Sparkurs

Die Regierung steht vor der Millionenfrage

16. November 2011, 18:30
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    foto: standard/cremer

    Noch hat er's lustig, der Kanzler. Bald müssen Werner Faymann und Finanzministerin Maria Fekter aber Spar- oder Steuerpakete schnüren.

Bis zu zehn Milliarden Euro muss die Koalition innerhalb von fünf Jahren auftreiben, damit die neu eingerichtete Schuldenbremse greift - An Möglichkeiten fehlt es nicht - doch nicht alle versprechen das schnelle Geld

Wien - Die Oppositionsparteien lassen die Regierung zappeln. Weder FPÖ, Grüne noch BZÖ wollen der Schuldenbremse, die einer Zweidrittelmehrheit im Parlament bedarf, bedingungslos zustimmen. Die FPÖ fordert eine Volksabstimmung über den Eurorettungsschirm und ein Nein zu Steuererhöhungen, das BZÖ will überhaupt Steuersenkungen. Am verbindlichsten gab sich bei der Budgetdebatte im Parlament noch Grünen-Chefin Eva Glawischnig: "Wenn Sie das unbedingt wollen, na schön, aber damit wird kein einziges Problem gelöst."

Letzterem kann die Regierung schwer widersprechen - und will sich ab sofort auf die Suche nach dem "Inhalt" machen, um den mit der Schuldenbremse "abgesteckten Rahmen" (Vizekanzler Michael Spindelegger) aufzufüllen. Benötigt werden sieben bis zehn Milliarden Euro, um das strukturelle Budgetdefizit des Bundes von derzeit 2,8 Prozent auf 0,35 Prozent im Jahr 2017 zu drosseln; das gesamtstaatliche Defizit wird heuer bei 3,9 Prozent liegen (Grafik).

Ein Überblick über Möglichkeiten, die Lücke zu schließen - und deren finanzielles Potenzial:

  • Gesundheit "Ineffizienzen, Doppelgleisigkeiten, Intransparenz, Zielkonflikte, Steuerungsdefizite": So hört sich der Problemaufriss im Bürokratendeutsch an. Auf den Punkt gebracht: In einem undurchschaubaren Kompetenzdschungel wirtschaften Bund, Länder, Gemeinden und Kassen aneinander und an den Bedürfnissen vorbei. 2,9 Milliarden Euro könnten freigeschaufelt werden, um sie anderwertig - etwa für Pflege - sinnvoller zu investieren, sagt der Rechnungshof: Insgesamt billiger könne das System wegen Alterung und medizinischen Fortschritts realistischerweise nicht werden. Über eine Reform wird bereits verhandelt, diese soll aber erst 2013 stehen und verspricht nur langfristig finanzielle Entlastung. Schnell gingen freilich Leistungskürzungen oder höhere Selbstbehalte.
  • Pensionen Noch ein Ausgabeposten, der stärker wächst als die Wirtschaft. Mit 58 Jahren ist das Antrittsalter extrem niedrig, jedes Jahr plus bringt auf dem Papier eine Milliarde Euro - unerwünschte Nebenwirkungen wie höhere Arbeitslosigkeit könnten den Effekt dämpfen. Ein Reformkonzept der Sozialpartner verspricht 1,5 Milliarden. Die ÖVP propagiert viel ehrgeizigere Ziele, sucht aber noch den Weg. Auch hier gilt: Maßnahmen wie bessere Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz greifen langsam. Schnelleres Geld versprechen "Nulllohnrunden" für Pensionisten oder Einschnitte im Pensionsrecht, etwa Leistungskürzungen. Eine Hürde ist der Vertrauensschutz.
  • Verwaltung Bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Verwaltung im engeren Sinn liegt Österreich im Mittelfeld. Der Rechnungshof hat dennoch 200 Vorschläge aufgelistet, um eine Milliarde zu sparen - ein paar Projekte hat die Regierung bereits durchgezogen. Weitere 300 Millionen sehen Experten, wenn der Beamtenabbau, der laut OECD hierzulande am rasantesten vor sich geht, fortgesetzt wird. Ein langfristiges, Potenzial liegt in der Entwirrung des föderalistischen Wirrwarrs.
  • Förderungen Mit 15 Milliarden pro Jahr gilt Österreich als Subventionschampion. Selbst wenn man die Spitäler herausrechnet, lasse sich kurzfristig eine Milliarde einsparen, glauben nicht nur Experten, sondern auch die SPÖ.
  • Steuererhöhungen Schuldenbremse heißt nicht automatisch Sparpaket. Die SPÖ will eine Steuer von 0,3 bis 0,7 Prozent auf Vermögen ab einer Million und erhofft sich mindestens 1,5 Milliarden. Eine Erbschaftssteuer und eine Wertschöpfungsabgabe versprechen weitere hunderte Millionen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut plädiert für eine Anhebung der Grundsteuern mit einem Erlös von bis zu einer Milliarde. Zur Debatte stehen auch höhere "Ökosteuern", etwa auf Benzin und Diesel. Gemeinsamer Vorteil: Steuererhöhungen lassen sich quasi per Federstrich verfügen. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2011)
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QUANTUM
00
30.11.2011, 04:37

eine fta fehlt noch

Hab Erbarmen!
01
30.11.2011, 07:01
1. Sparmaßnahme: Auflösung des Bundesrates!

dr. kokos
 
00
14.12.2011, 14:04

ohne den (heutigen) könnte man sicher auskommen, zumal er seine funktion als korrektiv der 1. parlamentskammer ja kaum ausfüllt.

aber das wären trotzdem nur peanuts. die halbe verwaltung könnte man nach hause schicken! mindestens. und die lehrer müsste man endlich mal auf normalarbeitszeit umstellen.

MALDONADO
00
17.11.2011, 11:48
10 Milliarden innerhalb von 5 Jahren damit Schuldenbremse greift

95% des Geldverkehrs erfolgt über das von den Geschäftsbanken mittels Kredit geschöpfte Giralgeld.

Nach Rückzahlung des Kredits verschwindet dieses Geld wieder und muss wieder durch Kredite neu geschöpft werden. Dadurch erzielen die Geschäftsbanken einen für Österreich geschätzten Zins-Extragewinn (Geldmarktzinsen minus Kontokorrentzinsen) von 1,6 bis 2,3 Mrd. jährlich.

Rechnet man auch den jährlichen Geldmengenzuwachs ein, würden dem Staat bei Wiederherstellung des staatlichen Geldregals (Recht auf alleinige Geldschöpfung) 5 bis 9 Mrd. jährlich verbleiben (nachzulesen auf Seite 86 "Monetäre Modernisierung" von Joseph Huber).

D.h. bei Wiederherstellung des staatlichen Geldregals bräuchten wir keine Schuldenbremse mehr.

QUANTUM
00
30.11.2011, 04:36

was heißt kreditklemme, dh daß es zZt weniger kreditausleihungen gibt, als zinsen bedient werden wollen. einfach gesagt: die zinsen beginnen uns/das system, wie ein virus seinen wirt, von innen her zu vernichten.

Feuergeist
 
00
17.11.2011, 10:50
Was machen die EU-Fuzzies eigentlich wenn ein Staat hergeht

und seinen Austritt bekannt gibt mit der Begründung:" tut uns Leid, aber wir können uns die EU-Mitgliedschaft nicht mehr leisten."?

dr. kokos
 
00
14.12.2011, 13:39

die eu-fuzzis streichen uns dann sämtliche vergünstigungen, sodass wir uns das alleinsein nicht mehr leisten können.

Der bessere Wisser
00
17.11.2011, 10:49
Übrigens

werden wir auch scheunigst eine Experetn-Regierung brauchen. Die Kasperl-Politiker die wir haben sind nicht in der Lage diese Krise zu bewältigen. Österreich hat seit 1970 kein Jahr gehabt, mit einem Überschuss in den Staatsfinanzen. Der Staatsschuld ist gestiegen von 15 Milliarden auf 215. Die Politik hat den Wählern Geschenke verteilt um wiedergewählt zu werden, mit dem Geld der Bevölkerung.
Die erste Krise haben die Banken verursacht, diese haben wir die Politik zu verdanken.
Also, weg mit denen und her mit den Experten, aber bitte nicht den Androsch!

dr. kokos
 
00
14.12.2011, 13:58

ich geb' dir mal ein beispiel: ein bekannter von mir hat bis 30 studiert, dann 10 jahre als lehrer oder uni-assistent gejobbt und mit knapp 40 ist er noch landesbeamter geworden, a-klasse natürlich. ein paar jahre später politisch in ungunst gefallen und aufs abstellgleis geschoben organisiert er jetzt betriebsausflüge und weihnachtsfeiern und andere wichtige dinge. das ziel ist jetzt die hofratspension, und zwar noch vor dem 60er.

also zuerst lange studiert, dann 10 jahre wenig gearbeitet, dann 20 jahre noch weniger bis gar nichts und am ende wollen wir 30 oder 40 jahre lang 5000 netto oder mehr im monat abcashen.

sowas nenne ich sozialschmarotzertum und solche fälle gibts haufenweise.

welches gemeinwesen soll das verkraften?

Der bessere Wisser
10
17.11.2011, 10:12
Erhöhe die Umsatzsteuer

per sofort für 5 Jahre auf 25%, damit käme 5 Milliarden mehr in die Kassa. Erfahrungsgemäss senken die Unternehmen zum Teil die Preise um die Waren nicht zu teuer zu machen. Der Effekt auf die Konsumption ist minimal, das hat sich in Deutschland gezeigt, als man eine Erhöhung durchführte.

dr. kokos
 
01
14.12.2011, 13:46

die umsatzsteuer ist die ungerechteste von allen, erfunden übrigens von kriegsgeilen preussischen generälen, deren staat pleite war.

eine einkommensteuer nimmt bezug auf das, was einer gewinne macht und sich an steuern überhaupt leisten kann.

das tut die umsatzsteuer nicht. da stellt sich der staat hin an kasse 1 und hält die hand auf bei jeder transaktion, egal ob dieser überhaupt ein gewinn zugrunde liegt. das ist nicht unähnlich den mafia-schutzgeldzahlungen.

die ust zu erhöhen ist zwar das einfachste, aber eben auch ungerecht, vor allem den schwächsten gegenüber, die ihr ganzes geld für die dinge des täglichen bedarfs ausgeben müssen.

wir brauchen andere ideen.

wolf navarrete
 
00
15.12.2011, 22:15

Der Staat ist tatsächlich eine mafiaartige Organisation. Die Inflation ist dann noch zu erwähnen - die trifft die Lohnabhängigen am meisten, ein grosses Vermögen kann man viel einfacher gewinnbringend anlgen, der Kaufkraftverlustdurch die Inflation trifft die am meisten, die ohnehin am wenigsten haben.

Berber
00
17.11.2011, 09:59
Mir gefällt die Schuldenbremse

Wird auch endlich Zeit, dass man in diesem Land nachhaltig was ändert. Einsparmöglichkeiten gibt es mehr als genug, jetzt muß auch endlich mal was getan werden. Irgendwer wird immer raunzen.

system1
00
17.11.2011, 10:18
glauben sie mir, SIE werden einer der ersten sein.

oder glauben sie wirklich es wird auch nur 1 einziger cent bei beamten, sinnlosen bauprojekten, freunderlwirtschaft oder gar der heiligen EU eingespart werden? mitnichten, einzig und allein bei den menschen selbst wird eingespart werden. keine pensionen mehr langfristig, kaum ams geld, spitäler sowieso, altenpflege natürlich auf null. so wirds ausschauen sie träumer!

Dilbert
00
17.11.2011, 09:07
noch Grünen-Chefin Eva Glawischnig

Hab ich was versäumt?

dr. kokos
 
00
14.12.2011, 13:52

vielleicht ein paar lektionen im deutschunterricht? einfach noch mal ganz langsam lesen, dann wird's vielleicht klar.

(kleiner tipp: eine noch-grünen-chefin müsste man mit bindestrichen versehen.)

wolf navarrete
 
00
15.12.2011, 22:17

Am besten hat den Text noch Dr. Kokos verstanden, am wenigsten Dilbert.

Emil Sacklinger
 
00
18.11.2011, 07:47
... noch nicht

aber alles hat sein ablaufdatum.

(in manchen fällen: zum glück)

Hudri Wudri
00
17.11.2011, 10:01
Nein, nur verlesen

... ob ein unterbewusster Wunschgedanke oder wirklich ein Missverstaendnis, sei dahingestellt - ich koennte das Spiel des Un(ter)bewussten durchaus nachvollziehen.

stoiker
13
17.11.2011, 08:32

die grössten flaschen der republik,treffen entscheidungen.
der schaden wird enorm,davon können wir ausgehen.

Solnce Ivskie
00
17.11.2011, 08:09
WIe wäre es mit einer Besteuerung der über 2,5 Mio Personen die Bezüge erhalten ohne dafür Steuern zahlen zu müssen.

Und wenn es nur ein Solidaritätsbeitrag ist, der hier eingehoben wird. Aber es kann nicht sein, dass die Leistungsträger dieses Landes immer mehr mit Steurern und Abgaben belastet werden und eine Labensplanung durch ständige eingriffe ins das Pensionsrecht unmöglich gemacht werden.

Ich habe mit 60 Jahren 45 Beitragsjahre erwirtschaftet, bin bis jetzt davon ausgegangen bis 62 arbeiten gehen zu müssen -ohne dafür Zuschläge zu erhalten - und darf nach künftiger Gesetzesänderung dann vielleicht gnadenhalber mit 65 in Pension gehen.
Dafür wird Famann unter dem Thema Verwaltungsreform weiter Beamte abbauen die er mit 55 in die Pension schickt

mayflower2
00
17.11.2011, 09:56

Wie wäre es mit einer Lohnerhöhung der 2,5 Mill.nicht Steuerlöhner,damit die auch Lohnsteuer zahlen können.

system1
00
17.11.2011, 10:20
was spricht gegen eine flat-tax für alle?

20% kann sich jeder leisten. sehe nicht ein warum ich 50% zahle während viele andere keine lohnsteuer zahlen. warum soll ich allein die alle erhalten? die dummen fleissigen erhalten die faulen dummen? das kanns ja nicht sein. denn inanspruch nehmen alle etwa gleich. die einen eben gratis, die anderen gehen 1 halbes jahr einkommenslos arbeiten dafür....

Naseweiss1
05
17.11.2011, 07:47
192 Mio € Parteienförderung (jährlich) können auch sinnvoller genutzt werden!!!

... auch ein kleiner Beitrag von unseren Politikern!

Fantastic Fox
00
17.11.2011, 09:27
Stimmt. Könnte man streichen.

Raiffeisen und die Kronen Zeitung sollen für ihre jeweiligen politischen Flügel gefälligst selbst zahlen.

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