Im All sind magnetische Hebammen für Sterne tätig

20. November 2011, 11:34
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Magnetfelder der Spiralgalaxie M33 vermessen - sie bringen den galaktischen Staub in die für Sterngeburten erforderliche Ordnung

Heidelberg/London - Heidelberger Astronomen haben herausgefunden, dass ausgedehnte Magnetfelder dazu beitragen, dass sich das Gas in einer Galaxie zu neuen Sonnen zusammenballen kann. Das zeigen Beobachtungen von M33, einer drei Millionen Lichtjahre entfernten Nachbargalaxie der Milchstraße, wie Thomas Henning und Hua-bai Li vom Max-Planck-Institut für Astronomie im britischen Fachjournal "Nature" berichten.

Die Max-Planck-Forscher haben in M33 erstmals die großräumigen Magnetfelder einer anderen Galaxie vermessen. Es zeigte sich, dass in den mächtigsten Molekülwolken der kleinen Spiralgalaxie geordnete Magnetfelder verlaufen, die direkt den Spiralarmen folgen. Die Astronomen vergleichen das mit der Ordnung, die ein Magnet in einen Haufen Eisenspäne auf einer Tischplatte bringt.

Gute Perspektive

Was die gasförmige Materie in Galaxien dazu bewegt, sich zu Wolken zusammenzuballen, aus denen schließlich Sterne entstehen, ist noch nicht abschließend geklärt. Magnetfelder galten dabei schon länger als Kandidaten für stellare Geburtshelfer. Bisher sei jedoch nicht klar gewesen, ob die galaktischen Magnetfelder überhaupt stark genug sind, um der interstellaren Materie eine Ordnung aufzuprägen, oder ob Schwerkraft und turbulente Gasbewegungen die Dynamik der Gaswolken dominieren.

Dies lasse sich in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, aber nur schwer überprüfen, weil man dafür möglichst eine Draufsicht auf die Galaxienscheibe haben müsse, heißt es in einer Mitteilung des Heidelberger Instituts. Und M33 lässt sich fast genau "von oben" betrachten.

Mit Hilfe des Radioteleskops Submillimeter Array (SMA) auf Hawaii maßen die Forscher die Polarisation des Lichts von Kohlenmonoxid-Molekülen aus M33, woraus sich die Magnetfeldrichtung ablesen lässt. Es zeigte sich, dass die Magnetfelder der sechs massereichsten Molekülwolken nicht chaotisch-turbulent sind, sondern dem Verlauf der Spiralarme von M33 entsprechen. (APA/red)

  • Blick auf die Spiralgalaxie M33
 
    foto: thomas v. davis

    Blick auf die Spiralgalaxie M33

     

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