Nationalratsparteien kündigten "Lösung für Allgemeinheit" bei Frage nach Doppelstaatsbürgerschaft, Vollautonomie oder Begnadigung der "Pusterer Buam" an
Wien - Die Südtiroler Volkspartei (SVP) ist am Mittwoch auf Österreich-Besuch gewesen und hat für sie "wichtige Themen" mit den Nationalratsparteien in Wien besprochen. Dabei ging es konkret um die Doppelstaatsbürgerschaft, die am Dienstag von SVP-Obmann Richard Theiner ins Gespräch gebrachte Vollautonomie Südtirols, die Schutzmachtfunktion Österreichs und die Begnadigung der "Pusterer Buam". Laut Theiner hätten ihm die Parteien Unterstützung angeboten, teilte er in einer Aussendung am Abend mit.
"Man hat uns zugesichert, alle Themen, die mit der Südtirol-Frage in Zusammenhang stehen, im Lichte einer Lösung im Sinne der Allgemeinheit anzugehen", erläuterte er. Diese Themen dürften keinen parteipolitischen Interessen ausgeliefert werden. Besonders was die doppelte Staatsbürgerschaft betreffe, "ging es uns nie darum, die österreichischen Mehrheitsverhältnisse zu ändern oder am Sozialtisch mitzunaschen. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist ein rein ideelles Anliegen", sagte Theiner.
Grund für die Reise nach Wien sei gewesen, um "die wichtigsten Themen mit allen Parteien im Nationalrat in einem offenen Gespräch zu klären." "Wir können ein positives Resümee ziehen, vor allem, weil wir darlegen und unterstreichen konnten, dass die großen Themen auf der Agenda nicht von parteipolitischen Interessen vereinnahmt werden dürfen", fügte der SVP-Obmann hinzu. Laut SVP-Fraktionschef Elmar Pichler Rolle solle im gegenseitigen Respekt für gute Lösungen gearbeitet werden.
Im Halbstundentakt hatten Theiner, Pichler Rolle und der SVP-Kammerabgeordnete Siegfried Brugger Gespräche mit Vertretern der Nationalratsparteien ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ und dem BZÖ geführt. FPÖ-Klubchef Heinz-Christian Strache kündigte nach dem Zusammentreffen an, aktuelle Südtirol-Themen auf breiter Ebene in einem rasch anzuberaumenden Südtirol-Unterausschuss zu behandeln. (APA)