Vom Museum zur Partylocation

Olga Kronsteiner, 16. November 2011, 17:16
  • Die Südfassade des Gartenpalais Liechtenstein (bei Nacht) - stimmungsvolles Ambiente für Events statt Museumsbetrieb.
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    foto: liechtenstein. the princely collections, vaduz-vienna

    Die Südfassade des Gartenpalais Liechtenstein (bei Nacht) - stimmungsvolles Ambiente für Events statt Museumsbetrieb.

  • S.D. Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein vor dem Badminton Cabinet, dem teuersten Möbel der Welt (Christie's 2004: 27,2 Mio. Euro).
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    foto: liechtenstein. the princely collections, vaduz-vienna /foto: sedlacek

    S.D. Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein vor dem Badminton Cabinet, dem teuersten Möbel der Welt (Christie's 2004: 27,2 Mio. Euro).

  • Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse: Das Treppenhaus mit den Skulpturen von Giovanni Giuliani (1664-1744) soll künftig nur im Rahmen von Gruppenführungen oder Events bewundert werden ...
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    Stadtpalais Liechtenstein in der Bankgasse: Das Treppenhaus mit den Skulpturen von Giovanni Giuliani (1664-1744) soll künftig nur im Rahmen von Gruppenführungen oder Events bewundert werden ...

  • ... ebenso der prachtvolle Ballsaal im zweiten Obergeschoß (Detail)
    foto: liechtenstein. the princely collections, vaduz-vienna

    ... ebenso der prachtvolle Ballsaal im zweiten Obergeschoß (Detail)

Aus für Museumsbetrieb im Liechtenstein'schen Gartenpalais in Wien

Wien - Am Trampelpfad eines durchschnittlichen Wiener Städtetouristen lag das Gartenpalais am Alsergrund nie. Weder, als dort zeitgenössische Kunst (Museum moderner Kunst) beheimatet war, noch danach, als man die renovierten Prunkräume 2004 mit einem Bruchteil jener Exponate bestückte, die die fürstliche Familie über Jahrhunderte für kaufenswert befunden hatte. 250.000 Besucher waren der damalige Spitzenwert, dann ging es bergab, zuletzt auf 45.000 Schaulustige. Angesichts der enormen Betriebskosten (ca. sechs Mio. Euro) war die Wirtschaftlichkeit stets ein Schwachpunkt.

Bereits 2007 liebäugelte der Fürst mit der Idee,nur noch sonntags zu öffnen. Über die Elite Groupe of Fine Art Dealers fand man Sponsoren, die fünf Öffnungstage ermöglichten. Mit einem Jahresbeitrag von je 50. 000 Euro revanchierten sich zehn internationale Kunsthändler für die Sammellust ihres wichtigsten Kunden. Die Situation verschärfte sich dennoch. Zuletzt lag alle Hoffnung auf dem Stadtpalais in der Bankgasse gleich hinter dem Burgtheater und damit auf einer klassischen Touristenroute. 2008 begannen die auch puncto Kosten (ca. 100 Mio. Euro) auf höchstem Niveau betriebenen Renovierungsarbeiten.

Zwischendurch verlautbarte man das Ende der Sonderausstellungen und bastelte an einer neuen Organisation. Im Juni trennte man den Sammlungsbereich (The Princely Collection, Johann Kräftner) vom operativen Museumsbetrieb und berief Johannes Schneider zum Direktor, der aber am Abend vor der geplanten Antrittspressekonferenz zurücktrat. Mangelnde Wirtschaftlichkeit blieb in der Fürstenfamilie und im Stiftungsrat ein Thema, jetzt zog man die Notbremse. Ab 2012 wird der Museumsbetrieb im Gartenpalais eingestellt und im Stadtpalais gar nicht erst aufgenommen.

Das als Museum für die Kunst des Biedermeier und Klassizismus konzipierte Palais wird im Frühjahr 2013 als Eventlocation eröffnet. Da wie dort darf die Sammlung künftig nur mehr im Rahmen von Gruppenführungen oder Veranstaltungen besichtigt werden. Einzig in der Langen Nacht der Museen ist die breite Öffentlichkeit erwünscht.

Johann Kräftner bleibt weiterhin für die Bewahrung, Pflege, Bearbeitung und Erweiterung der Sammlung verantwortlich. Auch ihm war die Entscheidung zum Ende des Museumsbetriebs mitgeteilt worden, erklärte Kräftner im Gespräch mit dem Standard. Für alternative Modelle am Vorbild Spencer House (London), das nur sonntags geöffnet ist, habe sich der Fürst leider nicht erwärmen können, sagt er.

Punkto Ankäufe war das Museum zuletzt das weltweit mit Abstand aktivste. Was also bedeutet dieser Schritt nun für den internationalen Kunstmarkt? Die Erweiterung der Sammlung des Fürsten soll davon nicht betroffen sein. "Man hat mich wissen lassen, dass die frei gewordenen Mittel künftig zusätzlich in Kunst investiert werden", sagte Kräftner und widmete sich wieder seinem aktuellen Kleinprojekt: einem Buch zum Thema historische Gärten, über Refugien von Sonnenkönigen im Wintersturm und Erinnerungen an ein verlorenes Paradies. (Olga Kronsteiner, DER STANDARD/Printausgabe 17. November)

6 Mio. Betriebskosten.

OK.

Dies "verdient" die Familie Liechtenstein an einem Tag an Zinsen, Zinseszinsen etc. - oder eher in ein paar Stunden.

Es ist schlimm, dass - nachdem man sich über Jahrhunderte alles zusammengestohlen hat - nicht einmal die Größe hat, diese paar Euro weiterhin zu investieren, damit auch "nur" 45.000 Menschen Kunst sehen dürfen, die mit dem ausgepressten Geld ihrer Vorväter angeschafft wurde...

Sammlung Schönborn - Buchheim

Kann nicht wenigstens die Sammlung Schönborn - Buchheim

http://www.liechtensteinmuseum.at/de/pages/1508.asp

künftig einmal im Gartenpalais Schönborn an das Licht des Tages kommen ?

Die roten Striche

verteilt sicherlich der Kräftner persönlich

oder Leser, die einen anderen Fokus haben

... fuer die die Qualitaet einer Privatsammlung von relevanz ist und nicht solche Mutmassungen, wie jene die hier kursieren
... die es fuer unendlich schade befinden, dass raffinierte ausstellungen nun von der bildflaeche verschwinden, und wien mehrheitlich mit ueberfluessigem blockbuster-einerlei geflutet wird
.. und, vielleicht auch solche, die keine lust haben einen suendenbock fuer die schliessung zu finden

So kann man ein Museum gegen die Wand fahren

Ja, es stimmt, das Museum wurde extrem unprofessionell geführt und der Egomane Johann Kräftner hat es zu verantworten. Wenn er jetzt so tut, als ob auch er vom Fürstenhaus "informiert" worden sei, betreibt er Vernebelungstaktik. Das schöne Projekt mit einer Weltklasse-Sammlung hätte nicht so enden müssen.

Ganz Europa, ja die ganze Welt, redet über Schuldenbremse,

und der Mann will mit Geld, das von unseren Staaten gestohlen wurde, Kunstobjekte Kaufen. Liechtenstein gehört ausgeräuchert.!

okkupiert liechtenstein!

diese steueroase parasititiert an den volkswirtschaften der welt!

Wirklich schade drum

Die Sammlung ist wirklich einmalig, leider wurde das Museum seit Jahren ziemlich diletantisch und unprofessionell geführt. Wer mit dem KHM konkurrieren will, der braucht ganz einfach zugkräftige Ausstellungen, um Besucher in die Rossau zu locken und muss diese auch ordentlich bewerben. Die Liechtensteins hatten offensichtlich schon lange kein wirkliches Interesse an einem funktionierenden Museum mehr.

ganz meine meinung!

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