SOPA

"Zensurgesetze" in den USA verärgern Internetwirtschaft

16. November 2011, 17:19
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    foto: screenshot/derstandard.at

Bürgerrechtler und große Internetunternehmen laufen Sturm gegen Internetsperren wegen Urheberrechtsverletzungen

Im US-Repräsentantenhaus wird am 16.11. erstmals über den sogenannten "Stop Online Piracy Act" (SOPA) beraten. Mit diesem Gesetz sollen unter anderem DNS-Netzsperren gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet eingeführt werden. Die Unterhaltungsindustrie steht hinter dem Gesetzesentwurf und hofft dadurch wirksam gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen zu können.

"Zensurgesetz"

Bürgerrechtler und Vertreter der Internetwirtschaft nennen SOPA "Zenusrgesetz" und laufen dagegen Sturm. Darum haben sie am 16.11. den "American Censorship Day" ausgerufen. Die US-Bundesanwaltschaft soll mit Hilfe des neuen Gesetzes gegen Webseiten vorgehen können, auch wenn diese nicht aus den USA stammen.

Seiten löschen

Provider und Netzbetreiber müssen mit einem Gerichtsbeschluss dazu gezwungen werden, Seiten vom Netz zu nehmen, wenn diese urheberrechtlich geschütztes Material illegal verbreiten. Suchmaschinen müssten die Seiten dann aus ihren Indizes löschen und Finanzdienstleister und Werbenetzwerke dürften kein Geld mehr an die Betreiber auszahlen.

Offener Brief

Diese Forderungen gehen einigen Internetunternehmen zu weit. AOL, eBay, Facebook, Google, Linkedin, Mozilla, Twitter, Yahoo und Zynga befürchten, dass Providern und Contentanbietern zu intensiven Prüfungen und zur Überwachung ihrer Kunden gezwungen werden können. In einem offenen Brief an Senat und Repräsentantenhaus teilten sie diese Befürchtungen mit.

Digital Millennium Copyright Act

Provider befürchten, dass der Digital Millennium Copyright Act, der sie von der Haftung ausschließt, ausgehöhlt werden könnte. Vor allem die Eingriffe ins DNS-System sind den Unternehmen ein Dorn im Auge.

"Nutzer werden kriminalisiert"

Für Bürgerrechtler sind die Formulierung des SOPA zu unbestimmt und ermöglicht der Unterhaltungsindustrie einen Frontalangriff auf den DMCA. Normale Internetnutzer und heute legale Geschäftsmodelle würden kriminalisiert werden. Das Gesetz gefährdet die Integrität des Netzes und die Meinungsfreiheit direkt, so die Bürgerrechtler weiter.

RIAA

Cary Sherman Vorsitzender des Musikindustrieverbandes RIAA schreibt in einem Gastkommentar auf CNet: "Lasst uns alle mal durchatmen." Anstatt SOPA zu kritisieren fordert er die Gegner auf, eigene Vorschläge zu machen, wie man die Urheberrechtsverletzungen in Internet Unterbinden soll. "Initiativen zum Schutz geistigen Eigentums werden das Internet nicht zerstören", meint Sherman weiter. (soc)

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Posting 1 bis 25 von 38
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Javert
00

hauptsache, jeder noch so kranke nazi darf ungehindert von den US aus seinen dreck verbreiten!

VeeDub
00
FREIHEIT für das World Wide Web!

wenn man HEUTE das akzeptiert, dann gibt man der Regierung eine bequeme Möglichkeit MORGEN gegen regimekritische Seiten leichter vorzugehen. Ich glaube der "Arabische Frühling" hat den Machthabern weltweit gezeigt wie unbequem moderne und unregulierte, offene Kommunikation sein kann - und ein jeder Geheimdienst wird seiner Regierung wohl ein Konzept vorgelegt haben wie man gegen freie Kommunikation vorgehen kann, im "Notfall" natürlich

Captain Smoker
02
17.11.2011, 11:50

"Seiten vom Netz zu nehmen, wenn diese urheberrechtlich geschütztes Material illegal verbreiten"

Google?
Youtube?
...

PatriotInnen sind IdiotInnen
00
17.11.2011, 09:38

http://goo.gl/bwEPz
immer wieder aktuell, ob Telecommunications Act of 1996 oder SOPA 2011!

linker Schlechtmensch
02
17.11.2011, 08:31
In

den USA werden Gestze für die beschlossen, die am meisten zahlen.

slacker
01
17.11.2011, 09:15

also ob das nur in den USA so ist ...

Friedman Tobin
91
17.11.2011, 08:27

Ihre vergesst hier im Forum, dass die Urheberrechtsverletzungen ?uch Arbeitsplätze kosten (und zwar viel mehr als Viele glauben). D.h. eine Regulierung hätte vwtlich durchaus auch ihr Gutes, obwohl sie mir persönlich sonst natürlich nicht gefällt.

Bastian Balthasar Bux
02
24.11.2011, 14:47

Hab mal einen Arbeitsplatz gekostet. Schmeckt mir nicht. :-) *gg*

Bastian Balthasar Bux
01
24.11.2011, 14:45
Früher kamen mir Patente zumindest noch teilweise sinnvoll vor, aber

seit ich eine Doku über Monsanto und deren Methoden gesehen habe, bin auch ich gegen JEDE Art von Patenten!

Sukram's Panopticum
 
04
17.11.2011, 14:47

Ja, natürlich würden die Arbeitsplätze kosten. Arbeitsplätze, die es vor dem ganzen Blödsinn nicht gegeben hat.

Das Arbeitsplatz-Argument ist ja echt nur völlig daneben!

Friedman Tobin
00
17.11.2011, 23:28

Ja, ja wie immer - die Arbeitsplätze entstehen ja immer irgendwie automatisch, wie denn sonst...Alleine für meine Person könnte ich Ihnen eine Liste von Produkten (z.T auch um bis zu 1000 Euro pro St.) aufstellen, die ich nicht gekauft habe, da sie direkt im Internet kostenlos zu haben sind. Und es wurden dabei selbstverständlich keine Arbeitsplätze geschaffen (höchstens ein Paar Server-Mechaniker oder wie die heissen) und ich mache sowas wirklich nur selten. In ärmeren Ländern (d.s. fast alle Länder der Welt) macht sowas aber wirklich jeder und 10x am Tag. Ausserdem kosten mich solceh Urheberrechstverletzung so nebenbei auch persönlich einen großen Teil meiner Aufträge und so geht es immer mehr Leut. Aber nein, das sind Wahnvorstellungen.

trollpower
01
24.11.2011, 13:40

Ja das sind sie. Den dieser Vergleich ist Schwachsinn. Die einizgen Arbeitsplätze die verloren gehen, sind wohl die von Firmen, die sich darauf spezialisiert haben, diesen Kreig zu führen. Hier geht es nur um Geld. Der OnlinePrivacy Act beizeht sich auf eine ganz spezielle Sparte an Produkten deren derzeitige Vertriebsmodelle veraltet und stupide sind. Doch anstatt die Wirtschaft mit Neuem zu beleben (und dadruch Arbeitsplätze zu schaffen) halten sie lieber an ihren obsoleten Methoden fest (und schaffen mehr Anwaltsplätze). Kein Mitleid mit dem Lokführer der auf die Wand zuhält.

Joerg A.
00
17.11.2011, 13:28

Können Sie das belegen?

the lawyer
00
17.11.2011, 10:58

Quellen?

solandre
 
00
17.11.2011, 08:12

ich frage mich warum immer nur gesetzesanträge zur verschärfung der kontrollen von individuen und vereinfachung der beschneidung von freiheit und rechten eingebracht werden.
warum bringt keine partei oder bürgerinitiative einen antrag zur ausweitung der bürgerrechte, zur kontrolle von staatlichen und privaten institutionen, zur rücknahme von freiheitsbeschneidenden gesetzen ein?

ich verstehe das nicht.

Wicked Vienna
00
17.11.2011, 15:15

Die Befreiung findet nach dem nächsten WK statt.

NONE
10
17.11.2011, 07:56

Die 1% können noch so viele Gesetze kaufen, sie sind allesamt irrelevant, spätestens dann wenn endlich eine Mehrheit entscheidet nicht mehr Sklave indirekter Demokratie zu sein.

Adam Markus
016
17.11.2011, 03:52

Dieses System ist nur noch eine von innen ausgehöhlte verrottende Spott-Version einer Demokratie.

Jeden Tag gibt es neue Berichte/Artikel/Dokumentationen über Interessensgruppen/Firmen aus Industrie/Wirtschaft/Politik, die keinerlei Skrupel haben für den maximalen Profit und für ihren Machterhalt die Erde weiter in den Abgrund zu treiben.

Diese "Zivilisation", wenn sie überhaupt als solche genannt werden darf, ist nicht nur ein Armutszeugnis der Menschheit, sondern leider auch deren größter Feind.

Ein neues System muss her und das rasch. Leider fürchte ich, dass die Zuständigen "Führungspersönlichkeite" diese Option bereits mitgedacht haben und deswegen schon am Faschismus basteln.....

Sukram's Panopticum
 
04
17.11.2011, 14:50

Woher nehmen Sie, dass daran "gebastelt" wird? Der ist doch schon längst implementiert... oder ist ihnen der Kapitalismus bzw. Neoliberalismus noch zu wenig "faschistisch"?

Wicked Vienna
00
16.11.2011, 22:16

So löst sich das Problem von selbst.
Mächtige US Industrie gegen mächtige US Industrie - Baaam

Und: Wer verdient mehr Geld ?

Wird auf jeden Fall interessant.

NONE
11
17.11.2011, 07:56

Das löst das Problem nicht - hier kauft man sich Demokratie (Gesetze).

Das funktioniert nur Dank Korruption in indirekter Demokratie.

Keyser
00
16.11.2011, 21:13

Jetzt, auf einmal, laufen sie Sturm? Und dabei ist es ja nicht so, als wäre es erst seit gestern auf dem Weg, sondern schon gute 2 bis 3 Jahre.

Es ist halt dumm, wenn eine Maßnahme die sich angeblich gegen Filesharing richten sollte, nun auch auf andere Unternehmen und deren Kunden seine Auswirkungen haben könnte.

Und dann haben die Unternehmen plötzlich auch etwas dagegen, die Kunden evtl. überwachen zu müssen, da diese dann davon laufen könnten. Verständlich, da geht es ja um die eigenen Einnahmen, weniger um die Kunden.

Trotzdem dürfte es wohl etwas spät sein, um nun lauthals "geht nicht" zu schreien, und dagegen Sturm zu laufen.

Jan Sommer
08
16.11.2011, 20:57
Wen wunderts ?

Mit der Terrorismusheuchelei als Alibi entlarvt sich die USA auch beim Internet einmal mehr als totalitär dirigiert.

"...the land of the free ...." in der Hymne ist schon seit Jahrzehnten die pure Verhöhnung.
js

Adam Markus
11
17.11.2011, 03:41

Eh, nur wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, oder?

Jan Sommer
00
19.11.2011, 07:08
Nicht vergleichbar.

js

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