Internationaler Studententag

Studentenschaft will keine Kundschaft sein

16. November 2011, 17:29
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    foto: standard/fischer

    "Der freie Hochschulzugang und Bildung als öffentliches Gut müssen gewährleistet bleiben", fordert die ÖH.

Anlässlich des Internationalen Studententags warnt die Östereichische Hochschülerschaft vor der zunehmenden Kommerzialisierung von Bildung - Im europäischen Hochschulraum vermisst sie gegenseitige Verantwortung

Wien - So unterschiedlich ein Studentenleben in unterschiedlichen Ländern auch sein mag - Studiengebühren sind nicht überall ein Aufreger, "freier Unizugang" ist vielerorts ein Fremdwort -, so gibt es doch Themen, von denen sich Studentenvertreter aller europäischen Länder derzeit gleichermaßen bedrängt fühlen: "Bildung wird immer mehr als Gut gesehen und Studierende sollen Kunden werden", kritisiert der Generalsekretär der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH), Peter Grabuschnig, im Standard-Gespräch.

Anlässlich des heute, Donnerstag (17. November), begangenen Weltstudententags will die ÖH auf die zunehmende Ökonomisierung von Bildung aufmerksam machen und den Wert von (Hochschul-) Bildung an sich und für sich erinnern. "Leider ist es heute so, dass der Arbeitsmarkt immer mehr den Bildungsmarkt reguliert", sagt der Vertreter der Fraktion Engagierter Studierender (Fest). Grabuschnig meint damit viele Bachelor-Studiengänge, "wo es nur um schnelles Studieren ohne Tiefe und wissenschaftlichen Anspruch geht und einfach billig und schnell auf den Arbeitsmarkt reagiert wird". Ironischerweise sei die Qualität vieler Bachelors dann erst recht nicht die, die Unternehmen eigentlich wollten, sagt der FH-Student.

Ein Thema einte die europäischen Studentenvertreter beim Meeting der European Students Union (ESU) vergangene Woche in Sofia (Bulgarien) noch: "Es wird überall viel zu wenig Geld in Bildung investiert. Bildung hat für die Politik keine Priorität."

Die politische Idee eines "Europäischen Hochschulraums" werde von den Studierenden prinzipiell positiv gesehen, aber die Umsetzung, etwa über die Harmonisierung der Abschlüsse (Bachelor-Master-PhD), sei noch sehr uneinheitlich und vielerorts unzufriedenstellend realisiert.

Europäischer Hochschulraum heißt für die Studentenpolitiker aber auch europäische Verantwortung. Grabuschnig spricht sich nachdrücklich für Ausgleichszahlungen zwischen den EU-Ländern für Studierende aus. "Wir haben keine Angst vor europäischen Normen", sagt der ÖH-Funktionär - mit zwei Einschränkungen: "solange der freie Hochschulzugang und Bildung als öffentliches Gut gewährleistet bleiben."

Der International Student's Day wurde 1941 in London ausgerufen in Erinnerung an die Studentenproteste in Prag 1939 gegen die Besatzung durch die Nazis, die damals die tschechischen Hochschulen geschlossen und mehr als 1000 Studenten ins KZ Sachsenhausen verschleppt hatten.(Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2011)

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Roll mops
00

Studiengebühren sind für mich nur dann akzeptierbar, wenn sie für Studierende, die sich diese nicht leisten können, bereitgestellt werden und wenn sie eine eindeutige Verbesserung der Ausbildung gewähren können.

Nicator
00
17.11.2011, 17:04
Ich bin jetzt schon Kunde

Vor einem Jahr hat man sich die Folien der jeweiligen LV aus dem Internet herunterladen können. Nun werden diese nicht mehr online gestellt sondern bei der ÖH um satte 15-20-30 Euro bei uns in Graz verkauft. Find ich ganz toll. Mit den Büchern die man sich nur teilweise auf der UniBibliothek ausborgen kann, komm ich da pro semester auf ca. 400 Euro.
Ein Klax für jedermann.

dieDritteGeneration
01
18.11.2011, 10:42

Das kenn ich auch. Erst kostenlos, nächstes Jahr genau dasselbe um 20 Eur verkaufen. Ich würde gern wissen, wer davon profitiert? Geht das Geld an die Uni? An die ÖH? Oder an wen?
Der Professor, der das Skript geschrieben hat, meinte, dass er selbst von den Verkäufen keinen Cent sieht.

ihr-habts-ja-keine-ahnung-und-überhaupt
00
23.11.2011, 07:50

auch schon gesehen: frei zur Verfügung gestelltes, von einer Studentin (!) ausgearbeitetes Skript (weil die Professoren sich nicht die Mühe gemacht haben gescheite Lernunterlagen zur Verfügung zu stellen) wird im nächsten Jahr für knapp 20 Euro verkauft. Na klar, die Druckkosten halt. Natürlich verschwindet das PDF plötzlich aus dem Internet und weitergeben darf man es auch nicht mehr.

byron sully
04
17.11.2011, 16:18

es ist eine sehr bedenkliche entwicklung, daß universitäten immer mehr nach der pfeife der wirtschaft tanzen. so gerät die freiheit von forschung und lehre massiv in gefahr. diese tendenz muß unbedingt gestoppt werden, denn sonst studieren die leute in ein paar jahren studienrichtungen wie coca-cola-kunde oder microsoft-wissenschaften. die instituts- und fakultätsvorstände werden dann selbstverständlich von den jeweiligen konzernen bestimmt.

M.H.
32
17.11.2011, 11:09

Doch, ich will Kunde sein! Von mir aus kostet das Studium halt 380 oder 500 Euro pro Semester. (Das Stipendiensystem muss natürlich reformiert und ausgebaut werden.)

Dafür erwarte ich mir aber Service, wie er im 21. Jahrhundert üblich sein sollte: Gute Skripten zu Vorlesungen, freie Plätze in jeder LV, online Unterlagen, Videoaufzeichnungen von VOs, Handouts, engagierte Vortragende. Es gibt zwei Typen von Professoren auf unseren Hochschulen: Die alten, für die die Lehre eine nervige Pflicht ist, und die jungen, oft mit Auslandserfahrung, die sie als Teil ihres Jobs begreifen, den sie gut machen wollen. (Natürlich gibt es auch da immer solche und solche.)

pfs79
00
23.11.2011, 12:13

Das koennen Sie haben, und zwar z.B. an UK Unis. Da haben Sie dann mehr Service, als Sie sich ausmalen koennen. Leider wird sich das mit 380 bis 500 € nicht ausgehen, sondern da muessen Sie ab naechstem Jahr dann 9000 £ pro Studienjahr loehnen.

subspace99
04
17.11.2011, 11:32

Die besten Lehrenden, die ich kennengelernt habe, waren (mit wenigen Ausnahmen) durchaus älter. Jahrzehntelange Erfahrung ist nicht zu unterschätzen und nicht zu schlagen, wenn Sie mit Engagement kombiniert ist.

Der Steiner
00
17.11.2011, 11:20

Nicht zu vergessen,kleine Gruppen in den Übungen!

Der Steiner
00
17.11.2011, 11:20

Nicht zu vergessen, in den Übungen!

Erasmus von Mises
110
17.11.2011, 00:37
mimimimi

immer nur fordern, fordern, fordern. Egal, ob Studenten, Arbeitnehmer, Pensionisten oder sonstwer. Wann hat man das erste mal etwas vom Pendant zu Forderungen gelesen?

istros
03
17.11.2011, 11:18
.

Studenten, Arbeitnehmer und Pensionisten haben nun mal nicht die Möglichkeit politische Entscheidungsträger auf intime Angelausflüge und Badeurlaube auf der Jacht einzuladen.
Auch subtile Einflüstervereine sind kein wirkungsvolles Instrument für eine große Menge an Menschen, sondern nur etwas für Leute, die nichts als sich selbst im Kopf haben!

WarumNennenWirEsNichtVorfreude?
04
17.11.2011, 11:02

Na wirklich, die Leute sollen doch die Goschen halten, und für die Kapitalerträge des obersten % einfach hackeln ohne laut geben!
So eine Frechheit, mach die ganzen schönen neoklassischen Theorien zunicht, wie die Klasse der Kapitalisten aus Geld noch mehr Geld machen kann - dieses Ressourcenfutter!
/ironieoff
Ich sag ihnen was:
DIESE leute SIND die gesellschaft, für SIE ist wirtschaft da!
kapiert?

Der Chronist
01
17.11.2011, 08:29

Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran!

Gegen Studiengebühren kämpfen!
11
16.11.2011, 23:48
Demonstration gegen Studiengebühren

Schade, dass die Standard-Redaktion am internationalen Bildungsaktionstag die Demo gegen Studiengebühren unter dem Motto "Cash für Bildung statt für Banken übersehen" hat. Bloße Appelle sind zu wenig, wir müssen uns schon wehren und kämpfen. Wie in Kolumbien z.B. Dort haben Studierende durch wochenlange Proteste eine geplante Hochschulreform (Privatisierungen) zu Fall gebracht.

http://gegenstudiengebuehren.blogsport.eu
https://www.facebook.com/event.php... 2167621860

Dr. Ewald Hinterfotzig
00
17.11.2011, 17:44

Was genau haben die Banken damit zu tun?

Lichtzeichner
50
17.11.2011, 10:21
ich zahl gerne studiengebühren ,

bekomm auch eine gute ausbildung dafür.

Der Steiner
01
17.11.2011, 11:03

Wo?

Lichtzeichner
00
17.11.2011, 11:46

MCI

Irrer Wahnsinn
00
16.11.2011, 22:37
Blahblah,

Grausig wie doof und antilinks die derzeitige ÖH-Regierung agiert (bei der Vorsitzenden) - wo bleiben die Alternativen?

Der Chronist
00
17.11.2011, 08:29

Die gehen halt auch vor der Realität in die Knie.

Chemist88
11
16.11.2011, 23:55
antilinks?

die ÖH ist noch immer viel zu links, oder war es im Wahlkampf, jetzt hört man ja nichts mehr von denen.

Erwin Wolfram
00
17.11.2011, 11:18

die sind schon gut, aber die studenten haben keinen platz und werden eh scho viel mit gedankenmuell zugeschuettet, deshalb sollte man der oeh ausnahmsweise die ausnahme populaere linkspolitik zu machen nahelegen und zwar mit auftritts und praesentationsformen die modern sind und nicht mit sit in unter selbstpsychologiezwang, weil die wand schmutzig wird (das zeigt dass die unimitarbeiter geistige babypopos sind)

Der Chronist
00
17.11.2011, 08:30

Dafür stehen im NIG etliche sehr gute.

minor differences part 4
00
16.11.2011, 21:06

Apropos Kommerzialisierung. Ich find im ganzen Hauptgebäude der uni Wien keinen Colaautomaten mehr.

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