Kompromiss

Verbindung Graz-Salzburg: Züge bis 2012 gesichert

16. November 2011, 15:47
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    foto: ap/punz

    Vorerst sind die Verbindungen zwischen Steiermark und Salzburg gesichert

Steiermark zahlt 900.000 Euro, Salzburg 200.000 Euro an ÖBB - Studie hatte vor Autolawine gewarnt

Graz  - Im Disput um die Aufrechterhaltung der ÖBB-Verbindungen zwischen Graz und Salzburg liegt nun eine Lösung auf dem Tisch: Das Land Steiermark zahlt rund 900.000 Euro dazu, Salzburg beteiligt sich mit rund 200.000 Euro.

Damit wurde die von der ÖBB geforderte Summe von 1,2 Mio. Euro leicht unterschritten. 

Bis 2012 seien damit alle wesentlichen Verbindungen zwischen den beiden Landeshauptstädten gesichert. Für die Zeit danach müsse neu verhandelt werden, hieß es. Die Lösung wurde von Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann und Finanzlandesrätin Bettina Vollath am Mittwoch bekanntgegeben. Bisher hatte das Land Steiermark den ÖBB für diese Verbindungen nichts zugeschossen.

300.000 Euro kommen aus dem steirischen Verkehrsressort, 600.000 Euro schießt das Finanzressort zu, 200.000 Euro kommen aus Salzburg.

Der Kompromiss gestaltet sich wie folgt: Drei Zugpaare täglich zwischen Graz und Salzburg finden sich im Grundangebot. Dazu werden mit den Zuzahlungen der Steiermark Montags bis Donnerstags je zwei Paare zwischen Graz und Bischofshofen verkehren, ebenso Montags bis Donnerstags ein Paar zwischen Salzburg und Bischofshofen. Freitags und Sonntags werden in Zukunft zwei Paare Graz und Salzburg verbinden, eine zusätzliche Verbindung von Graz nach Salzburg wird es Samstags geben.

Bis zu 400.00 zusätzliche Autofahrten

In den vergangenen Wochen hatte es in der Steiermark und in Salzburg Diskussionen über die von der ÖBB angekündigten Zugstreichungen gegeben. Eine Studie des Instituts für Geografie der Uni Graz hatte ergeben, dass eine eventuelle Taktreduktion massive ökonomische, soziale und ökologische Folgen haben würde. Studienautor Christian Kozina rechnete mit mindestens 100.000 und bis zu 400.000 zusätzlichen Autofahrten jährlich auf der Strecke Graz-Salzburg. Ausgangslage war der bisherige Zwei-Stunden-Takt Graz-Salzburg mit Anschluss nach Linz, Innsbruck und Vorarlberg. Die geplante Streichung von vier der sieben Zugpaare ab dem 12. Dezember hätte - auch wenn ein Teil durch noch diskutierte zusätzliche REX-Verbindungen (Regional Express) kompensiert würde - eine Dynamik entfacht, das das Bahnfahren immer weniger attraktiv macht, so Kozina.

Grüne Kritik

Kritik an der Lösung kam von den steirischen Grünen. Abgeordneter Lambert Schönleitner fragte: "Und 2012 beginnt die 'Erpressung' wieder von vorne?" Dass das Angebot nicht einmal bis zur Alpinen Ski-WM in Schladming 2013 abgesichert werden konnte, sei peinlich.

"Es ist zwar positiv, dass nach massivem Druck der Öffentlichkeit das angedrohte ,Streichkonzert' abgewendet werden konnte. Dass aber wieder keine nachhaltige Lösung über 2012 hinaus gefunden wurde, zeigt die schwachen Beine, auf denen die Verkehrspolitik in Österreich generell steht", kritisierte der Grüne Schönleitner. Durch die nunmehrige "Lösung" könne die ÖBB "in einem Jahr neuerlich damit beginnen, das Land zu 'erpressen'". Dass es dem steirischen LH Franz Voves nicht gelungen sei, "bei seiner SPÖ-Parteifreundin und zuständigen Ministerin Doris Bures ordentlich Druck zu machen, ist eine Enttäuschung,", so Schönleitner. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 34
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armin delmenhorst
 
00
Warum nehmen sie die westbahn

nicht an board? Dann würde den Bürgerinnen und Bürgern in dieser Region ein ordentlicher Service und neueZüge geboten. Für die ÖBB wäre es sicher auch ein Erfahrung mehr, und sie würde sich hüten, auf anderen Strecken frech zu werden.

Das ist ja der eigentliche Skandal, dass man sich ohne Gegenoffert einzuholen einfach von diesen Leuten erpressen lässt, diese troz all der Steuermillionen Pendler als Abfall behandeln. Da hätte ich mir auch von den Grünen einen etwas größeren Horizont erwartet. Muss doch in unserer aller Interesse sein, dass die Bahn wieder attraktiv wird.

Mit bloßem Steuergeld in den Rachen des ÖBB stecken wird das nicht gelingen.

hubi huber
00
Denk mal nach bevor du einen kommentar abgibst.

ganz einfach, die westbahn würde die strecke nie im leben positiv befahren können ausser man würde von der schiene auf busse umschwenken.

armin delmenhorst
 
00
Werter Herr Huber

das mit dem Befehlen lassen wir mal sein, das ist die Sprache der Gosse und sollte hier nichts verloren haben.

Zum Inhalt:
Woher Sie wissen, dass die Westabhn negativ billanzieren würde, sollte Ihr Geheiminis bleiben und tut hier nichts zur Sache. Mein Kritikpunkt -bitte Mail nochmals lesen - war, dass die Strecke, d.h. die Subventionen der ÖBB von der Politk ohne Ausschreibung zugeschanzt wurden. Also, Herr Huber, auch die ÖBB bedient sie nicht kostendeckend.

Außerdem wird in einer Außschreibung ohnehin die Leistung genau festgehalten - zu Ihrem Einwurf der Busse. Trauig, dass man hier das noch erklären muss. Auf Kognition und Refexion weiter eingehen, spare ich mir.

Wildcat
00
12.12.2011, 15:01

gibt es im netz irgendwo eine SERIÖSE, detaillierte musterkalkulation für den betrieb einer bahnstrecke von A nach B?

O5
00
12.12.2011, 12:39

Wenn nicht einmal die Verbindung zwischen der zweitgrößten und der viertgrößten Stadt Österreichs kostendeckend betrieben werden kann dann muss man sich fragen ob nicht eine massive Tariferhöhung notwendig ist, dann muss man sich fragen ob nicht stattdessen eine Subventionierung von Busrouten effizienter wäre.

Ich liebe die ÖBB, aber ihre Preise scheinen großteils viel zu niedrig zu sein.

Mineral
00
22.11.2011, 15:30
Die Länder müssen den Bund in die Verantwortung nehmen

Fernverkehr ist Sache des Bundes, nicht der Länder. Das Geld, das die Länder da jetzt verbraten, fehlt dann bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Das Grundproblem ist, dass alles parteipolitisch durchsetzt ist, und ein SPÖ-Landeshauptmann nicht mal gegenüber einer SPÖ-Ministerin klare Kante zeigt! Vielleicht sollten wir auch ein Expertenkabinett haben wie Griechenland und Italien?

Enzo93
00

Die Fernverkehrsverbindungen werden ja angeboten - in der "Studie" wird ja bemängelt, dass durch das Stutzen der Verbindungen die Pendler so zu leiden hätten. Pendeldistanzen würde ich jetzt aber nicht zum Fernverkehr zählen.
Ich denke der Kern des Ganzen ist, dass zwar einerseits überall der Sparstift angesetzt werden soll, nur nicht bei einem selbst - und das wird dann mit Studien untermauert.

revisor69
 
00
17.11.2011, 20:02
Exkurs: Innsbruck - Graz

LH-Stv. Steixner hat dieser Tage mitgeteilt, daß das Land Tirol für die letzte Direktverbindung zu keinerlei Zahlungen verpflichtet wurde. Als Begründung wurde der Umstand genannt, daß das Land Tirol im Nahverkehr ein Großbesteller sei.

Sind das die anderen Bundesländer etwa nicht?

DerSepp
00
17.11.2011, 17:59
"Züge bis 2012 gesichert"

a) Wär's kundenfreundlich, wenn der Zugverkehr sichergestellt würde und
b) sind's bis 2012 noch heiße 45 Tage. Selbst in Privatunternehmen wünsch ich mir eine weiter vorausschauende Planung (als 45 Tage)!

Aber Weihnachten kommt ja erst, vielleicht hab ich Glück :-)

altbürgermeister
10
17.11.2011, 09:45
Graz-Linz, Graz-Salzburg unrentabel?

... aber dafür wird die Verbindung Graz-Klagenfurt eine wahre Goldgrube.

Quim Barreiros
01
17.11.2011, 10:00

Nachdem Wien nicht auf einmal von der Landkarte verschwinden wird, obwohl das manche Leute aus den Bundesländern vielleicht lustig fänden, ist davon auszugehen, dass Wien - Graz - Klagenfurt mit einer entsprechenden Infrastruktur im Gegensatz zu Graz - Salzburg auf nicht ausgebauter Infastruktur schon größere Fahrgastmengen anziehen wird.

kleinerpinguin
00
18.11.2011, 15:28

Die Verbindung Wien-Klagenfurt geht über Leoben und Judenburg, nicht über Graz.
Erst mit dem Koralmtunnel wird es (vermutlich) Wien-Graz-Klagenfurt geben.

O5
11
17.11.2011, 04:55

Das Problem ist dass Zugfahren in Österreich weit billiger ist als die Kosten - weshalb ÖBB und Politik Angst davor haben Züge fahren lassen zu müssen. Wären die Preise höher würden ÖBB und Politik hingegen über Kunden jubeln.

lässerfeilzl
10
16.11.2011, 21:21
Schon wieder: Kindesweglegung durch den Bund

Die Länder zahlen, aber der Bund, der gesetzlich zuständig ist, hält sich wie schon bei Linz-Graz wenig nobel heraus.
Ansonsten wieder einmal genial gemacht von den ÖBB: Maximale Zahl an Partnern, Bestellern, Fahrgästen ... vergrätzt, einen Nasenrammel von den ursprünglich angekündigten Einsparungen realisiert, trotz über einer Mio Euro mehr an Steuergeld nur eine Pfuschlösung zusammengeschustert. Supertoll.

Rote Lola1
00
17.11.2011, 17:02
Behaltens ihren Nasenrammel für sich!

Salzburg zahlt € 300.000,--
Steiermark zahlt € 900.000,-- und
das BMVIT € 1 Mio.

Brennessel und Rasierklinge
01
16.11.2011, 20:58
Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann

wird doch kaum Zeit für seriöse Agenden haben...
das "Moschee-Baba" dürfte in terminlich und intellektuell ziemlich ausreizen... :-(

.

Kernöl 2.0
00
16.11.2011, 20:14

...dass große Teile dieser "Studie" durch nichts belegt und Kaffeesudleserei sind, scheint niemanden zu interessieren.

Rote Lola1
01
17.11.2011, 17:05
Darf nur die ÖBB "tricky" sein?

Die ÖBB zählen pro Zug Graz - Salzburg 30 Fahrgäste. Denn sie zählt nur die, die die gesamte Strecke von Graz nach Salzburg fahren. Die, die unterwegs ein- und aussteigen, wenn kümmern die schon?
Die ÖBB haben im Sommer im Ennstal die letzten Jahre über monatelange Streckensperren mit Schienenersatzverkehr gehabt. Sie geben selbst zu, dass alleine darauf ein Fahrgastschwund von 20 % zurückzuführen ist.

Enzo93
00

Aber "Studie" kann man das trotzdem nicht nennen.
Willkürliche Annahmen, Milchmädchenrechnungen, selektive Wahrnehmung,... - leider eigentlich.

Interessant, dass so etwas vom Standard so unkritisch übernommen wird.

qwertztt
00
16.11.2011, 20:01

Mit Raucherkammerln? ;-)

Midway
10
16.11.2011, 18:24
ich spreche hier aus erfahrung!

ich kann jedem, der oft zwischen graz und salzburg hin und her muss nur raten, bevor man die 4 (plus verspätungen die man immer hat auf der strecke) stunden im zug versauert sich bei einer internetplattform die mitfahrgelegenheiten anbietet anzumelden!!!
man ist erstens um rund 1 stunde schneller, zweitens ist es rund 10 euro billiger als die bahn und drittens lernt man immer nette leute kennen!!!

earthling
15
17.11.2011, 01:51
3 verlorene Stunden in einer Sardinenbüchse

statt vier produktive und/oder erholsame! Das ist die Logik der Autolobby!

peak oil
20
16.11.2011, 17:17
und wenn es sich schon zum positiven wendet:

die strecke friedberg-oberwart-szombathely wäre sehr attraktiv, aber wohl zu kompliziert für die öbb-oberunfähigen.

byron sully
00
16.11.2011, 16:21

genauso wichtig wäre die wiedereinführung der direktverbindung linz-graz.

fuz
 
01
16.11.2011, 16:06
Statistik

Überhaupt bezweifle ich die schlechte Auslastung der IC's zwischen Salzburg und Graz. Ich bin einigemale im Ennstag damit gefahren und fand die Züge ziemlich gut besetzt, zumindest auf den Teilstrecken. Ich traue den ÖBB zu, daß sie in ihrer Statistik nur die Reisenden zwischen den beiden Städten gezählt haben. Man kennt ja diese statistischen Tricks. Ein paar Zahlen auf den Tisch und andere weggelassen und jeder ist mundtot.

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