Berufsglück

90 Prozent sind mit ihrer Jobsituation zufrieden

16. November 2011, 11:21

Gutes Zeugnis der Berufstätigen für Österreichs Arbeitswelt - 47 Prozent bescheinigen ihrem Chef "gute Fachkenntnisse"

Linz - Ein gutes Zeugnis stellten die Österreicher der heimischen Arbeitswelt aus: 40 Prozent sind mit ihrer beruflichen Situation "sehr zufrieden", 50 Prozent sind "einigermaßen zufrieden". 9 Prozent gaben in einem am Mittwoch veröffentlichten IMAS-Report an, "nicht besonders", 1 Prozent "überhaupt nicht" zufrieden zu sein. Damit haben sich die Werte, verglichen mit der Erhebung des Institutes von 1987, minimal verschlechtert.

Konstante Zufriedenheit

Vor 25 Jahren teilten noch insgesamt 93 Prozent mit, mit ihrer beruflichen Tätigkeit zumindest "eher zufrieden" zu sein. Lediglich 6 Prozent der damals Befragten waren nicht besonders zufrieden, 1 Prozent überhaupt nicht. Trotz der gängigen Überzeugung von einer rauer gewordenen Arbeitswelt - 56 Prozent der Österreicher erklärten dem IMAS-Instut kürzlich, man müsse jetzt im Beruf mehr leisten als früher - ist das berufliche Glücksgefühl über Jahrzehnte hinweg ziemlich konstant geblieben.

Gutes Zeugnis für Chefs

Auch ihre direkten Vorgesetzten schätzten die Studienteilnehmer eher positiv ein. 47 Prozent bescheinigten ihrem Chef "gute Fachkenntnisse", 38 Prozent meinten, er setze sich sehr für seine Mitarbeiter ein. 37 Prozent hielten ihren Vorgesetzten für gerecht. Je 34 Prozent fanden, dass ihr Boss ein offenes Ohr für Probleme hat und tüchtig ist. Der Aussage "man bekommt von ihm/ihr auch mal ein Lob/eine Anerkennung" stimmten 33 Prozent zu. Eben so viele bestätigten ihren Chefs, eine gute Übersicht zu haben. Launenhaftigkeit und jeden Tag andere Ideen kennen 9 Prozent von ihrem Boss, je 8 Prozent meinten, ihr Vorgesetzter wirke oft überfordert, kenne sich nicht besonders gut aus und schmücke sich gerne mit "fremden Federn".

Unterschiedlich beurteilten die Geschlechter manche Fragen: Während 41 Prozent der Männer sagten, ihr Vorgesetzter "gibt gute, klare Anweisungen", waren nur 29 Prozent der Frauen dieser Meinung. Ein offenes Ohr für Probleme attestierten 38 Prozent der Herren, aber nur 29 Prozent der Damen ihren Chefs.

Ältere sind kritischer

Differenzen in der Beurteilung gab es auch nach Alter und Bildung. 50 Prozent der 16- bis 49-Jährigen gaben an, ihr Boss habe gute Fachkenntnisse. Bei den Älteren waren nur noch 37 Prozent dieser Meinung. Als "oft hektisch und nervös" erleben 21 Prozent der 30- bis 40-Jährigen ihre Chefs, hingegen nur 13 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 11 Prozent der Über-50-Jährigen.

Dass sich ihr Vorgesetzter sehr für seine Mitarbeiter einsetzt, gaben 46 Prozent der Volks- oder Hauptschulabgänger an, 40 Prozent der Schulabgänger ohne Matura, aber nur 28 Prozent der Höhergebildeten an. (APA/red)

Hinweis
Für die Studie wurden 491 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichischen Arbeitnehmer ab 16 Jahren, in persönlichen Interviews von 21. September bis 6. Oktober befragt.

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Posting 1 bis 25 von 48
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grauekatze
00
20.11.2011, 19:44
in dem betrieb, in dem ich vorher gearbeitet habe

gabs eine von einem angeblich unabhängigen unternehmen durchgeführte mitarbeiterbefragung, landesweit wurde ein preis verliehen. ich muss dazu sagen, ich kannte und kenne kein unternehmen, in dem ein solch vergiftetes klima herrscht, das solch demotivierte mitarbeiter beschäftigt, komplett irres arbeitsumfeld! wir kamen schweizweit in die top 10. keiner konnte sich das erklären..

aculus populus
 
00
18.11.2011, 15:07
Interessant...

wäre zu wissen wie viele Fragebögen die Chefs selber ausgeteilt und ausgewertet haben :)

bin vom land
 
00
18.11.2011, 14:42
vor 1 jahr hats aber noch ganz anders ausgschaut

http://derstandard.at/128960827... ier-Jahren

Millionen Legionen
00
18.11.2011, 14:02

in unzufrieden kommt auch "zufrieden" vor, kann man das nicht gleich auch dazurechnen oder wirds da unglaubwürdig?

Entfesselter Prometheus
00
18.11.2011, 12:43
Warte schon auf den Artikel in ca. 3 Wochen der genau das Gegenteil behauptet

Wer hier mitliest weiss inzwischen, dass es nicht sehr viel länger dauern kann.

Ingen Ting
03
17.11.2011, 22:04

das muss sich ja für die Unternehmen wie Weihnachten und Ostern lesen, da braucht es ja gar keine Gehaltserhöhungen mehr.
Das Ergebnis ist ziemlich realtiätsfern, aber die Postings sind sehr unterhaltend.

Flip
02
17.11.2011, 21:14

derstandard interpretiert offensichtlich falsch. "Einigermaßen zufrieden" ist gleich zu setzen mit "Wir waren mit seinen Leistungen zufrieden" aus nem schlechten Arbeitszeugnis.

stretfordender
00
17.11.2011, 13:54

wos is des für eine Umfrage bitte? Sie gibt mir Rätsel auf :P

Philip II
00
17.11.2011, 13:31

I'm the 1%!

lukav jez
011
17.11.2011, 10:33

Hallo, lieber Standard: "34% fanden, dass ihr Boss ein offenes Ohr für Probleme hat und tüchtig ist" - d.h. 66% (= 2 Drittel) fanden das NICHT.
"47% bescheinigten ihrem Chef "gute Fachkenntnisse" - d.h. 53% (das ist die Mehrheit) bescheinigten das NICHT.
"38% meinten, er setze sich sehr für seine Mitarbeiter ein" - d.h. 62% (fast 2 Drittel) meinten das NICHT.
Und das nennt ihr "Gutes Zeugnis für Chefs"?

Minister der Ökomonie
00
17.11.2011, 15:49

Die Erwartungshaltung ist ein Hund, was?

Was sagt das über eine Arbeitskultur aus, wenn 90 % der Mitarbeiter sehr zufrieden damit sind, dass zwei Drittel ihrer Chefs ignorant ihnen gegenüber sind, und zur Hälfte fachlich inkompetent.

Offenbar sind viele Arbeitnehmer sogar völlig überrascht, wenn der Chef fachliche Kompetenz aufweist oder gar Interesse für sie aufbringt.

Mir kommt das so vor, als würde ein Lehrer ein Zeugnis mit lauter vierer als "Gutes Zeugnis für einen Sonderschüler" bewerten.

Herbert Novak1
00
17.11.2011, 09:32
Wenn die Leute genauer wissen

Wenn die Leute genauer über die Aufteilung ihres Gehalt wissen, werden sie sicher nicht zufrieden: Die von ihnen erwirtschafteten Gewinne werden ein kleiner Teil als Gehalt ausgezahlt, der größere Teil gehört der Firma. Das ist soweit ok. Dann zahlt die Firma Arbeitsgeber-Anteil an WGKK, Finanzamt, Pensionversicherung. Dann kommen die Arbeitsnehmer-Anteile, noch einmal Steuer, Pensions-, Arbeitslosen-und Krankenversicherung weg. Was zum Schluss bleibt ist der Netto-Betrag für die Arbeitsnehmer, der Anteil ist etwas weniger als jener Teil der Staat kassiert; wobei hier angemerkt, der gesamte Abgabe, jenach Einkommenshöhe, liegt bei 49% bis 55%. D.h. der Staat liegt uns buchstäblich im Magen.

include System.IO
 
02
17.11.2011, 09:10

Und da meinen die Leute doch tatsächlich, die Förderung der Printmedien würde sich nicht lohnen.

gastrosoph
08
17.11.2011, 08:15
Und warum so viele Burn outs?

Die beste Statistik ist die, die ich selbst fälschte.

Minister der Ökomonie
01
17.11.2011, 15:44

Ach, Sie verstehen das falsch. Die Burn-Otus entstehen, weil die Mitarbeiter so begeistert sind von ihrer wahnsinnig tollen Arbeit, dass sie sich in blinder Hingabe für den Chef und das faire Unternehmen ausbrennen. Die restlose Hingabe führt die frenetisch Beigeisterten weiters dazu, gar keine Anerkennung durch Lob oder Gehalt annehmen zu wollen, Chefs bestätigen, dass diese Mitarbeiter so happy sind, dass es für sie eine Beleidigung darstellt, mehr Geld zu bekommen. O-Ton:"Wenn uns der Chef eine Gehaltserhöhung aufdrängen will, reagieren wir verstimmt. Wir lieben diesen Job - wenn man uns dafür bezahlt, fühlten wir uns wie Prostituierte."
Durch die Unfähigkeit vieler Chefs findet weiters eine Parentifizierung der Arbeitnehmer statt.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
04
17.11.2011, 07:16
90%

Hier wurden offensichtlich ausschliesslich pragmatisierte Beamte im Öffentlichen Dienst befragt. Oder die Umfrage wurde von der Industriellenvereinigung finanziert. Jedenfalls ist es garantiert nicht mit rechten Dingen zugegangen, denn repräsentativ können diese Ergebnisse keinesfalls sein.

lieschen müller4
04
17.11.2011, 02:21

Die 491 Personen arbeiten was? Den 491 Personen wurde wie viel bezahlt um zu diesen Antworten zu kommen? Die 491 Personen sind vielleicht Einpersonenunternehmen? Die 491 Personen sind vielleicht Vorgesetzte? Fragen über Fragen - die 491 Personen sind aber ganz sicher nicht "normale", durchschnittliche Arbeitnehmer, so wie ich sie kenne und selbst einer bin.Von denen ist nämlich kein Einziger zufrieden!

Heinz Pepi
00
17.11.2011, 14:54

Vielleicht wurden die ausgefüllten Fragebogen über den Chef weitergeleitet :)

Minister der Ökomonie
01
17.11.2011, 15:38

:)
Ich erinnere mich an eine ÖBB-Umfrage an Pendler. Alle Fragen waren so gestellt, dass sie geschickt alle Mängel umschifft haben. Selbst wenn man noch so unzufrieden war, konnte man keine entsprechende Wertung abgeben, da es dafür schlichtweg keine Option gab, alles so gestellt wurde, dass nur ein positives Ergebnis herauskommen konnte. Nicht nur ich, sämtliche Pendler haben dann ihren Unmut auf die Rückseiten und die Ränder der Fragebögen geschrieben, haben alle Mängel eben "so" aufgeschrieben.
Bei der Auswertung der Fragebögen hat sich sicher niemand die Mühe gemacht, die Romane zu lesen die hinzugefitzelt wurden und trotz massiver, motivierter Unmutsäußerung äußert die Studie dann "sehr zufriedene Fahrgäste".

r_2_d_2
01
17.11.2011, 00:52

es ist schön, dieses artikerl zu lesen. ich freu mich besonders, dass sich die chefs der österreichischen buden seit sommer doch einiges zu herzen genommen haben und die heimische arbeitswelt dermaßen umstimmen und glücklich machen konnten...

Naja ... ach übrigens: wo ist das wöchentliche artikerl "HÄNDERINGEND"?!?

Angus Parvis
07
16.11.2011, 23:59

"einigermaßen zufrieden", "nicht besonders zufrieden" - was sind das für Kategorien?

Das Ergebnis sollte eher heißen:

60 % der Arbeitnehmer klagen über ihren Arbeitgeber: Mehr als die Hälfte aller Vorgesetzen wird als inkompetent wahr genommen, fast 2/3 setzen sich nicht für die Mitarbeiter ein, sind ungerecht, geben unklare Anweisungen und kümmern sich nicht um die Probleme ihrer Mitarbeiter.

Usw ..

90 % .. war für ein Humbug.

Mann40
03
16.11.2011, 20:24

"Für die Studie wurden 491 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichischen Arbeitnehmer ab 16 Jahren, in persönlichen Interviews von 21. September bis 6. Oktober befragt."

waren die bei der Befragung alle high?

jeffk
00
17.11.2011, 06:55

warum high?
ich hätte wohl auch mit "zufrieden" gestimmt
mag zwar vom prinzip her eigentlich gar nicht arbeiten aber wenn ich schon muss dann arbeite ich was mir (halbwegs) gefällt

Mann40
02
17.11.2011, 08:10

die Vorauswahl lief wahrscheinlich so:
"Sind Sie in Ihrem Arbeitsumfeld zufrieden?"
Bei Antwort "Ja" wurde dann die Befragung durchgeführt, bei Antwort "Nein"...nicht.

r_2_d_2
02
17.11.2011, 01:22

nein, die waren natürlich nicht alle high.

der praktikant, der die studie im september und oktober durchgeführt hat, ist verliebt und hat sich lieber mit seiner neuen flamme getroffen anstatt die befragungen durchzuführen. die beiden turteltauben haben am abend vor abgabe dann noch schnell gemeinsam dieses liebenswerte ergebnis herausgemausert..

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