Alternativmedizin

Wann setzen Patienten auf Homöopathie & Co?

16. November 2011, 15:07

Ziel einer deutschen Studie ist es herauszufinden, warum und bei welchen Erkrankungen Patienten Komplementärmedizin in Anspruch nehmen

Heidelberg - Ob Traditionelle Chinesische Medizin, Kneipp, Homöopathie, Osteopathie, Bioresonanz oder Bachblüten: Das Interesse an der sogenannten Komplementär- und Alternativmedizin ist groß. Aber aus welchen Gründen nehmen Patienten diese Therapieverfahren in Anspruch und wie sind ihre Erfahrungen damit? Diesen Fragen geht eine Studie der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg nach.

Wenig erforschter Bereich

Unter dem Begriff Komplementär- und Alternativmedizin werden unterschiedliche Diagnose- und Therapieverfahren zusammengefasst, die am Rande oder außerhalb der Schulmedizin anzusiedeln sind. "Studien belegen, dass das Interesse an der Komplementärmedizin seit Jahren wächst. Es ist daher wichtig, dass sich die Wissenschaft auch mit diesen Therapieverfahren auseinandersetzt", erklärt Studienärztin Katharina Glassen in einer Aussendung. Die Studie erhebt erstmalig Daten aus diesem bisher wenig erforschten Bereich der Patientenversorgung. Auf diesen ersten Ergebnissen könnten dann zukünftige Forschungsprojekte aufbauen.

Ziel der Studie ist es herauszufinden, bei welchen Erkrankungen Patienten Komplementärmedizin in Anspruch nehmen, aus welchen Gründen sie sich für diese Therapieverfahren entscheiden und wie zufrieden sie mit der Behandlung sind. Ebenso soll geklärt werden, unter welchen Umständen Patienten einen Heilpraktiker oder einen Arzt aufsuchen und welche Kriterien dabei ausschlaggebend sind. (red)

Studienteilnehmer gesucht

Für die Studie werden noch Studienteilnehmer für ein etwa einstündiges Interview gesucht. Teilnehmen kann jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und bereits Erfahrungen mit Komplementärmedizin bei einem Arzt oder Heilpraktiker gemacht hat. Die Daten werden anonym ausgewertet. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.

Interessenten wenden sich bitte an:
Studienärztin Katharina Glassen
Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 82 32 (vormittags)
E-Mail: katharina.glassen@med.uni-heidelberg.de

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 64
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utarefson
13
18.11.2011, 02:57
Studienzweck ist klar Marketing und nichts anderes

Keine Frage, die Anzahl der Personen, die sich mit CAM beglücken lassen ist groß! Daraus wird die unbedingte Notwendigkeit des Anbietens abgeleitet und in Folge eine Wirksamkeit argumentiert. Das Ansehen gesteigert und in Folge umso mehr Wirkung, wenn auch nur Scheinwirkung und Erwatungshaltung wird generiert. Je umfangreicher diese Studie um so mehr Wenn es so viele machen, dann muss es ja wirken und es wird die Forderung nach Integration damit untermauert.
Diese Art von Studien mach der Granderwasservertrieb noch perfekter!

Transalpin2
12
20.11.2011, 10:17
Kathrin Glassen ist Allgemeinmedizinerin ....

... mit noch ganz wenig Erfahrung als principal investigator wichtiger Studien. Eine Studie über die Motive zur Inanspruchnahme von Alternativmedizin würde ich mal ins Fachgebiet "Psychologie" verorten. Da hat sich Frau Glassen bislang noch überhaupt nicht wissenschaftlich hervorgetan. m.a.W., mir scheint es höchst zweifelhaft, ob da viel rum kommen kann bei dieser Art von Forschung. "Befragungen" mit über Zeitungsaufruf rekrutierten Teilnehmern - wofür steht denn so eine Stichprobe?

utarefson
10
20.11.2011, 12:11
Sie sagen das gleiche wie ich!

Entweder Junk-Science und/oder Marketing!

marty fink
00
18.11.2011, 09:35
Ich fürchte zwar auch selbiges, aber sollten wir dennoch nicht auf das Studiendesign warten um zu urteilen?

Danke für ihren Link weiter unten!

A Voice
00
17.11.2011, 15:03
Das ist eine interessante Studie

daraus kann man dann etwas mehr ableiten als die üblichen Spekulationen.

Transalpin2
01
20.11.2011, 10:21
man kann DAS THEMA durchaus interessant finden ...

... das ist dann mehr oder weniger eine Frage des Geschmacks. Aber ob die Studie MEHR bietet als die üblichen Spekulationen? Also bislang gibt es dafür keinerlei Hinweise, eher das Gegenteil (z.B. die Rekrutierung via Presseaufruf? soll das eine "psychologische Fall-Kontroll-Studie" werden, oder was? Ich kenne für psychologische Motivforschung jedenfalls nichts, was so Sinn machen würde.

A Voice
00
1.12.2011, 22:23
Das wird man sehen

wenn die Studie vorliegt. Vorverurteilen möchte ich nicht (solange nicht die Virentauscherärztin daran arbeitet oder ähnliche Kapazunder)

marty fink
00
17.11.2011, 16:22
Ich denke, dass die Frage

nach "welchen Krankheiten" eigentlich sehr leicht zu beantworten ist.
Neben Krankheiten, die leider auch austherapierte Patienten inkludieren natürlich die üblichen chronischen Verdächtigen mit typischen Verlaufszyklen und teilweise wenig Chance auf Ausheilung, sowie Krankheiten die nach wie vor kommen und gehen (von alleine ;-))

Die Frage nach der subjektiven Zufriedenheit ist dahingehend wieder wenn nicht ordentlich im Studiendesign verarbeitet, eine gefährliche, gibt's hier Kontrollgruppen oder werden hier Personen gefragt, die ihren gesamten Biaz aufgrund der bereits gemachten Auswahl der Therapieform auf eben dieselbe richten...

Das Studiendesign würde mich aber sehr interessieren!

Der mit dem Wanz tolft
06
17.11.2011, 09:13
Immer mehr Menschen interessieren sich für UFOs.

Soll sich deshalb die Wissenschaft intensiver damit befassen, wenn es auch nach wie vor nicht den geringsten Beweis für ihre Existenz gibt?

Chien de Pique
01
18.11.2011, 17:46

Mit den Menschen sicher, aus psychologischer, ethnologischer, anthropologischer usw. Sicht.

C R3
00
17.11.2011, 23:05
Aber warum interessieren sich immer mehr Menschen dafür?

Diese Frage kann man IMHO legitim untersuchen. Und genauso verstehe ich diese Studie. Bzw. ich interpretiere, da ich das Studiendesign natürlich nicht kenne...

Godesberg
05
17.11.2011, 23:09

Dramaturgische Lebenslangeweile.

utarefson
00
18.11.2011, 02:45
Eine Antwort steht hier drinnen

http://diepresse.com/home/spec... t/index.do

vom gleichen Autor gibt es noch mehr, kann aber keinen Link setzen

pox vobiscum
00
18.11.2011, 17:43

Lustig, wie er die "höhere Dummheit" zuerst analysiert, um dann in selbe Fettnäpfchen zu treten.

utarefson
00
18.11.2011, 17:53
und wo haben Sie das Fettnäpfen entdeckt?

Bitte am Artikel posten! Ich schau mir das an.
Ins Fettnäpfen ist die nächste Autorin getreten im Artikel Mythos Genialität.

C R3
00
18.11.2011, 00:11

Finde ich nicht.

Die Menschen suchen etwas, dass sie in der Medizin nicht bekommen bzw. in der Medizin und medizinischen Versorgung nicht sehen. Sollte man nicht herausfinden, wie man rationale Versorgung "interessanter" machen kann?

Wenn man das erreicht, erreicht man vielleicht auch mehr Menschen, die sich umgekehrt die Schwurbler nicht mehr antun...

Der mit dem Wanz tolft
25
17.11.2011, 09:10
Es gibt abertausende wissenschaftliche Studien.

Sie haben ausnahmslos ergeben, dass die Wirkung homöopathischer Mittelchen exakt der eines Placebo entspricht, und kein bisschen größer.

Was soll man da jetzt erforschen? Ob blaue Placebos wirkungsvoller sind als rote? Ist schon erforscht! Blaue wirken besser. Spritzen besser als Tabletten. Säfte am schlechtesten.
Alles schon bekannt.

A Voice
01
17.11.2011, 15:04
Sie erforschen (wie's oben steht)

was die Leute zu Glaubulis und verschüttelten Wässcherchen treibt.

Transalpin2
00
20.11.2011, 10:24
ja, aber ohne Fachkompetenz.

Das ist nämlich ein psychologisches Thema. Allgemeinmediziner werden in Psychologie in D mal gerade in 1 Seminar "Medizinpsychologie" für ein Semester ausgebildet. ... na toll. Nach ihrer Promotion hat K.G. meines Wissens nicht 1 Publikation mit psychologischen Themenstellungen bislang.

A Voice
00
1.12.2011, 22:24
Wenn sie eine Diss

geschrieben hat ist sie eh schon den allermeisten Ärzten voraus ;)
Wie gesagt, verreißen kann man das Ding immer noch, wenn es schlecht ist.

pox vobiscum
00
17.11.2011, 09:49

(Alternative) Medizin muss teuer sein und grauslich schmecken!

Der mit dem Wanz tolft
02
17.11.2011, 10:14
Das ist ein Faktum mit historischen und ethnischen Belegen.

Wo es keine wissenschaftliche Medizin gibt oder gab, werken Schamanen. Nicht wissenschaftlich, aber mit viel Erfahrung. Also haben sie das gemacht, was am besten hilft.

Und was hilft am besten?
Was ungeheuer aufwendig ist. Und grauslich.
Also viele, viele Inkredenzien. Mit Krötenschleim und Schlangenaugen.

Und dann noch viel Ritual herum. Tanzen, hüpfen, singen, den Finger ins Ohr stecken, Zaubersprüche. In einem speziellen Kostüm.
(Das wird heute noch so gemacht. Weißer Kittel, abhören mit dem Stethoskop, Lympfknoten abtasten, unverständliche Sprache, geheimnisvolle unleserliche Zeichen am Rezept.... Funktioniert immer noch am besten.)

Dagmar Rehak Wien
 
00
17.11.2011, 09:49

Es geht um die Motive der Patienten.

Wolfgrrr
14
17.11.2011, 09:01
Jeder gegen Jeden

Und schon wieder kloppen sich "Schulmedis" und "Alternativis" und gehen am Thema vorbei. Es geht nicht darum die Alternativmedizin zu beweisen oder zu widerlegen sondern herauszufinden welche Beweggründe dahinterstehen. Entscheide ich mich nun für diese oder jene Therapieform. Da jeder Mensch, so lange er nicht minderjährig oder entmündigt ist, dazu das recht hat finde ich die Fragestellung sehr wohl wichtig und interessant. Für beide Seiten!

Godesberg
32
17.11.2011, 10:01

Der erste Schritt ist es zu zeigen, dass die Alternativen eben keine Alternativen sind. Das ist im Falle der Homöopathie hundertfach geschehen, wird aber nicht von jedem anerkannt. Diejenigen bewegen sich allerdings außerhalb jedweder seriösen Wissenschaft. Das ist dann eher ein Glaubenssystem.

Imho haben wir es mit einem Glauben zu tun, der mit Wohlstand und Sorgenfreiheit zusammenhängt. Wenn man sich anschaut, wo diese Phänomene besonders verbreitet sind, ist das in Deutschland insbesondere der Süden. Die haben halt sonst keine Probleme.

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