Neue Tarife

Kurzparken in Wien wird deutlich teurer

Julia Herrnböck , 16. November 2011 18:18
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    Kurzparkzonen sollen mit neuen Tarifen entlastet werden

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    fotos und montage: derstandard.at/blei

    Auch Falschparken wird in Wien teurer.

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Ein Euro statt 60 Cent für 30 Minuten - Einjähriges Parkpickerl kostet dafür um 15 Euro weniger

Die rot-grüne Stadtregierung macht Ernst mit ihrem Kampf gegen Parkplatzmangel, Feinstaubbelastung und Klimawandel. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und Verkehrssprecher Karlheinz Hora (SPÖ) stellten am Mittwoch die neuen Tarife vor: Ab März 2012 wird 30 Minuten Kurzparken einen Euro kosten (bisher 60 Cent), jede volle Stunde zwei Euro.

Im Gegenzug wird das Parkpickerl für Bezirksbewohner um elf Prozent billiger. Anstatt wie bisher 135 Euro im Jahr, wird dieses nur noch 120 Euro kosten. Die zusätzliche Verwaltungsabgabe von 58,99 Euro bleibt. Der Jahrespreis für das Parkpickerl sinkt somit auf rund 179 Euro jährlich.

Falschparker zahlen mehr

Die Pauschale für Lastfahrzeuge von Wirtschaftstreibenden wird von jährlich 279,60 auf 249 Euro vergünstigt. Die Tagespauschale für Servicebetriebe, Hotels und Vorführfahrzeuge wird von 4,60 auf 4,10 Euro gesenkt. Wer hingegen ab März nächsten Jahres beim Falschparken erwischt wird, muss mit 36 statt der aktuellen 21 Euro tiefer in die Tasche greifen.

Auf die Frage, mit wie viel Mehreinnahmen die Stadt Wien durch die vorgestellten Maßnahmen rechne, antwortete Hora, es werde wohl eine "neutrale Geschichte". Studien und Erfahrungsberichte aus anderen Städten würden zeigen, dass etwa durch höhere Strafen für Falschparken ein "Erziehungseffekt" eintrete. Die eingenommenen Gelder aus den Strafen werden übrigens sozialen Projekten zugeführt. Die Nettoerträge aus den Parkgebühren können in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, oder den Bau von Garagen fließen.

Vassilakou betonte, der Stellplatzdruck werde um mindestens 25 Prozent zurückgehen - "das ist genau jenes Maß, das Wien braucht, um Staus und Platzmangel in den Griff zu kriegen und die Luftqualität zu verbessern." An 52 Tagen in diesem Jahr wurden an zehn Messstellen die Grenzwerte für Feinstaub überschritten. Die Höchstgrenze in der EU liegt jedoch bei 35 Tagen, das Wiener Limit sogar bei maximal 25 Tagen.

Das bedenkliche Ergebnis sei ein wichtiger Anstoß gewesen, um - in Kombination mit den kürzlich präsentierten verbilligten Öffi-Tarifen _- neue Maßnahmen zur Verkehrsreduktion in der Stadt einzuleiten. Zumal drohten saftige Strafzahlungen, wenn Wien die Feinstaubwerte nicht in den Griff bekommt. Auch die geplante Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung sei Teil des Konzeptes.

FPÖ ortet "Verarschung"

Vassilakou präsentierte einige Zahlen, die Autofahrer zum Umdenken anregen sollen:_Jede zweite Autofahrt in Wien sei kürzer als fünf Kilometer, also durchaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewältigen. Am Ring würden täglich 35.800 Autos fahren - mehr, als über den Brenner.

Die Rathaus-Opposition sowie der Autofahrerclub ÖAMTC kritisierten die neue Tarife. Die Freiheitlichen sprachen gar von einer "Autofahrer-Verarschung". Der Verkehrsclub Österreich wies darauf hin, dass die Wiener im internationalen Vergleich auch weiterhin günstig parken.

 (Julia Herrnböck, DER STANDARD Printausgabe, 17.11.2011)

Europäische Preise im Vergleich:

Stadt Preis pro Stunde
London 6,00 Euro
Amsterdam 5,00 Euro
Tallinn 4,60 Euro
Stockholm 4,40 Euro
Helsinki 4,00 Euro
Kopenhagen 3,90 Euro
Oslo 3,70 Euro
Paris 3,60 Euro
Berlin 2,50 Euro
Brüssel 2,25 Euro
Madrid 2,10 Euro
Wien 2,00 Euro (ab März 2012)
Bern 1,80 Euro
Riga 1,70 Euro
Lissabon 1,60 Euro
Budapest 1,50 Euro
Salzburg 1,30 Euro
Eisenstadt 1,20 Euro
Klagenfurt 1,20 Euro
Graz
1,20 Euro
Linz 1,00 Euro
Rom 1,00 Euro
Athen 1,00 Euro
Innsbruck 1,00 Euro
St. Pölten 1,00 Euro
Bregenz 1,00 Euro
Bratislava 0,70 Euro
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 2552
Immerrecht
19.12.2011 13:39
Orientierung

ich finde es immer Witzig dann die Pseudolisten anderer Städte zu listen. Und IMMER mit der teuerersten Stadt.
Es wird dann immer verglichen wo es noch teurer ist - warum werden nicht die billigsten Städte zuerst gezeigt. Wäre doch mal was anderes nach dem Motto "schau wo es doch billiger ist"

kakophobikerin
16.12.2011 00:17

na super, wenn die normalen leute es sich nimmer leisten können ihr auto zu benutzen, ist ENDLICH genug platz für die SUVs derer denen die gebühren wurst sind.

großartig, grüne. platz geschaffen für die gstopften, freie fahrt für sie, und der rest ab zur bushaltestelle, zum warten - öffiintervalle werden ja nicht zufällig gleichzeitig erhöht? ach, nicht?.. ja, wie gesagt.. . großartig.

Gerhard Schwarz6
 
25.11.2011 02:16

Na hoffentlich bewirkt die Verbilligung des Parkpickerls nicht einen zusätzlichen Anreiz, den fahrbaren privaten Gebrauchsgegenstand auf öffentlichen Flächen zu lagern...

Chocoholic
21.11.2011 11:16
lieber standard. bitte aufstellungsliste der Kurzparkzonen neu definieren.

stockholm hat wenige Kurzparkzonen. normales Parken in Anrainerkurzparkzonen ist wesentlich billiger als auf der Liste angegeben.

Chocoholic
21.11.2011 12:04
jetzt hab ich mir die Muehe gemacht (2 MInuten),

und hier ist das posting, in dem ich auch die webpage und die dazugehoerigen Kurzparkzonenstundentarife angegeben.

http://derstandard.at/plink/131... id23765742

Zweimal denken, einmal sprechen
20.11.2011 20:24

Wenn's um's Komplexekompensiergerät geht, kommen sie aus ihren Löchern ....

KammerlExperte
19.11.2011 21:04
Da Segway preislich uninteressant

sage ich so den Parkplatzsherifs den Kampf an ;-)

cooles Ding hoffentlich findet sich bald ein Importeur
und Vertrieb in AT.

http://www.yikebike.com/

LGM
23.11.2011 18:02

10 Km Reichweite? Das ist selbst in der Stadt zu wenig.

R. Lexer
22.11.2011 13:22

Yikes!

jumpingjack flash
20.11.2011 17:22

kostet? und warum nicht gleich ein elektroradl?

joky1
20.11.2011 12:32

ein Rollstuhl für nicht Gehbehinderte. Wie nett :)

Wieso sagen Sie damit den Parksheriffs den Kampf an? Damit brauchen sie nur 1/8 von dem Platz eines Kleinwagens - bzw. 1/12 der beliebten Stadtflitzer (Touareg & Co)

Andreas N
19.11.2011 06:18
Stellplatzdruck

Interessant , die Bezirke 10 bis 23 haben dann noch mehr 'Stellplatzdruck' als bisher und unter Tags sind die Bezirke 1 bis 9 noch leerer. Für Leut die das Auto unbedingt brauchen, ist das die reinste Verarschung . Wo sind bessere Öffi-Intervalle außerhalb der Stoßzeiten ? Wo sind mehr und günstigere P&R Anlagen ? Fehlanzeige....
Ich rate jedem aus Wien wegzuziehen, ob Firma oder privater , die Stadt kann man bald vergessen....

BraS
21.11.2011 14:23

solange die vorhandenen P&R-Anlagen halb leer stehen, ist es wenig sinnvoll neue zu bauen.

R. Lexer
20.11.2011 13:49

Die gebührenpflichtige Zone wird ja vom Gürtel hinaus erweitert.

LA XX
18.11.2011 20:47
Die Grünen genießen den "15 Minuten Ruhm"

Somit wird es sicher sein, dass diese Partei nach den nächsten Wahlen nie wieder mehr in der Regierung sitzen wird.
Und die SPÖ kann gleich mitgehen...

hundsviech
19.11.2011 04:47
Die Grünen genießen....

ich will das gar nicht weiter ausführen. Habe in zahlreichen grün Postings gelesen, dass wir uns an einer Stadt wie Amsterdam ein Beispiel nehmen sollten. Ja! Finde ich persönlich super, denn dann hätten alle Fahrräder ein Kennzeichen und die "Halter" hätten wie die Kfz Halter Steuern zu zahlen, für die Benutzung der öffentlichen Einrichtungen, Wege, Parkplätze etc. Einfach eine Mitverantwortung für den öffentlichen Verkehr zu tragen. Denn es ist schon so : Wer konsumiert muss auch teilhaben (zahlen). Das Parkpickerl eingeschlossen. LG Ihr Hundsviech - jedem sein Sackerl

jumpingjack flash
19.11.2011 08:59

stimmt, genau - die haben kennzeichen die man auch ablesen kann (so gross wie auf autos). bei uns kann man ja ein mopedkennzeichen nicht erkennen weil zu klein.
die fahrradsteuer in amsterdam ist extrem hoch - die leute sind allerdings stolz drauf weil sie sich ein fahrrad leisten können - das rad ist dort prestigeobjekt, wie bei uns ein suv.

jumpingjack flash
18.11.2011 23:29

glauben sie wenn die fpö das sagen hat dass die die gebühren wieder runterfahren und die parkpickerl für ganz wien aufheben und die fussgängerzonen mit autos befahrbar machen - dann wählen sie die bei der nächsten wahl.

atomkraft neindanke
18.11.2011 22:08

die NiederösterreicherInnen können in Wien nicht wählen, die Grünen in München haben es dort vor 10 Jahren ähnlich gemacht... und sind immer noch in der Stadtregierung....es gibt ja eine satte Mehrheit, aller Wiener, die kein Auto zur Verfügung hat und warum sollten die nur unter dem MIV leiden, außerdem gibt's dann mehr geld für die Öffentlichen und wir können uns die Intervallverkürzung leisten!

vive
 
18.11.2011 21:59
dein wort in gottes ohr

amen

Luc P
18.11.2011 20:00
dann bitte die Intervalle verkürzen

dass ich um 22h abends nicht bei 2 Linien einmal umsteigen je 20 minuten auf die Bim warten will wird ja jedem einleuchten (bis 22h ist ja Kurzparkzone außerdem gibt es auch Leute die solange arbeiten)

me phisto
18.11.2011 17:21
Die Erhöhung der Parkraumgebühr ist schon OK und folgt auch den internationalen Trends!

Natürlich ist es schmerzhaft, realisieren zu müssen, dass die Benutzung des öffentlichen urbanen Raums mit einem abgestellten KFZ, in dem man nicht unmittelbar selbst wohnt, einen ordentlichen Preis hat. Dass die unterschiedliche Platzknappheit allerdings innerhalb des Stadtgebietes nicht in Zonen preislich gestuft wird, halte ich für einen Fehler.

Wen man mit der Maßnahme aber gar nicht "erwischt", sind die vielen städtischen und Speckgürtelpendler mit den (steuerlich begünstigten) Dienstwägen und den Firmengaragenplätzen. Wenn man diesen täglichen Pendelverkehr ernsthaft und wirksam zugunsten der nach (sauberer) Luft ringenden Stadtbevölkerung reduzieren will, wird man wohl um eine Citymautdiskussion nicht wirklich herumkommen.

grüne welt
18.11.2011 09:58
Gestern und heute alarmierende Feinstaubbelastung in Wien

Die höchstzugelassene Menge um das Dreifache überschritten! Grüne, wacht auf, Umweltpickerl muß her! Autos mit hohem schädlichen Abgasausstoß dürfen nicht mehr in der Stadt fahren!

Hudri Wudri
23.11.2011 15:44
Super

betrifft uebrigens auch ca. 25% der Oefis und 50% aller LKWs

OttotheBusdriver
18.11.2011 11:36
Und das hilft?

- gegen Emissionen aus Hausbrand
- aus der Industrie
- durch natürliche Quellen
- durch weiträumige Verfrachtung aus fremden Industriegebien?

All das macht 80% des feinen Staubs aus, vom Rest (Verkehr) wiederum 60% aus Vermahlung der Straßenoberfläche und Straßenbahnbremssand.

Natürlich hilfts nix - aber es beruhigt das grüne Gewissen - und ist es nicht nur das, das zählt;-)

BTW: alte Messungen aus den 60er Jahren zeigten Feinstaubbelastungen vom 1000fachen der jetztigen Werte. Nur hats damals niemand interessiert.

Wissenschafft ist irrelevant wenns "grün" wird, da zählt nur mehr Überzeugung und Glaube.

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