ÖVP-Landesrat will Penthouse-Affäre aussitzen

Lukas Kapeller, 17. November 2011, 06:15
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    Im Juli 2008 trat Christian Switak (re.) aus dem Schatten seines Mentors Günther Platter, ...

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    ... jetzt steht der Landesrat länger im Rampenlicht, als ihm lieb ist.

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    screenshot: dietiwag.org; fotos: markus wilhelm

    Der Mietpreis, den Switak für diese Dachgeschosswohnung bezahlt, beschäftigt den Tiroler Landtag.

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    Tiroler Panorama: Hinter dem Idyll kämpfen Tourismus-Unternehmen um Genehmigungen für Skilifte oder Bauwidmungen für Golfplätze.

Christian Switak will Wohnung eines Skilift-Imperiums weiter zum Vorzugspreis mieten

Innsbruck - Die Tiroler ÖVP und ihr Landesrat Christian Switak zeigen sich fest entschlossen, die Affäre rund um dessen großzügige Dachgeschosswohnung auszusitzen. Switak war sich bei der Landtagssitzung am Mittwoch vielmehr keiner Schuld bewusst. Er will weiter in der Landesregierung bleiben und auch an seiner Wohnsituation offenbar nichts ändern.

Die Vorgeschichte: Switak, Landesrat für Finanzen und Raumordnung, wohnt in einer zweistöckigen Dachgeschosswohnung in der Innsbrucker Innenstadt zur Miete. Brisant daran: Die Luxus-Immobilie gehört dem Tiroler Skilift-Kaiser Heinz Schultz. Dieser führt die Schultz-Gruppe, die größter privater Seilbahnbetreiber in Österreich ist, dazu noch Eigentümer zahlreicher Skigebiete in Tirol, inklusive Gastronomie und Hotels. In die Agenden des ÖVP-Landesrates Switak fallen auch die Seilbahngrundsätze.

Switak: Nur ein Golfplatz

Dienstag: Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) - man kennt sich seit Minister-Tagen, Switak war sein Kabinettschef - hält seinem Landesrat die Treue. "Es lässt sich natürlich nicht vermeiden, wenn man in der Politik tätig ist, dass man Entscheidungen treffen muss über Leute, die man kennt", verteidigt Platter das Mietverhältnis Switak-Schultz.

Mittwoch: Im Tiroler Landtag bezeichnet Switak alle Vorwürfe als "falsch". Er habe sämtliche monatlichen Überweisungen seit Beginn des Mietverhältnisses im Jahr 2008 vorgelegt. Außerdem betonte er, dass er als Landesrat den im Zillertal beheimateten Unternehmer Schultz nie bevorzugt habe. Während seiner Amtszeit habe es "außer einem Golfplatz keine relevante Widmung" gegeben.

Bei dem Golfplatz im Zillertal habe es überdies einen einstimmigen Beschluss der Zillertaler Bürgermeister gegeben, sagte Switak. Tatsache ist dennoch, dass Switak am 30. Juni 2009 die Änderung der landwirtschaftlichen Flächen beschlossen und damit Schultz die Erlaubnis zum Golfplatz-Bauen erteilt hat.

Zwei weitere Förderungen seit 2008

Die Chronik dieser Umwidmung teilte Switak in einer gut zehnminütigen Rede im Tiroler Landtag am Mittwoch selbst mit. Und er berichtete offenherzig noch von weiteren Förderungen des Landes Tirol für seinen Vermieter Schultz: 3,1 Millionen Euro bekam Schultz für ein Hotel in Kals am Großglockner mit 480 Betten zugeschossen, beschloss die Landesregierung am 15. Dezember 2009. Weitere 155.000 Euro Förderung für Schultz winkte die Tiroler Regierung am 23. November 2010 durch. Diesmal ging's um eine Beschneiungsanlage samt Speicherteich im Skizentrum St. Jakob im Defereggental.

Switak findet nichts Schlimmes daran, weil beide Regierungsanträge auf Schultz' Förderung "jeweils nicht von mir eingebracht wurden". Fakt ist aber, dass die Landesregierung ihre Beschlüsse einstimmig fasst, also auch mit Switaks Billigung. Zudem kommen beide Förderungen, sowohl die Hotelbetten in Kals als auch der Beschneiungsteich in St. Jakob, aus der Tiroler Wirtschaftsförderung. Diese fällt ins Ressort einer Parteifreundin Switaks, der Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Der Tiroler Politik-Rebell Fritz Dinkhauser forderte am Dienstag den Rücktritt Switaks. Georg Willi, Klubobmann der Tiroler Grünen, riet Switak, zumindest aus seiner Wohnung auszuziehen, könne er doch als Seilbahn-Landesrat über die künftigen Profite seines Vermieters Schultz mitentscheiden.

Fragwürdiger Mietzins für Regierungsmitglied

Switak will von alldem nichts wissen. "Ich war mir sicher, dass es besser ist, ein Mietangebot eines langjährigen Bekannten anzunehmen, als das einer Bank, einer Versicherung oder eines anderen Unternehmens", rechtfertigte er sich im Landtag, warum er im Jahre 2008 als Landesrat das Penthouse im Eigentum des Skilift-Unternehmers Schultz bezog.

Im Gespräch mit derStandard.at beziffern Innsbrucker Makler die Monatsmiete eines solchen Objekts mit 1000 bis 1400 Euro - ohne Betriebskosten. Ein ähnlicher Rundruf des ORF Tirol ergab gar 1200 bis 1500 Euro, ebenfalls ohne Betriebskosten. Vergleichbare Innsbrucker Immobilien bekommt man jedenfalls nicht immer um 1040 Euro: derStandard.at fand beispielsweise eine Wohnung in ähnlicher Größe und Lage, für die 2263 Euro berappt werden müssen, wie unter diesem Link zu sehen ist. Switak, der laut eigenen Angaben 800 Euro Miete plus 240 Euro Betriebskosten bezahlt und nur fünf Gehminuten ins Büro hat, will an seiner Miete auf dem bekannt teuren Pflaster Innsbruck aber nichts Außergewöhnliches finden. 

Gegen-Offensive

Der ÖVP-Politiker fühlt sich nun von Medien und Oppositionsparteien verfolgt und bietet eine aufwendige Beweisführung auf. Er habe die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Linz beauftragt, seine dem ORF Tirol vorgezeigten Belege rund um das Mietverhältnis zu prüfen, kündigte er an. Dies werde bis voraussichtlich Ende nächster Woche abgeschlossen sein. (Lukas Kapeller, derStandard.at, 17.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 359
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sleepy
00
27.2.2012, 06:30
Meine Frage hier: Wieviele Politiker kennen Sie, welche in den letzten 20 Jahren in den Häfen gegangen sind?

Also die Liste is net wirklich lang ... oder. All das meine lieben Bürger ist und BLEIBT !

Fucking SHOWBUSINESS ....

und wir lassen uns weiter verarschen! Jetzt müssen die Herrschaften bald mit einem Bauernopfer raus. Vielleicht Harl Heinz ?

sleepy
01
27.2.2012, 06:27
Wir haben seit 30 Jahren Ackergrund, den wir ...

... an Bauern vermieten, weil wir dort nicht bauen dürfen. Können uns aber kein Eigenheim mit Grund leisten ohne uns total zu überschulden. Tja. so muss mans machen. Politiker sein!

Frankensteins Fekternich
00
24.2.2012, 11:16

Für eine Mietwohnung im Erdgeschoss eines simmeringer Gemeindebaus zahle ich 645 € (kalt)!
Gerechtigkeit wohin bist du entschwunden?

daspeterle36
02
18.11.2011, 13:12
Als treuer ÖVP Wähler ...

Als treuer ÖVP Wähler stell ich mir schon eine Frage: Wie soll man das denn als normal denkender und rechtschaffend handelner Bürger verstehen, wenn ein Landesrat (u.a. zuständig für Finanzen u. Raumordnung) offensichtlich ein zu nahes Verhältnis zu diesem umtriebigen Seilbahner pflegte, aus diesem Verhältnis offensichtlich auch (im allerbesten Falle nur einseitige) Vorteile erwuchsen und dann der LH Platter vor laufender Kamera bestreitet eine schiefe Optik zu erkennen. Denke LH Platter hat noch einiges zu tun bis zur nächsten Landtagswahl 2013 - mit dieser Truppe kann er keine Wahlen gewinnen! Also wenn jetzt Wahlen wären, ich wüsste zumindest wen ich nicht wählen würde!!

gez.
Ein enttäuschter Tiroler

jacques05
02
23.11.2011, 16:58
na ja, ned bös sein,...

aber wer platter als minister fuhrwerken sah, wundert sich, dass er lh wurde, anstatt im häfen zu landen.
jetzt sollen die tiroler ned sagen, sie hätten ned gwußt, was sie sich da eingehandelt haben.
aber es wird ja eh gegen ihn ermittelt.

sasasally
02
18.11.2011, 18:47
leider wird in tirol

sogar der dorfstier gewählt, wenn nur vp oben steht. die schwarzen werden zwar bei den nächsten wahlen stimmen und mandate verlieren, haus und hof werden sie aber nicht verlieren.

Susanne Jankovic
07
18.11.2011, 10:17
Rot/Grün Farbsehschwächling
30
18.11.2011, 10:11
Meine Güte, so lassts ihm doch die Wohnung und die günstige Miete!

Wer von uns würde nicht das gleiche tun?

Adams, 42 Adams
04
18.11.2011, 10:04
Charakterloser Geselle!!!

O=Obrigkeit
E=Elite
V=Vermögende
P=Privilegierte

Das ist die Welt der OEVP!

mike11
05
18.11.2011, 08:46
wer die tiroler ...

verhältnisse nur halbwegs kennt, regt sich über sowas eh nicht mehr auf (die eigenen energiereserven sind begrenzt).

Österreichs Verfilzte Partei ist jedenfalls in Tirol ein Musterbeispiel von machtgetriebener Arroganz und Selbstherrlichkeit. Dass Platter und Co die aktuelle Situation mit dem Switak als normal empfinden, glaub ich ihnen aufs Wort.

aereo
04
18.11.2011, 08:23
“Das ist wirklich ungeheuerlich, was hier passiert“

meint der Landeshauptmann zu den Vorwürfen.
Also doch: Beton anrühren wie in Kärnten.
Sie verstehens nicht. Kein Wort zur schiefen Optik.

DifhOli G
 
03
18.11.2011, 07:58
Entlassen! Ausschliessen aus der ÖVP!

Alleine die Tatsache, dass ein Landesrat sich nicht an seinem neuen Wohnsitz meldet, sollte zur sofortigen Entlassung führen (ob tatsächlich Unkenntnis oder feiste Lüge - beides spricht nicht für ihn).

http://tirol.orf.at/news/stor... /2509250/:

Dass er nach über drei Jahren noch nicht hauptwohnsitzlich in der Adamgasse gemeldet sei, habe er nicht bedacht. Er war der Meinung, dass ein Ummelden innerhalb von Innsbruck gar nicht nötig sei.

sasasally
01
18.11.2011, 18:50
wenn die vp

alle unseriösen politiker ausschließt, stehn sie aber nackert da. i hoff nur die unterhose is nit braun

Peter G
02
18.11.2011, 08:55
"Ausschliessen aus der ÖVP" ????

Hä ?

Als ob das "nur" ein "Switak-Thema" wäre ....

Das ist ein ÖVP-Problem !!!

Also:
Nicht Ausschluss AUS der ÖVP

Sondern:
Ausschluss DER ÖVP

jacques05
00
23.11.2011, 17:01
besser einschluss der vp...

protagonisten.
ein musterbeispiel für organisierte kriminalität.

Verzweifelnd
01
18.11.2011, 08:24

Wieso bitte???
Wenn der oberste Landeshäutling, Günther Platter (ÖVP) erklärt, die Anschuldigungen seien eine "Ungeheuerlichkeit"?

Der ist in der ÖVP bestens aufgehoben, einzig allein ein positiver Alkomattest schliesst in noch von höheren Weihen aus.

Collective Image
03
18.11.2011, 07:45
Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs bei

unserer lieben ÖVP, man müsste den Schw....Stall mal ordentlich ausmisten, aber dazu fehlen die Medien, das Interesse der Bürger und die Wahlergebnisse (ÖVP in Tirol seit 1945 an der Macht).

max grünzweig
03
18.11.2011, 07:30

Jetzt sind die korrupten Politiker schon so weit, dass sie das, was sie sich zu unrecht erworben haben nicht mehr hergeben möchten und darauf beharren es zu behalten. Die Politiker sind nicht mehr fürs Volk da, sondern nur mehr für sich und ihre Freunderl. Zahlen dürfens allerdings wir.

Doc Steel
26
18.11.2011, 07:04
die schultz bauen wo und was sie wollen.

die gesamte övp spitze sind gern gesehene gäste auf der kristall- und der wedelhütte.
wer beißt schon die hand, die ihn füttert.

in tirol haben die agrargemeinschaften tausende hektar grund der allgemeinheit gestohlen und alles geht weiter seinen weg wie gehabt.

?und
00
18.11.2011, 08:18
nicht ärgern - solange das mehrheitsfähig ist, funktioniert wenigsten die demokratie oder?

Doc Steel
00
18.11.2011, 10:32
ich ärgere mich nicht.

ich geh auch gerne auf diese hütten.

aber mit demokratie hat das nichts zu tun.

Horstl Schorschl
00
18.11.2011, 06:36
Einen Landesrat gibts also schon für ein Fruchtgenussrecht bzw Wohn oder Bleiberecht zu kaufen... Minister werden...

da schon ein bisserl teurer sein und was EU Parlamentarier kosten wiss ma ja seit dem schwarzen Ernstl Strasser ja auch schon.

Wo bekomm ich denn Info wie viel mich ein Gesetz meiner Wahl kosten würde !? Gibts da irgendwo wenigstens Preislisten, weil käuflich ist ja mir egal, aber wenn dann bitte für alle dasselbe Recht, bitte transparent gestalten, damit auch das Recht auf Gleichheit gewahrt bleibt.

131Jod zum Frühstück
35
18.11.2011, 06:34
1.Treffen zwischen Switak und Schultz

Switak: "Grüß Gott! SWITAK(*)!
Schultz: Ich glaub, ich hab da was für Sie!
Switak: ???

(*)Suche Wohnung in Tirol auf Korruptionsbasis.

Ergo: Der Kerl ist unschuldig! Er weiss nicht, was er sagt!

AliAlkali
32
18.11.2011, 09:32
Fortsetzung des Dialogs zwischen Switak und Seilbahnunternehmer Schultz

Switak: [nach einer Denkpause] "Wos wird mei Leistung sein?"

Schultz: "Passt schon. Ihr Name ist Leistung genug.(*)"

(*)SWITAK: Schultz Wird In Tirol Allein Kassieren!

AliAlkali
00
18.11.2011, 08:50
Vor der Verurteilung wegen dem Preispickerltausch

auf den Freisprechanlagen hiess er ja anders. Aber der Richter hat ihn im Urteil dazu verdonnert, künftig den Namen SWITAK zu tragen: "StrafWürdigend Ist Tausch Aufgeklebter Kosten".

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