Hier das Positive, dort das Wesentliche

16. November 2011, 18:34
  • Zwei, die in Kollers Überlegungen breiten Raum einnehmen: Alaba und Ivanschitz.
    apa-foto: roland schlager

    Zwei, die in Kollers Überlegungen breiten Raum einnehmen: Alaba und Ivanschitz.

Die Rückreise verlief jedenfalls zäher als Marcel Kollers Debüt als ÖFB-Teamchef. Dem Schweizer hat vieles, was er sah, gefallen. Mit der Terminkonferenz für die WM-Qualifikation geht's weiter, dann kommt Finnland.

 

Lemberg/Wien - Nein, das hat die österreichische Fußballnationalmannschaft wirklich nicht verdient. Es soll schon Auswärtsspiele gegeben haben, da war die Öffentlichkeit auf ihre Rückkehr gar nicht erpicht. Die Mannschaft wäre niemandem abgegangen. Aber dass sie nach dem 1:2 in Lemberg gegen EM-Gastgeber Ukraine nicht heimfliegen konnte, war gemein. Schließlich ist die Leistung sehr ordentlich gewesen. Da bemühte sich der ÖFB um die Aufhebung des Nachtflugverbots, nach zähen Verhandlungen sollte es gelingen, das hatte übrigens nicht einmal am Rande mit der neuen Struktur im Verband zu tun. Aber die Maschine konnte nicht landen, dichter Nebel, sie kreiste wirr über der Stadt.

"Höhere Gewalt"

Die Kicker saßen eine Stunde im Bus, es war zwei Uhr in der Nacht und eiskalt, dann war die Sinnlosigkeit offiziell, zurück ins Hotel. Da das Wetter gerecht ist, ging am Mittwoch auch am Flughafen Wien nichts weiter. Die Spieler, der engste Betreuerstab und Präsident Leo Windtner (wichtiger Termin!) schnappten sich die 30-sitzige, für die Medien vorgesehene Propellermaschine, die es irgendwie nach Lemberg geschafft hatte. Der größere Flieger wartete in Wien auf bessere Zeiten. Das kann, muss aber nicht als Frechheit interpretiert werden. "Höhere Gewalt", sagte Teamchef Marcel Koller.

Das Debüt des Schweizers passte auch dazu. Er schwankte danach zwischen Lachen und Weinen, wobei schlussendlich das Grinsen überwog. Koller bedauerte, dass er sich nun wieder von der Mannschaft trennen müsse (obwohl sie eh eine Nacht und einen Vormittag länger beisammen waren als vorgesehen), er wird sie nun erst im Februar wiedersehen. Am 29. steht ein Test gegen Finnland an, wo, ist noch ungewiss, sicher in einem österreichischen Stadion. "Obwohl wir nur knapp eine Woche miteinander gearbeitet haben, wurde sehr viel umgesetzt. Das Team hat Klasse, wir haben die Ukraine dominiert. Wir müssen noch konsequenter das Tor suchen. Die Niederlage ist natürlich ärgerlich."

Koller nahm nur einen Wechsel vor, Veli Kavlak ersetzte nach einer Stunde Martin Harnik. "Der Austausch war punktuell notwendig. Grundsätzlich war zu sehen, dass die Mannschaft funktioniert." Harnik war einer der wenigen Schwachpunkte, auch Franz Schiemer vermochte nicht zu überzeugen, die rechte Seite war somit kein wirklicher Heuler. Harnik gestand seine Unform ein. "Mir ist wenig gelungen. Aber auf der Leistung der Mannschaft kann man aufbauen. Ich würde trotzdem lieber mit einem dreckigen Sieg dastehen."

Es herrschte kollektiver Ärger über das Resultat, ohne dass es aber zu einer verbalen Selbstzerfleischung kam, man hat endlich "anders" verloren. Kapitän und Torschütze Marc Janko: "Es können nicht viele Teams von sich behaupten, in der Ukraine tonangebend gewesen zu sein."

David Alaba stellte "die großen spielerischen Fortschritte" über die "Enttäuschung". Sebastian Prödl hofft auf "die Entwicklung der Killermentalität". Auch dass er da reüssiert, wird Koller zugetraut. Emanuel Pogatetz verwies auf "viele positive Dinge, das Pressing, den Spielfluss, die Raumaufteilung". Leider sei das Wesentlichste, das Resultat, "negativ" gewesen. "Ein Tor in der Nachspielzeit trotz Überzahl sollte man nicht bekommen."

Nächster Termin

Am frühen Nachmittag ist Koller gestern dann doch noch in Wien gelandet. Er wird sich die Partie gegen die Ukraine vermutlich noch ein paar Mal anschauen, sie analysieren und Schlüsse daraus ziehen. "Es gibt Dinge, die man besprechen muss." Am Freitag hat er einen wichtigen Termin in Frankfurt am Main zu erledigen, in der Zentrale des deutschen Fußballbundes wird der Spielplan für die WM-Qualifikation (Endrunde 2014 in Brasilien) erstellt. Sollte sich Österreichs Teamchef mit den Kollegen aus Deutschland, Schweden, Irland, Kasachstan und den Färöern nicht einigen können, entscheidet das Los. Noch in Lemberg stellte Koller fest: "Die Jungs werden mir abgehen, ich würde am liebsten jeden Tag mit ihnen arbeiten." (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 17.11.2011)

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dabei geht es so einfach. deutschland hats gegen die holländer vorgezeigt.

Nachrichten in Echtzeit haha

Super Standard, online sollte ja schnell sein, aber der Spielplan ist noch immer nicht da, bei sportnet schon ein ganzes Weilchen.

Aber die Qualitäts-Onliner sitzen sicher gerade bei der Mittagspause...;-))

PECH

österreich hätte dieses spiel gewinnen müssen

nach der verpassten Quali für die WM 2014 wird es wieder heißen "Danke Herr Koller für nichts"
der Herr Koller ist leider wieder der falsche Trainer!

jetzt, wo sie es so fundiert analysieren, muss ich sagen sie haben recht!

Naja, wenn Koller am Ende genauso planlos agiert wie DiCo, sich mit Spielern zerstreitet und jedes Mal eine neue Mannschaft aufs Feld schickt ... dann vielleicht.

Aber das kann ich mir bei Herrn Koller eigentlich nicht vorstellen.

Austria is a too small country to play good football!

zwei der vier semi-finalisten der WM2010 sind kleiner als österreich.

Also ich will ja nicht Klugscheißern aber Uru hat zwar nur die hälfte der Einwohner ist aber mehr als doppelt so gross, während die nl halbso groß wie at ist dafuer doppelt soviele Einwohner hat.
um der hirnrissigen Argumentation von fuku zu folgen hätten wir wm werden müssen 2010 (hätten wir uns nur qualifiziert)

Stimmt!

Aber dort hat der Fußball einfach einen höheren Stellenwert als PlayStation und X-Box.

und an wem liegt das genau? Vielleicht doch

auch an uns Fans?
Und glauben Sie nicht, dass die Holländer mit Mannschaft und Trainer so zimperlich umgehen würden nach einer Niederlage, wo man doch das Spiel dominiert hat! Für die wäre alles Andere, als ein Sieg ein Weltuntergang! Mit diesen Chancen, die wir hatten wäre ein Sioeg mit mind. 3 Toren etwas ganz logisches!
Soviel zu den idiotischen Vergleichen der Grösse eines Landes;-(((

Wuascht!

Fast alle , die in der österr. Nationalmannschaft herumstolpern, hätten bei uns im Park bestenfalls zuschauen dürfen. Denn wir haben auf der "scharfen Erdn = Rollsplitt" gespielt, da kannst solche Kühe nicht brauchen! Null Techik, Null Spielwitz, Null Spielverständnis! Stolperheinis wie Pogatetz, Scharner, Mauerkoffer, etc. haben in iener Nationalmannschaft genau NUll verloren.

Lichblicke - jetzt unabhängig vom letzten Match - wären Alaba, Harnik, Korkmaz - die können mit einem Ball umgehen! Den Rest kannst einschaufeln!

OK

Gebe ich Ihnen uneingeschränkt recht!

Wie wollen Sie die CouchPotatoe-Menatlität ändern?

man hat endlich "anders" verloren..

endlich! das ist ein idiom, das im österreichischen fussball wirklich gefehlt hat.

das mit dem gegentor in letzter minute ist aber nicht unbedingt "anders"...

lob an arnautovic!

das angebliche hintreten bei der aktion zum 1:1 hab ich nicht gesehen, wirklich nicht. wenn er tatsächlich getreten hat, ist das natürlich nicht vorbildlich, jedoch zeigt das auch den unbedingten willen den ball über die linie zu bringen. die schiris haben nix gesehn, verletzt wurde auch keiner, tor wäre es mit ziemlicher sicherheit, alleine schon durch seine physische anwesenheit, auch geworden.
später jedoch zeigte arnautovic dass er mittlerweile gelernt hat, in gewissen situationen cool zu bleiben und nicht völlig auszurasten, wie er es früher vielleicht noch getan hätte.
meiner meinung nach der erste schritt zur besserung und weg vom unbelehrbaren ö-ausnahmetechniker. wenn dann auch noch die form passt ...

ein brutalofoul und einen am boden in den arsch treten. das nenn ich einen ersten schritt zur besserung!

wohlwollend

wenn man wohlwollend wegschaut, ist tatsächlich nichts zu sehen. vielleicht eine nervöse zuckung....

naja....im grunde hätte er in der partie, wenn der schiri alles gesehen hätte, 2 mal rot sehen können (wobei jede rote sehr hart gewesen wären). dass er großen ehrgeiz hat, ist glaub ich nicht anzuzweifeln. hoffentlich bleiben unnötige auszucker selten, er ist einer der wenigen fussballer im team, die eventuell mit einer besonderen aktion ein spiel entscheiden können.

Ach, der Ukrainer soll doch froh sein dass er "nur" mit Arnautovic zusammengekracht ist und nicht mit Psycho Paul..

oder mad dog pogerl

Oder Robert Pecl

hat eigentlich irgendwer außer dem ÖFB twitter account über die Uh-uh-uh Rufe gegen Alaba im Stadium berichtet, die auch in der Fernsehübertragung noch deutlich zu hören waren?
Oder ist man dem EM Gastgeber gegenüber zu höflich um das zu erwähnen?

hab ich mir auch gedacht, ist von allen seiten wohlwollend übergangen worden, hat aber das ganze spiel angedauert!

Typisches Spiel der Österreicher....

Halbwegs gut gespielt aber nix bei rausgekommen.
Was mir besonders negativ aufgefallen ist das weder der LInke noch rechte Verteidiger mit dem schlechten Fuß flanken können.
Gehört sowas nich zum A und O des Fussballs halbwegs beidbeinig zu sein?
Ein Fuchs hatte etliche MÖglichkeiten mit dem Rechten eine Flanke zu treten und hat sich den Ball aber dann doch immer wieder auf den linken gelegt und somit auch den Überraschungseffekt verpasst.

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