Bekenntnis zur heimischen Viehzucht

Leserkommentar17. November 2011, 09:16
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Drängen uns die selbsternannten Tierschützer nicht in ein "Österreich ohne Tierhaltung"? Ist nicht eigentlich der Landwirt, der sich täglich um seine Tiere kümmert, im Vergleich dazu der "wahre Tierschützer"?

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine selbst ernannte "Tierschutz-Organisation" versucht, die Medienlandschaft durch Meldungen zu vereinnahmen. Sogenannte Tierschützer überfluten die Medien mit übertriebenen oder teilweise erlogenen Beiträgen und versuchen damit Anhänger aus dem städtischen Bereich zu werben. Sie rühmen sich im Internet öffentlich mit Texten wie zum Beispiel "Befreiung von Ratten aus einem Krebsforschungsinstitut."

Sind das die wesentliche Probleme unserer Gesellschaft?

Wie weit muss unser Wohlstand noch steigen, bis wir uns wieder um die wesentlichen Probleme unserer Gesellschaft kümmern? Meine Mutter ist vor einigen Jahren an Krebs verstorben, und als jemand der schmerzhaft realisieren hat müssen wie sich wirkliche Probleme anfühlen, kann man die Denkweise solcher Menschen einfach nicht verstehen.

Tierschutzvereine kritisieren heftigst die Haltung von Schweinen im Kastenstand, vergessen bei aller Euphorie für blinde Propaganda jedoch auf die Tatsache, dass Schweine nicht wie behauptet ein ganzes Leben im Kastenstand verbringen, sondern diesen Platz ausschließlich für die 3-wöchige Abferkelung beziehen und somit sichergestellt ist, dass die Ferkel geschützt sind und nicht unabsichtlich von der Mutter erdrückt werden.

Die Konsequenz: Import von Fleisch wird steigen

In meinen Augen outen sich diese "Tierschützer" für eine österreichische Landwirtschaft ohne Tierhaltung und als Konsequenz für den Import von billigem Massentierhaltungsfleisch aus dem Ausland. Der Landwirt, welcher jedoch täglich im Stall arbeitet und sich mit Hingabe um seine Tiere kümmert, ist im Vergleich dazu der einzig wahre Tierschützer.

Bauern mit umfassenden Aufgaben

Ihm liegt das Wohl der Tiere tatsächlich am Herzen, und die Leistung der österreichischen Bäuerinnen und Bauern beschränkt sich nicht auf die Produktion von hochwertigen Lebensmittel, welche wir alle so schätzen, sondern beinhaltet darüber hinaus die Pflege des ländliches Raumes, die Rekultivierung von Forstflächen, die Produktion und Ernte von CO2-neutralen, nachwachsenden Rohstoffen uvm.

Ich persönlich bin stolz, Jungbauer zu sein und lebe für diesen Beruf! Der Medienhetze besagter "Tierschützer" zum Trotz, hoffe ich auch in Zukunft meinen Wunschberuf ausüben zu können und dazu beizutragen, dass auch weiterhin hochwertiges, heimisches Schweinefleisch aus kontrollierter, österreichischer Produktion auf unseren Tellern zu finden sein wird. (Leser-Kommentar, Hannes Lebelhuber, derStandard.at, 17.11.2011)

Autor

Hannes Lebelhuber ist Jungbauer in Eberstalzell.

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