Ukraine - Österreich

Analyse16. November 2011, 19:08
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Die Analyse der drei häufigsten Passbeziehungen Österreichs gegen die Ukraine dokumentiert das Bemühen um robuste Beziehungen im Aufbau. Vor allem auf dem linken Flügel und im Zentrum etablierten sich relativ regelmäßige, aufeinander aufbauende Dreiecksstrukturen. Eine Lücke klaffte lediglich auf dem rechten Flügel, der offensiv wie defensiv die Achillesferse darstellte.

Das teaminterne Passranking indiziert das konstruktive Engagement der Verteidigung in puncto Spielaufbau. Eine interessante Arbeitsteilung zeichnete sich in der Innenverteidigung ab: Während Pogatetz in der Eröffnung den Kontakt zum zentralen Mittelfeld suchte, war Prödl tendenziell für die weiten, direkten Zuspiele in die Spitze zuständig. Fuchs wiederum gestaltete seinen offensiven Spielraum durch offen polyvalente Beziehungskisten mit Ivanschitz, Arnautovic, Baumgartlinger und Janko.

Entscheidend für die Dominanz der Österreicher war nicht zuletzt die kollektive Beweglichkeit der Offensivkräfte. Die nicht wenigen Halb- bis Großchancen entstanden aus einer Mischung aus erkennbaren Automatismen und unberechenbarer Spontaneität. Vor allem Janko überraschte durch intensive Spielbeteiligung in der Etappe samt Bemühen um intelligente Ballverteilung.

Die Strategie des neuen Teamchefs Koller besteht wenig überraschend darin, dem läuferischen und kämpferischen Potenzial ein tragfähiges spielerisches Gerüst zu verpassen. Gegen die Ukraine ließ sich dies an der koordinierteren Bewegung ohne Ball bereits erkennen. Eine anzugehende Baustelle ist die Passgenauigkeit - aus dem diesbezüglichen Manko lässt sich die relative Ineffizienz von Arnautovic und vor allem die Isoliertheit von Harnik am rechten Flügel erklären. Abgesehen von der starken Links-rechts-Asymmetrie steht der Neustart unter Koller unter guten Vorzeichen des Bemühens um Musterbildung und Spielgestaltung. (Helmut Neundlinger, DER STANDARD Printausgabe 17.11.2011)

 

DIE MEISTEN PÄSSE / PASSVERSUCHE

1. Pogatetz-Prödl 23

2. Fuchs-Ivanschitz 20

3. Prödl-Schiemer 17

3. Ivanschitz-Fuchs 17

5. Prödl-Pogatetz 14

6. Pogatetz-Baumgartlinger 12

6. Fuchs-Arnautovic 12

6. Arnautovic-Ivanschitz 12

6. Schiemer-Prödl 12

10. Baumgartlinger-Fuchs 11

11. Baumgartlinger-Arnautovic 9

11. Fuchs-Baumgartlinger 9

11. Alaba-Arnautovic 9

11. Ivanschitz-Arnautovic 9

11. Janko-Arnautovic 9

11. Prödl-Janko 9

11. Fuchs-Alaba 9

AM ÖFTESTEN ANGESPIELT

1. Arnautovic 72

2. Baumgartlinger 66

2. Ivanschitz 66

4. Janko 57

5. Prödl 56

6. Alaba 55

7. Fuchs 54

8. Pogatetz 43

9. Schiemer 39

GABEN DIE MEISTEN PÄSSE

1. Fuchs 75

2. Prödl 70

3. Pogatetz 68

4. Baumgartlinger 65

5. Schiemer 55

6. Arnautovic 50

7. Alaba 49

7. Ivanschitz 49

9. Janko 28

SCHLÜSSELSPIELER*

1. Baumgartlinger 131 (65/66)

2. Fuchs 129 (75/54)

3. Prödl 126 (70/56)

4. Arnautovic 122 (50/72)

5. Ivanschitz 115 (49/66)

6. Pogatetz 111 (68/43)

7. Alaba 104 (49/55)

8. Schiemer 94 (55/39)

9. Janko 85 (28/57)

10. Harnik 63 (27/36)

11. Almer 42 (27/15)

12. Kavlak 34 (15/19)

*gegebene und angenommene Pässe

ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT

1. Baumgartlinger 93,85 (61/65)

2. Pogatetz 91,18 (62/68)

3. Schiemer 89,09 (49/55)

4. Prödl 88,57 (62/70)

5. Alaba 87,76 (43/49)

6. Fuchs 86,67 (65/75)

7. Arnautovic 86,00 (43/50)

8. Almer 85,19 (23/27)

9. Kavlak 80,00 (12/15)

10. Janko 78,57 (22/28)

11. Ivanschitz 77,55 (38/49)

TEAMANTEIL ERFOLGREICHER PÄSSE

1. Fuchs 13,08

2. Pogatetz 12,47

2. Prödl 12,47

4. Baumgartlinger 12,27

5. Schiemer 9,86

6. Alaba 8,65

6. Arnautovic 8,65

8. Ivanschitz 7,65

9. Almer 4,63

10. Janko 4,43

11. Harnik 3,42

Der Ansatz

Die Spielzüge werden aufgenommen und codiert. Der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet, das Ergebnis wird interpretiert. In der Grafik werden die Ballwege zu den drei wichtigsten Passpartnern verdeutlicht. Die Kreisgrößen ergeben sich aus den Summen angekommener und abgegebener Pässe.

Die Analytiker

FAS.research mit Sitz in Wien und New York war schon bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie bei der EURO 2008 im Einsatz und beobachtete exklusiv für den STANDARD Österreichs EM-Quali-Spiele.

Team: Ruth Pfosser,

Helmut Neundliger, Wolfgang Streibl und Harald Katzmair. (red)

Link

www.fas.at

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    foto: der standard
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