Der spendable Förderwerber

16. November 2011, 17:51
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Das Theater Hamakom Nestroyhof am Scheideweg

Wien - Rechtzeitig zur Hälfte der laufenden Förderungsperiode lüftete Frederic Lion, Co-Leiter des Theaters Hamakom im Nestroyhof, das Geheimnis um das Budget seines verhältnismäißg schmal dotierten Hauses (300.000 Euro): Der Theatermacher hat sowohl zu den ersten beiden als auch zu der laufenden Spielzeit private Mittel zugeschossen.

Insgesamt eine Million will Lion aufgewendet haben, um den Etat aufzufetten. In der kommenden Saison sei mit dem Zubüßen Schluss: "Meine finanziellen Ressourcen gehen langsam zu Ende." Die Stadt Wien müsse sich - auch mit Blick auf die nächste Konzeptförderungsperiode - überlegen, wie die Zukunft des Hamakom-Theaters tatsächlich aussehen soll: Lion möchte seine Aufbauarbeit mit möglichst vielen Theatereigenproduktionen fortsetzen. In der Tat verfüge er nur über rund die Hälfte jenes Budgets, das andere, besser gestellte Mittelbühnen verbrauchen: "Jetzt fallen wir auf die öffentliche Förderung zurück!"

Lions Ass im Talon: Die Hamakom Theater- und Veranstaltungs GmbH fungiert als Hauptmieter der auratisch kostbaren Baulichkeit, in der auch Supermarktfilialen temporär Unterschlupf fanden. Während aber die Zukunft noch in einer gewissen Schwebe steht, verheißt das anlaufende Programm Spannungsreichtum.

Am 8. Dezember präsentiert progetto semiserio als Koproduktionspartner das Musiktheaterstück Mater Dolorosa - u. a. mit Bert Gstettner und Melita Jurisic. Regisseur Michael Gruner inszeniert Else Lasker-Schülers groteskes Endspiel IchundIch (ab 24. Jänner 2012). Der Hausherr selbst macht sich über Sarah Kanes Schocker Zerbombt (9. März 2012) her. (poh, DER STANDARD/Printausgabe 17. November 2011)

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