40 Prozent der Jungen nutzen das Internet als Quelle für politische Information

16. November 2011, 12:16
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Die Mehrheit der Wiener nutzen dafür das öffentlich-rechtliche Fernsehen

Um sich über politische Themen zu informieren, nutzt die Mehrheit der Wiener das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von IFES und GfK Austria gekommen. Vorgestellt wurden die im Auftrag der RTR Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH und Kabel-TV Wien erhobenen Daten am Mittwoch von den Studienautoren Imma Palme (IFES) und Peter Ulram (zum Zeitpunkt der Untersuchung GfK).

Für die Studie "Perzeption politischer Themen in den Medien" wurden im Herbst des Vorjahres 1.000 Interviews mit der Wiener Bevölkerung durchgeführt. Die eine Hälfte davon erfolgte telefonisch, die andere via Internet. Was die Nutzungshäufigkeit politischer Informationsangebote in den Medien betrifft, führt klar der ORF. 45 Prozent der Befragten gaben an, täglich das ORF Fernsehen zu nutzen, um sich über die heimische Politik zu informieren. 43 Prozent lesen hierzu Tageszeitungen und 36 Prozent hören den öffentlich-rechtlichen Hörfunk. Im Internet informieren sich 27 Prozent, im Privatfernsehen lediglich elf Prozent und im privaten Hörfunk acht Prozent.

Generationenunterschied

Der Unterschied zwischen den Generationen sei enorm, so Palme. Wird die Nutzungshäufigkeit nach dem Alter aufgeschlüsselt, zeigt sich, dass das ORF Fernsehen in der Gruppe 60plus von 68 Prozent täglich als Info-Quelle über Politik genutzt wird, während es bei den Unter-30-Jährigen nur 27 Prozent sind. Bei den Tageszeitungen ergibt sich ein ähnliches Bild (62 Prozent bei Gruppe 60plus, 30 Prozent bei Unter-30-Jährigen). Gänzlich anders hingegen sieht es bei der Internet-Nutzung aus: 40 Prozent der Jungen nutzen das Internet täglich als Quelle für politische Information, bei den Senioren sind es hingegen nur 14 Prozent.

Palme spricht von einer "Generationenkluft": "Die Unter-30-Jährigen gehen ins Internet und holen sich dort ihre Information. Sie sind weniger bereit, sich länger mit Themen auseinanderzusetzen." Sie stellte fest: "Für in den Medien-Arbeitende wird es immer schwieriger, diese zwei auseinanderdriftenden Bereiche zu vereinbaren", also jene, die nur Schlagzeilen interessieren und jene, die tiefergreifende Informationen wollen. "Der ORF ist noch immer der Platzhirsch Nummer 1, die Tageszeitungen liegen aber nicht so weit dahinter. Boulevardmedien werden stark von jenen genutzt, die an kurzer Information und einem Themenüberblick interessiert sind. Das Internet ist bei den Unter-30-Jährigen unangefochtene Nummer 1, aber grundsätzlich ist das Internet im steten Aufschwung", meinte Palme.

Interesse nach Themen

Abgefragt wurde auch generell das Interesse an verschiedenen Themen. Führend dabei sind die Bereiche Umwelt/Natur und Medizin/Gesundheit, an dritter Stelle die Österreichische Politik - ein Drittel der Befragten gab an, sich hierfür zu interessieren -, gefolgt von der internationalen sowie der Wiener Lokalpolitik - jeweils ein Viertel zeigt Interesse.

Laut Ulram sind die Assoziationen zur Politik großteils negativ. Knapp drei Viertel der Befragten assoziiert damit nämlich Ärger, Misstrauen und Widerwillen. Nur ein Fünftel verbindet mit Politik positive Gefühle wie Anteilnahme, Leidenschaft oder gar Begeisterung. (APA)

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