Slowenien werden seine Wölfe zu teuer

16. November 2011, 15:23
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Experten halten Ausbreitung der Schafzucht für die Ursache zunehmender Schadensfälle

Ljubljana - Slowenische Biologen sind empört über die Rekordzahl an Wölfen, die in der laufenden Jagdzeit zum Abschuss freigegeben wurden: Zwölf der Tiere dürfen laut Umweltministerium bis Oktober 2012 getötet werden - bei einer geschätzten Populationszahl von 70 bis 100 Tieren eine beträchtliche Quote. Einen solchen Eingriff in die Wolfspopulation habe es seit 30 Jahren nicht gegeben, warnte der Verein für nachhaltige Entwicklung Dinaricum, der eine Gefährdung des Bestandes sieht.

Der Abschuss wird mit einem Anstieg der Wolfspopulation und mit Schadensbegrenzung begründet: Im Vorjahr musste der Staat für 575 durch Wölfe verursachte Schadensfälle den Kleinviehzüchtern einen Kostenersatz in Höhe von 346.000 Euro zahlen. Heuer betragen die Entschädigungen 158.000 Euro, wie die Tageszeitung "Dnevnik" berichtete.

Gedeckter Tisch ohne ausreichende Absicherung

Eine Studie im Rahmen des Projektes SloWolf, die die Wirksamkeit des Abschusses in den vergangenen 15 Jahren analysierte, hat jedoch nachgewiesen, dass Tötung keine wirksame Maßnahme zur Schadensbegrenzung sei. Stattdessen empfehlen die Experten Maßnahmen zur wirksamen Sicherung der Tiere mit Zäunen und Schäferhunden. Als einen der Hauptgründe für den Anstieg der Schadensfälle sehen sie die Ausbreitung der Schafzucht in Slowenien. Von 1992 bis 2009 hat sich der Bestand um mehr als das sechsfache vergrößert - am stärksten im Lebensraum der Wölfe.

"Wir widersetzen uns nicht dem Abschuss per se, sondern der Art und Weise wie er jetzt geplant ist", sagte der Vereinsvorsitzende Miha Krofel gegenüber "Dnevnik". Man ist empört, dass das Umweltressort bei dem Beschluss weder Einwände des Vereins noch die Resultate der Studie im Rahmen des SloWolf-Projekts, die das Ministerium immerhin mitfinanzierte, berücksichtigt habe. Darüber hinaus zeigen Monitoringdaten, dass die Wolfspopulation nicht größer werde, sondern sinke, sagte Krofel. (APA/red)

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