Ravensburger klagt Apple wegen Memory

16. November 2011, 11:43
  • Nicht das Konzept der Memory-Gedächtnisspiele, sondern die Verwendung des Begriffs durch andere will Ravensburger verhindern.
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    Nicht das Konzept der Memory-Gedächtnisspiele, sondern die Verwendung des Begriffs durch andere will Ravensburger verhindern.

Gefordert wird Entfernung des Begriffs "Memory" bei Spielen aus dem App Store

Der deutsche Spielehersteller Ravensburger hat vor dem Landesgericht München eine Klage gegen Apple eingebracht. Man fordert die Entfernung aller Spiele aus dem App Store von iTunes, die den Begriff "Memory" nutzen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Als Eigentümer der Wortmarke "Memory" möchte sich der Hersteller von Brett- und Gedächtnisspielen gegen Nutzung des Begriffs schützen, man hätte nichts gegen eine Adaptierung des Spielekonzepts.

Gleiche Gesetze für alle

Mit der Forderung will Ravensburger nur dieselben Regeln im Apple iTunes Store zum Einsatz kommen lassen, wie sie auch bei anderen Gesellschaftsspielen gelten. Auch anderen Herstellerfirmen ist eine Verwendung des Begriffs in Memory-ähnlichen Spielen untersagt. Der Klage sei eine Abmahnung zur widerrechtlichen Nutzung des Wortes "Memory" vorausgegangen, doch der kalifornische Computerhersteller reagierte müßig. Ein Apple-Anwalt erklärte: "Vielleicht konnte auf die legitimen Vorwürfe nicht gleich reagiert werden."

"Brutalst möglich"

Ravensburger argumentierte, dass im Gegensatz zu Rechten anderer eigene Markenrechte vom Konzern umgehend und "brutalst möglich" wahrgenommen würden. Das Gericht setzte den 31. Jänner als Termin zur Urteilsverkündung fest. 

Seit 1959

Erstmals erschien Memory im Jahr 1959 auf den Markt, Erfinder ist Erwin Glonnegger. Das Gedächtnisspiel kennen die meisten aus der Kindheit. Dabei gilt es, paarweise gleiche Bilderkarten aufzudecken. (ez, derStandard.at, 16.11.2011)

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21 Postings

Ich hoffe ja inständig, dass sich auch noch ein paar angelsächsische Apfelbauern zusammentun für eine Klage... ;o)

Erfinder des Spiels ist Glonnegger wohl kaum. Auch nach dem Spiele-Buch von Erwin Glonnegger selbst ist der Schweizer Heinrich Hurter der Vater - ähnliche, d.h. eher praktisch identische Spiele gab es aber schon zuvor längst in der ganzen Welt - zB Pelmanism (19. JH, UK, mit gewöhnlichen Spielkarten) oder Kai-Awase (Japan, mit identisch bemalten Muschelhälften, seit einem halben Jahrtausend). Glonnegger hat die Entscheidung über den Namen "Memory" getroffen, nicht mehr - und Hurter hat ein uraltes Spielprinzip neu erfunden und erfolgreich kommerzialisiert, auch nicht mehr.

Ich würde sagen das ist so wie bei Walkman. Der Begriff ist zum Gattungsnamen geworden und Sony wurden folglich die Markerechte daran entzogen.

Bei Memory scheint dass ja noch viel offensichtlicher zu sein. Wäre ich Ravensburger, dann wäre ich lieber mal ganz schön leise.

wenn apple

wegen runder ecken klagt, ist das in ordnung?
wenn ein spielprinzip unter schutz steht ist das böse?

Hier steht das Spielprinzip eh nicht unter Schutz, sondern nur der Name.
D.h. irgendjemand würde analog ein beliebiges Smartphon als iPhone verkaufen.

die verklagten oder mahnten vor 15 Jahren Studenten; aber warum sollen sie leise sein?

Nur, wenn ein Markeninhaber

Verletzungen hinnimmt läuft er Gefahr dass er den Markenschutz verliert, es also, wie Sie schreiben auch juristisch ein Gattungsname wird.

Werden die Rechte verteidigt, droht diese Gefahr nicht.

...und Äpfel kennt man sonst auch nicht...

Interessant am Fall ist die Argumentation von Ravensburger, dass Apple bei den eigenen Markenrechten so viel extremer vorgeht als bei den Markenrechten anderer.

Wäre Ravensburger ein Musikkonzern,

hätten sie auch noch den entgangenen Gewinn geklagt, da durch den Verkauf der Apps weniger Brettspiele gekauft wurden ;)

Solange Apple einen derartigen, markenrechtlichen Verstoss nicht in den Guidelines und T&Cs des App Stores erwaehnt muss sich Ravensburger an die einzelnen Entwickler und nicht Apple wenden…

Ich bin zwar kein Jurist, aber so weit ich weiß, ist das nicht so.

Ravensburger argumentiert, dass Apple als Inhaber und Betreiber des iTunes-Store für die Einhaltung der Markenrechte auf dieser Plattform zuständig ist. H&M darf auch keine gefälschten Diesel-Jeans verkaufen mit dem Hinweis, Diesel könne sich ja an den chinesischen Hersteller wenden.

Apple hat ja prinzipiell schon zugegeben, dass an der Klage was dran ist: "Vielleicht konnte auf die legitimen Vorwürfe nicht gleich reagiert werden."

Apple könnte sich natürlich ggf. bei Schadenersatzforderungen von Ravensburger an den einzelnen Entwicklern regressieren, wenn sie das für notwendig (und sinnvoll) erachten. Dazu wird es aber eh nicht kommen, Ravensburger will eh "nur" eine Entfernung der betreffenden Apps.

Da hast du natuerlich auch wieder recht…

in den Android Market habens noch nicht reingeschaut

Ganz genau

Lasst sie mal die eigene Keule spüren, diese Wappler.

Du weißt aber schon, dass Apple diese Apps nicht selbst geschrieben hat?

rolleyes

apple baut seine geräte auch nicht selbst, sondern lässt sie von anderen firmen bauen

Aber sie verdienen damit.

So?

Sie sind für den Store verantwortlich, fertig aus

@Red.: Habt ihr eh schon den nächsten Flamewar-Anheizer mit der Überschrift "Zensur: Apple entfernt Memory-Spiele aus dem AppStore" vorbereitet?

;-)

Thema verfehlt. Die Äpfelchen sind ja nicht angebissen ;-)

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