Wird es der Leber zu viel, dann wird sie fett

16. November 2011, 12:59
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Aus einer Fettleber kann Leberzirrhose und Leberkrebs entstehen - Übergewicht und falsche Ernährung sind Risikofaktoren

Hannover - Als zentrales Speicher- und Stoffwechselorgan unseres Körpers filtert die Leber Schadstoffe aus dem Blut, sondert mit der Galle Stoffwechselprodukte über den Darm ab und reguliert unter anderem Fett- und Zuckerstoffwechsel wie auch den Mineral- und Vitaminhaushalt. Wird sie mit zu vielen Aufgaben betraut, dann kann sich schnell eine so genannte Fettleber entwickeln. Das Fatale daran: Die Leber schmerzt nicht, wenn sie krank wird, sie leidet im Stillen, darauf weist die Deutsche Leberstiftung in einer Aussendung hin.

Übergewicht steigert Risiko für Lebererkrankung

Um einer Lebererkrankung vorzubeugen, sind unter anderem richtige Ernährung, Bewegung und ein gesunder Lebensstil der richtige Weg. "Der Ansatzpunkt hierfür sollte schon sehr früh gelegt werden, bereits in der Schule. Denn aus übergewichtigen Kindern werden dicke Erwachsene, und damit steigt das Risiko an einer Lebererkrankung aufgrund von Übergewicht und falscher Ernährung zu leiden", sagt Peter Galle, Mitglied des Vorstands der Gastro-Liga anlässlich des Deutschen Lebertages am 20. November 2011.

Von der Fettleber zur Leberzirrhose

Der Prozentsatz an Kindern und Jugendlichen die übergewichtig oder adipös sind, nimmt zu. Entwickelt sich dann im Erwachsenenalter eine Fettleber, so kann daraus Leberzirrhose und Leberkrebs entstehen. Bis zu 30 Prozent der Deutschen, so schätzen Experten, leiden unter einer Fettleber. Folgeerkrankung ist eine Fettleberentzündung, die bei etwa 5 bis 15 Prozent der Fettleberpatienten eintritt. Insgesamt sei eine Fettleber immer häufiger die Indikation für eine Tumorerkrankung, zum Beispiel der Leber aber auch von Brust- oder Dickdarmkarzinomen.

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLE) beschreibt ein Erkrankungsspektrum, dass Leberverfettung (Steatosis hepatitis), die nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH) und die Fettleberzirrhose umfasst. Bisher ist keine spezifische medikamentöse Therapie zur Behandlung der NAFLE zugelassen. Das bedeutet, jeder sollte seine eigenen Risikofaktoren für eine Erkrankung erkennen und sie verändern. Dazu gehört unter anderem: Gewicht reduzieren, Sport treiben und sich gesund ernähren. Für viele Risikopatienten ist allerdings eine Gewichtsabnahme nur mit begleitender Ernährungs- oder Verhaltenstherapie erfolgreich. Bei sehr hohem Übergewicht helfen häufig nur chirurgische Therapien, wie Magenverkleinerungen oder medikamentöse.

Metabolisches Syndrom

Die Wahrscheinlichkeit an einer Fettleber zu erkranken, steigt mit der Erkrankung an Diabetes mellitus, bei Übergewicht und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Kombination wird auch das Metabolische Syndrom genannt. Die Aussicht für die Zukunft ist also: Bei der ständig steigenden Zahl der Übergewichtigen wird es auch immer mehr Patienten mit einer Fettlebererkrankung geben. "Gesunde Ernährung ist in Deutschland auch ein soziales Problem. Wir können heute für wenig Geld mehr ungesunde Nahrung kaufen als gesunde. Würden wir die gleiche Kalorienzahl, die zum Beispiel eine fetthaltige Tiefkühlpizza hat, mit frischem Gemüse und Obst erreichen wollen, so müssen wir wesentlich mehr bezahlen", sagt Galle. Das sei für viele gar nicht möglich.

Schwierige Diagnose wegen fehlender Symptome

Um eine NAFLE zu diagnostizieren zu können, müssen erst andere Lebererkrankungen ausgeschlossen werden. Patienten können sehr unterschiedliche Symptome zeigen, wie zum Beispiel Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Oberbauchschmerz oder auch ein Völlegefühl. Zur Stufendiagnostik haben sich Anamnese und Untersuchung, Labordiagnostik mit Bestimmung von nüchtern Insulin- und Glukosewerten sowie Ultraschalldiagnostik bewährt. Zur Diagnostik gehört neben serologischen und sonographischen Untersuchungen auch die Leberbiopsie (Gewebeentnahme). Die histologische Untersuchung des Leberparenchmys (spezifisches Lebergewebe) dient dabei nicht nur dem Ausschluss anderer Lebererkrankungen, sondern kann auch herangezogen werden, um die Prognose abzuschätzen. Auch ein oraler Glukosetoleranztest kann helfen, Patienten mit Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. (red)

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