Wocheneinkauf ist um 6,7 Prozent teurer

16. November 2011, 11:41
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Gesamte Teuerung bei 3,4 Prozent. Die rasante Inflation hat im Oktober in Österreich nur ganz leicht nachgelassen

Wien - Der typische wöchentliche Einkauf - der sogenannte Miniwarenkorb, der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält -, hat sich im Oktober um 6,7 Prozent im Jahresabstand verteuert, im September waren es 7,1 Prozent gewesen. Der Mikrowarenkorb, der vor allem Lebensmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, kam im Oktober um 3,4 Prozent teurer, nach 4,1 Prozent im September, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit.

Auch die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone ist im Oktober hoch geblieben, nämlich unverändert gegenüber September bei 3,0 Prozent. Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch bekanntgab, stieg die Inflationsrate in der gesamten EU im Oktober sogar von 3,3 auf 3,4 Prozent.

Die niedrigsten jährlichen Inflationsraten (HVPI) verzeichneten Schweden (1,1 Prozent), Irland (1,5 Prozent) und Malta (2,4 Prozent). Die höchsten Preissteigerungen wurde in Großbritannien (5,0 Prozent), in Estland (4,7 Prozent) und in der Slowakei (4,6 Prozent) registriert.

Verkehr und Wohnen als Preistreiber

Am stärksten nach oben gezogen wurde das heimische Preisniveau im Oktober von der Ausgabengruppe "Verkehr", die sich im Durchschnitt um 5,6 Prozent im Jahresabstand verteuerte und damit allein den VPI um 0,77 Prozentpunkte nach oben zog. Hauptverantwortlich dafür waren die um 18 Prozent höheren Sprit-Preise. Wartung und Reparaturen von Pkw verteuerten sich um 4 Prozent.

Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" verteuerte sich um 3,8 Prozent und beeinflusste den VPI damit um +0,71 Prozentpunkte. Dabei kostete Haushaltsenergie insgesamt um 7,2 Prozent mehr (darunter Heizöl +21 Prozent, Gas +13 Prozent, aber Strom unverändert). Wohnungs-Instandhaltung kam 3,2 Prozent teurer, Wohnungsmieten stiegen um 4,0 Prozent.

Bei "Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken", die sich insgesamt im Schnitt 4,3 Prozent verteuerten, musste für Nahrungsmittel allein um 4,0 Prozent mehr bezahlt werden. Dabei stiegen die Preise für Molkereiprodukte und Eier um 7 Prozent, bei Brot und Getreideerzeugnissen sowie Fleisch und Fleischwaren um je 4 Prozent. Gemüse dagegen wurde um 3 Prozent billiger. Alkoholfreie Getränke kamen im Schnitt um 7,7 Prozent teurer, Grund dafür war ein 24-prozentiger Preisschub bei Kaffee.

Für die durchschnittlichen Preisanstiege von 3,6 Prozent bei "Verschiedenen Waren und Dienstleistungen" waren unter anderem Versicherungsdienstleistungen verantwortlich, die sich um 2,7 Prozent verteuerten. Bei Schmuck und Uhren zogen die Preise im Jahresabstand um 16 Prozent an.

Als Preisdämpfer im Jahresabstand wirkte die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" mit im Schnitt 2,8 Prozent Preisabschlag. Dazu trugen vor allem Telefon- und Faxdienstleistungen bei, die um 3,4 Prozent billiger wurden; unter anderem verringerte sich das Festnetz-Telefongrundentgelt um 9 Prozent.

Den stärksten Einfluss auf den VPI-Anstieg um 0,1 Prozent im Monatsabstand hatte die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", die sich im Schnitt um 2,5 Prozent verteuerte. Grund dafür war laut Statistik Austria die schrittweise Umstellung von Herbst- auf Winterkollektion. Die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" verbilligte sich von September auf Oktober im Schnitt um 0,7 Prozent und war damit der Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand. Dazu trugen Preisrückgänge bei Pauschalreisen um durchschnittlich 4,6 Prozent infolge der Nebensaison bei.

Auch Pensionisten-Ausgaben steigen

Dass der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) im Oktober mit 3,6 Prozent einmal mehr leicht über dem allgemeinen VPI-Anstieg von 3,4 Prozent lag, war laut Statistik Austria überwiegend auf Teuerungen bei Spitals- und Sozialschutzdienstleistungen sowie Heizöl und Nahrungsmitteln zurückzuführen sowie, die im PIPH höher gewichtet sind. Umgekehrt schlugen die Sprit-Verteuerungen sowie die Preisanstiege bei "Restaurants und Hotels" sowie "Erziehung und Unterricht" (geringer gewichtet im PIPH) weniger stark durch.

Zum kräftigeren Anstieg des Harmonisierten Preisindex (HVPI) Österreichs von 3,8 Prozent binnen Jahresfrist im Vergleich zum nationalen VPI trugen in erster Linie die deutlichen Teuerungen bei "Restaurants und Hotels" sowie bei Flugtickets und Treibstoffen bei, die im HVPI jeweils höher gewichtet sind als im VPI. Dämpfend auf den HVPI wirkten dagegen Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie Assekuranzdienstleistungen, die hier geringer gewichtet sind. (APA)

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