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Wien - Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze hat Bedenken ob der sogenannten Sicherheitszigaretten, die von selbst ausgehen. Ab 17. November darf die Tabakindustrie in der EU ausschließlich solche "Zigaretten mit verminderter Zündneigung" in den Handel bringen, durch die das Brandrisiko minimiert werden soll. Damit die Zigaretten nach einer Weile ausgehen, sind im Papier an zwei Stellen dickere Papierringe eingearbeitet, die weniger Luft durchlassen. Erreicht die Glut diesen Punkt, fehlt dort Sauerstoff und die Zigarette erlischt, wenn man nicht daran zieht.
"Hastiges Ziehen"
Durch das mehrmalige Wiederanrauchen oder aber durch hastiges Ziehen an der Zigarette könnten die Raucher stärker geschädigt werden als bisher, sagte der Mediziner dem Nachrichtenmagazin "News".
"Es ist davon auszugehen, dass in beiden Fällen die Zufuhr von kanzerogenen - also krebserregenden - Stoffen in die Lunge ansteigt", erläuterte Kunze laut News-Vorausmeldung. Er bezeichnet die neue Regelung als "Nebenkriegsschauplatz" und "Augenauswischerei" und fordert im Gegenzug eine vernünftige Preispolitik durch die EU bei Zigaretten. Denn, so Kunze: "Schon jetzt sind 20 Prozent der in Österreich gerauchten Zigaretten Schmuggelware." (APA/red)
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allerdings stimmt das nicht.
Ich habe aus gruppenzwang angefangen zu rauchen, einmal mit 12, einmal mit 16 jahren "auf lunge". das zweite mal deshalb, weil es erlaubt war und die in der maturaklasse ja so cool und erwachsen mit der tschick im mund gewirkt haben. danach habe ich dann nur noch geraucht, weil ich süchtig war. ich habe die wahren gründe ebenso verdrängt wie Sie es tun. allerdings halte ich mich nicht für einen dieser "schlimmen" ex-raucher, die nur mehr schimpfen, wenn Sie mal einen raucher auf distanz sehen. Ich suche einfach das weite. da ich aus eigenerfahrung weiss, dass rauchen in puncto lebensqualität ein ziemlicher horror ist, tun mir die legal süchtig gemachten menschen leid, auch weil man sehr schwer davon weg kommt!
der genuss, den mitmenschen mit unvergleichbar schlechten atem zu vergraulen?
der genuss, unser gesundheitssystem schwer zu belasten?
der genuss der "freiheit" ...jederzeit aufhören zu können?
der genuss, sich und seine umgebung in karzinogenem feinstaub einzuhüllen?
ernst jetzt:
der einzige genuss, den sie als raucher verspüren, ist die vorrübergehende linderung ihrer sucht, die durch jede weitere zigarette nur verstärkt wird.
sobald man das durchschaut hat, ist das aufhören nicht mehr mit irgendwelchen gefühlen der entbehrung verbunden, sondern mit einem irrsinnig intensiven freiheitsgefühl. man schmeckt das essen wieder richtig, menschen gehen einem wegen des geruchs nicht mehr aus dem weg. DANN BEGINNT DER GENUSS ERST WIEDER :)
... und wie ich das genieße einen intakten Geschmacks- und Geruchssinn zu haben, keine Entzugserscheinungen zu haben, keine suchtbedingten Zwangshandlungen machen zu müssen, nicht ständig zu stinken, nicht in so ekelerregende "Genußterrarien" auf Airports gehen zu müssen etc.
Genuß und hedonismus sind rauchfrei!
Sucht in Zwang und haben mit Genuß rein gar nichts zu tun.
Es hätte genügt, die Brandbeschleuniger aus dem Tabak zu nehmen, wie es bei gewutzelten Zigaretten auch der Fall ist, wären dann die Filterzigaretten halt auch ausgegangen.
Also ist es eindeutig, dass es nicht um Public health geht, da die stärkere Schädigung hunderttausender wenn nicht Millionen Raucher schwerer wiegt als die paar Brände die durch Zigaretten verursacht werden.
Augenauswischerei, Nebenkriegsschauplatz, ich würde sogar sagen Stellvertreterkrieg.
1) Ob die Spekulation von Kunze stimmt, muss m.W. erst noch gezeigt werden.
2) Die Grössenordnung der dadurch (freiwillig!) zusätzlich verlorenen Lebensjahre (früherer onset des Lungen CA) müsste bestimmt werden.
3) Diese YLLs müssten dann gegen die YLLs der (nicht freiwilligen!) unbeteiligten Brandopfer gegen gerechnet werden, wenn man "Public Health" einfach als Nullsummenspiel begreifen wollte.
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ABER: Wollen Sie das???
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Das stimmt. Man entscheidet sich freiwillig bei der ersten Zigarette für oder gegen die Sucht und die damit folgenden Qualen wie Raucherhusten, Mundgeruch, gelbe Zähne, schlechte Durchblutung. Danach ist gar nix mehr freiwillig. Das Suchtpotential von Tabak wird weiterhin allgemein enorm unterschätzt, und das spielt den Tabak- und Nikotinersatz-Herstellern enorme, langfristige Gewinne zu!
Ich habe selbst geraucht, viele Jahre lang und ich habe rechtzeitig aufhören können, ohne mit dem Gefühl hinterlassen zu werden, irgendetwas aufgegeben zu haben. Ist man mal jenseits der 30 Lebensjahre ist die Zellregeneration im Abwärtstrend begriffen und man riskiert zunehmend sein Leben. Freiwillig? Definieren Sie freien Willen, bin sehr gespannt!
Wir brauchen nicht grossartig über Sucht und freien Willen zu diskutieren, um zu sehen, dass zwischen jemandem, der durch eine von ihm selbst angezündete Zigarette (ob durch Brand oder durch Kanzerogene, ist wurscht) zu Schaden kommt, und jemandem, der durch die Zigaretten anderer Leute (egal ob er Krebs kriegt oder Brandopfer wird) geschädigt wird, ein Riesen-Unterschied besteht. Wie dieser Unterschied gesundheitspolitisch zu bewerten ist, darüber mag man streiten. Aber ihn zu leugnen, wäre unredlich.
der möglichkeitsraum, innerhalb dessen sich dieses problem bewegt, umschliesst leider zu viele faktoren, um das hier und jemals vernünftig beantworten zu können. da müsste man grundbelastung des menschen, wechselwirkung anderer umweltfaktoren, selbstheilungskräfte, genetische bedingungen und hunderte andere granulare fakten auf den tisch gelegt und verglichen werden. sie kennen ja den raucher, der über 50 Jahre durch qualmt und keinen einzigen schatten am lungenröntgen hat, genau wie den nichtraucher-wirt, der 20 jahre vor erreichen des pensionsalters, seit jahren immer stärker hustend, seinen ersten herzinfarkt überlebt. fazit: man muss nicht vorsätzlich schadstoffe erzeugen, wenn man keinen schimmer hat, wie sich das auswirken wird.
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