Assange: Überwachungsbehörden "wie unerkannte Krebserkrankung"

Bericht | 16. November 2011, 10:21
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    foto: dapd

    Wikileaks sei letztlich nur "ein Versuch, jedem das Maximum an wahrer Information über seine Umgebung zur Verfügung zu stellen", sagt Wikileaks-Gründer Assange.

Veröffentlichung von US-Depeschen trugen laut Wikileaks-Gründer zum Arabischen Frühling bei

In einem Gespräch mit dem Moralphilosophen Peter Singer hat Wikileaks-Gründer Julian Assange die Veröffentlichung von geheimen Daten staatlicher Behörden verteidigt. Die vor einem Jahr publik gemachten US-Botschaftsdepeschen hätten zur Überwindung von Diktaturen in Nordafrika beigetragen, sagte Assange in einem Beitrag für die neue deutsche Zeitschrift "Philosophie Magazin", deren erste Ausgabe am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Veröffentlichung der Depeschen habe es den USA und Europa schwer gemacht, "diktatorischen Regimes Hilfe zu leisten und zugleich so zu tun, als wären ihnen die Gepflogenheiten dieser Regime nicht klar".

Konzept einer transparenteren Demokratie

Singer mahnte hingegen: "Jede Information, deren Freigabe eine eindeutige und unmittelbare Gefahr bedeutet, sollte geheim bleiben." Erforderlich sei eine sorgfältige Abwägung und ein rechtlicher Rahmen. "Wenn die Freigabe einer bestimmten Information eine Katastrophe auslösen könnte, sollte sie verboten sein, selbst wenn sie andernfalls dem Konzept einer transparenteren Demokratie dienen, uns zu einer besseren Regierung verhelfen oder Korruption ans Licht bringen würde."

Assange meinte hingegen, Zwangsmaßnahmen dürfe es nur dann geben, wenn eine tatsächliche Gefahr bereits eingetreten sei, nicht schon, wenn diese nur befürchtet werde. Durch die Veröffentlichungen von Wikileaks sei kein einziger Mensch zu Tode gekommen.

Überwachungsbehörden wie unerkannte Krebserkrankung

Wikileaks sei letztlich nur "ein Versuch, jedem das Maximum an wahrer Information über seine Umgebung zur Verfügung zu stellen", sagte Assange, der wie Singer in Australien geboren wurde. Dabei sei noch nicht entschieden, ob die Kommunikationsfreiheit siegen werde. Denn die Menge an öffentlicher Information wachse weniger schnell als die Menge an privater Information in der Hand von Behörden und Informationen. "Die Überwachungsbehörden und mit ihnen kollaborierende Unternehmen haben sich vergrößert und ausgebreitet wie eine unerkannte Krebserkrankung."

Assange wehrt sich derzeit in Großbritannien mit allen rechtlichen Mitteln gegen seine Auslieferung nach Schweden, wo die Justiz wegen sexueller Nötigung gegen ihn ermittelt. Am Dienstag legte er beim Obersten Gericht Einspruch gegen einen Richterspruch ein, mit dem seine Auslieferung für rechtens erklärt wurde. Um vom Supreme Court gehört zu werden, muss Assange begründen, warum sein Fall von grundsätzlicher juristischer Bedeutung in Großbritannien ist. (APA)

denke
00
25.11.2011, 13:08

Schweden betreibt ein unwürdiges Spiel, indem es für die USA die Schmutzarbeit erledigt.
Aus Protest sollte der Schwedenplatz in Wikileaksplatz und die Per Albin Hanson-Siedlung in Assange-Siedlung unbenannt werden.

Ch. GRAND
01
16.11.2011, 19:21
Gedanken über Lügner...

Vielleicht sollte ich mich kurz fassen; Überall verspricht man uns, unsere Daten seien geschützt. Da kommt nun einer und deckt auf, dass dem nicht so ist. Er wird bestraft. Die Lügner nicht.

Ch. GRAND
01
16.11.2011, 19:10
Aufdeckung

IRGENDJEMAND, der kriminelle Machenschaften aufdeckt, öffentlich macht, egal von wem, wird er selbst kriminalisiert. Gleichzeitig sehen wir die Schwachstellen aller Staatsapparate, die denken,uns sogar versprechen, unsere Daten seien geheim. Für mich selbst deutlich erkennbar: Du darfst alles tun, was illegal ist. Kommt es aber an die Öffentlichkeit, ist der Aufdecker ein Todeskandidat, nicht die heimlichen Verbrecher.Nun, man möge darüber nachdenken...

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