern überhaupt die Öffentlichkeit von Bildung im Allgemeinen und Schule im Besonderen ignoriert. (Benjamin Kneihs/DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2011)

Zur Person:
Benjamin Kneihs ist Univ. Prof. an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Paris Lodron Universität Salzburg.

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